Zum Inhalt springen

Header

Audio
E-Tankstellen verstossen gegen Preisbekanntgabe-Verordnung
Aus Espresso vom 09.04.2019.
abspielen. Laufzeit 05:00 Minuten.
Inhalt

Kritik des Seco E-Tankstellen verstossen gegen Preisbekanntgabe-Verordnung

Das Wichtigste in Kürze

  • An vielen Ladestationen für Elektro-Autos sind die Strompreise nicht angeschrieben.
  • Gemäss dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) verstösst dies gegen die Preisbekanntgabe-Verordnung.
  • Strom sei eine messbare Ware. Daher seien analog zu Benzin oder Diesel der Preis an der Tankstelle anzugeben.
  • Die Betreiber der E-Tankstellen sehen dies anders. Sie würden nicht nur Strom verkaufen, sondern eine komplexe Dienstleistung.

Für das Seco verstossen die Betreiber von E-Ladestationen gegen die Preisbekanntgabe-Verordnung (PBV). An vielen Ladestationen für Elektroautos sind die Preise nicht angegeben. Die PBV sieht aber vor, dass bei messbaren Waren die Preise direkt angeschrieben sein müssen. Da Strom als solche Ware gilt, sieht das Seco bei den E-Tankstellen Handlungsbedarf.

Das Seco ist im März wegen fehlender Preisangaben an E-Tankstellen aktiv geworden. Man kläre mit dem Bundesamt für Energie (BFE) ab, wie man die Vorgaben der PBV an den Ladestationen umsetzen könne, heisst es auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1.

«E-Auto laden ist Dienstleistung, keine Ware»

Die Betreiber der E-Tankstellen sehen die Sache anders. Sie würden nicht einfach Strom verkaufen, sondern eine komplexe Dienstleistung anbieten, sagen mehrere Anbieter auf Anfrage. Daher seien sie nicht an diese Vorgabe aus der PBV gebunden.

Das Laden eines Elektroautos dauere teilweise mehrere Stunden. Deshalb verrechnen verschiedene Anbieter zusätzlich eine Parkplatzgebühr oder eine Grundgebühr pro Ladevorgang. In der Regel haben Besitzer eines Elektroautos einen Vertrag mit einem bestimmten Anbieter. Laden sie ihr Fahrzeug bei einem Konkurrenten, verrechnet dieser eine Art Roaming-Gebühr.

Wie sollen unter diesen Umständen Preisangaben an E-Tankstellen aussehen? Einerseits müsse der Strompreis pro Kilowattstunde oder Lademinute angegeben werden, sagt Seco-Sprecher Fabian Maienfisch: «Wenn weitere Kosten auf den Konsumenten oder die Konsumentin zukommen, muss dies auch angegeben werden. Zumindest mit dem Hinweis, dass weitere Kosten entstehen können.» Das ist für die Konsumenten allerdings auch nicht besonders transparent. Diese wollen schliesslich vor dem Laden wissen, wieviel sie am Schluss voraussichtlich bezahlen müssen.

Gespräche laufen

E-Tankstellen-Anbieter geben ihren Kunden die Kosten in der Regel in einer App an. Die Ladestationen werden auch über diese Apps bedient. Allerdings sind nicht bei allen Anbietern sämtliche Kosten gleich klar ersichtlich. Das ist für Konsumenten störend.

Die Anbieter haben den Handlungsbedarf erkannt. Zusammen mit dem Bundesamt für Energie und dem Bundesamt für Strassen (Astra) arbeiten sie an Lösungen.

Eine Feuerwehrübung braucht es in dieser Sache aber nicht. Zurzeit werden Elektroautos noch zu 80 bis 90 Prozent zu Hause oder am Arbeitsplatz aufgeladen. Wichtig ist für die Konsumentinnen und Konsumenten, dass bei den Ladepreisen für E-Autos am Ende eine möglichst einfache und transparente Lösung herausschaut.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Stefan Bräuer  (Stefan Bräuer)
    Bis jetzt konnte ich häufig noch gratis laden. Das wird aber immer weniger und ich bin auch der Meinung, dass das Laden, v.a. das Schnelladen auch etwas kosten darf. Letztes Wochenende habe ich dann alle Angst gegenüber unbekannten Tarifen übergangen und habe nun 41 Fr für 19.4 kWh bezahlt - zusätzlich zu 13.2 Fr für den Parkplatz im Parkhaus in Biel am Bahnhof. Es war halt ein Zeittarif... 5h14 x 0.131 Fr/h!
    Das Schlimme ist ja, das an einem Ort alle Stationen den gleichen Tarif haben!
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von MP. Bettler  (mpbettler)
    Bla bla bla seitens Betreiber E-Tankstellen. Da hat jemand Angst ums Pfründchen. Natürlich muss da ein Preis hin, das ist doch keine Frage. Anders gesagt: Ohne Preis kein Kauf.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Wolfgang Jenne  (lobinj)
    Komplexe Dienstleistung ist gut :D :D :D
    Hoffentlich geht nun endlich was. Mit Intransparenz lässt sich gut Geld verdienen, logisch dass die sich wehren.
    Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten