Diga Möbel: «Echtes Leder» entpuppt sich als Leder-Faserstoff

Ein «Espresso»-Hörer kaufte vor sechs Jahren beim Möbelhändler Diga sechs Lederstühle. «Echt Leder» steht auf der Kaufquittung. Als das Leder nach einiger Zeit komische Blasen warf und abblätterte, wurde der Kunde stutzig. Bei Diga wollte man ihn mit einem Gutschein abspeisen.

Der elegante Schwingstuhl Kent ist immer noch im Angebot von Diga Möbel. Für 459 Franken pro Stück. Im Januar 2011 kaufte auch der «Espresso»-Hörer zusammen mit seiner Frau sechs Kent-Stühle und den dazu passenden Tisch. «Wir wollten qualitativ hochstehende Stühle. Also haben wir uns für das Modell Kent aus echtem Leder entschieden.» Einige Jahre hatten der Hörer und seine Frau Freude an den Möbeln.

Lederstühle waren nicht aus Leder

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«Kassensturz» sucht

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Dann jedoch begann das schwarze Leder Blasen zu werfe, abzublättern und darunter sah man eine Art Stoff-Struktur. «Ich habe mich sofort bei Diga Möbel gemeldet und wurde mit einem 5-Prozent-Gutschein abgewimmelt. Als ich einem befreundeten Sattler die Fotos meiner Stühle zeigte, meinte dieser, die seien nie und nimmer aus Leder.»

Der Kunde reklamiert erneut beim Diga-Kundendienst. Dort offeriert man ihm nun einen 30-Prozent-Gutschein auf den nächsten Einkauf und drückt auf die Tränendrüse: Diga sei selber vom Lieferanten getäuscht worden und könne darum leider nichts machen. Darüber kann der Hörer nur den Kopf schütteln: «Wer, wenn nicht Diga, soll erkennen, ob es sich um echtes Leder handelt oder nicht? Die haben doch die Fachleute.»

Salpa-Leder ist kein echtes Leder

Wer die Beschreibung des Stuhls Kent im Internet genauer liest, stösst auf die Bezeichnung Salpa-Leder. Was nach einem edlen, exotischen Leder tönt, ist tatsächlich ein Industrieprodukt, dass aus aufbereiteten Lederresten besteht. Diese werden zu Pulver gemahlen mit Zusatzstoffen vermischt und dann in langen Bahnen ausgewalzt. So lässt es sich erst noch einfacher verarbeiten. Mit natürlich gewachsenem Leder wie Rinds- oder Kalbsleder hat der Lederfaserstoff nicht mehr viel zu tun.

Diga entschuldigt sich und will Geld nun bar auszahlen

Auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» entschuldigt sich das Möbelhaus für den Fehler. Man habe die Deklaration per sofort auf «Salpa-Leder» angepasst und die Beziehung zum Lieferanten aufgelöst. Man liquidiere nun noch den Restbestand dieses Artikels.

Und für den Diga-Kunden gibt es eine gute Nachricht: Statt eines 30-Prozent-Gutscheins will man ihm das Geld nun bar auszahlen. Das sind immerhin 450 Franken.

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