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Easyjet behandelt Passagiere «wie eine Horde Vieh»
Aus Espresso vom 09.07.2018.
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Rechte von Fluggästen Easyjet hat «Passagiere wie eine Horde Vieh behandelt»

Ein Flug von Manchester nach Basel endet nach Mitternacht in Lyon. Die Passagiere werden danach sich selber überlassen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen eines Sturms über Basel kann der ohnehin schon verspätete Flug 1811 der Fluggesellschaft Easyjet kurz vor Mitternacht definitiv nicht in Basel landen.
  • Die Passagiere aus Manchester werden von der Crew darüber informiert, dass man auf Lyon ausweiche. Was folgt, ist eine einzige Katastrophe.
  • Passagiere berichten gegenüber SRF, in Lyon habe es einzig Aluminium-Decken und Wasserflaschen gegeben, aber nichts zu Essen. Zudem habe man die Passagiere darüber informiert, die Ersatzbusse am nächsten Morgen würden nach Genf und nicht nach Basel fahren.
  • Easyjet weist die Vorwürfe zurück. Die Passagiere hätten Erfrischungsgutscheine und Mahlzeiten erhalten. Und die Ersatzbusse seien nach Basel gefahren.

Ein Geschäftsmann war auf dem Heimweg von Manchester nach Basel an diesem Mittwochabend Anfang Juni. Wegen Sturmböen über Basel konnte Easyjet-Flug 1811 aus Manchester kurz vor Mitternacht definitiv nicht landen. Eine knappe Stunde zuvor hatte der Pilot die Landung abgebrochen und kreiste in der Folge noch über Basel, während er auf die Landeerlaubnis wartete.

Wie der Passagier gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» erklärt, kam schliesslich die Meldung, dass man nun auf Lyon in Frankreich ausweichen müsse, da Genf und Zürich bereits geschlossen seien. «Die Flugbegleiter sagten uns, man würde sich in Lyon um uns kümmern».

«Es war niemand vor Ort»

Die Passagiere haben dann das Flugzeug auf dem Flughafen Lyon verlassen, das Gepäck wurde ausgeladen. «Das war um zirka ein Uhr nachts. Auf dem Flughafen waren keine Easyjet-Angestellten, einzig zwei total überforderte Mitarbeiter des Flughafens waren dort und erklärten den etwa 150 Passagieren, sie seien von Easyjet instruiert worden.» Sie hätten gesagt, es gäbe leider keine freien Hotelbetten in der Umgebung und einen Weiterflug werde es nicht geben.

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«Wir wurden wie Vieh aus dem Flieger gekippt und uns selbst überlassen», entrüstet sich der betroffene Passagier. Unter den Passagieren seien auch Familien und alte Leute gewesen. Am Flughafen sei natürlich bereits alles geschlossen gewesen, es habe nichts zu Essen gegeben. Notfall-Aluminiumdecken und Wasserflaschen seien verteilt worden.

Ein weiterer Fluggast beschreibt die Szene so: «Wir wurden angewiesen, auf dem Boden oder auf den spärlichen Sitzbänken zu ‹schlafen›. Dazu kam, dass gerade Bauarbeiten im Flughafengebäude ausgeführt wurden, die extrem lärmig waren.» An Schlaf sei nicht zu denken gewesen.

Informationen nur über die Homepage von Easyjet

Um etwa zwei Uhr sei dann via Homepage von Easyjet die Nachricht gekommen, dass es um acht Uhr morgens wahrscheinlich einen Bus gebe von Lyon nach Genf, berichtet der Geschäftsmann weiter, der ja eigentlich einen Termin in Basel gehabt hätte.

Kurzerhand schloss er sich mit einer anderen Passagierin zusammen und bestellte ein Uber-Taxi nach Genf. Mit dem ersten Zug ging es dann weiter nach Basel, Ankunft: Acht Uhr!

Er findet klare Wort für Easyjet: «Das Verhalten von Easyjet ist fahrlässig, menschenverachtend und kundenunfreundlich.»

Easyjet weist die Vorwürfe von sich

Die Airline entschuldigt sich einzig für die Unannehmlichkeiten, welche die Passagiere aufgrund der Wetterbedingungen erfahren haben. Weiter schreibt sie gegenüber «Espresso», die Passagiere hätten Informationen, Erfrischungsgutscheine und Mahlzeiten erhalten.

«Da bei der verspäteten Ankunft in der Nähe des Flughafens leider keine Busse zur Verfügung standen, hat Easyjet für den nächsten Morgen Busse organisiert, um die Passagiere von Lyon nach Basel zu fahren. Die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Passagiere und Crews hat bei Easyjet immer höchste Priorität.»

Hier widerspricht Easyjet den Aussagen der beiden Fluggäste, welche unabhängig voneinander sagten, dass die Busse nur bis Genf fahren wollten und eben nicht bis nach Basel. Und sie bleiben bei ihren Aussagen, dass es auf dem Flughafen nichts zu Essen gab.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Tuncay Doganay  (Tuncayay)
    Zuerst einmal: Ich möchte weder die Passagiere noch die Airline in Schutz nehmen. Aber eines darf man nicht vergessen: Ich arbeite auch sehr viel mit Menschen und konnte dabei beobachten, dass die Menschen immer wie mehr "Geiz ist Geil" Mentalität in sich einprägen und für das Minimum, das Maximum wollen. Ohne wenn und aber. Hätte z.B. eine Swiss oder eine Lufthansa, unter gleichen Bedingungen, etwas Besseres anbieten können? Ich denke kaum.
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  • Kommentar von Daniel Meyer  (Vakant)
    Spannend wie rechthaberisch hier einige Kommentare sind. Mir würde das nie passieren ich zahle halt mehr, flieg doch Swiss oder Swissair :-). Das hat doch alles System und das ist das wahre Problem. Auch Low Cost Airlines haben sich an Vorschriften zu halten oder das Feld anderen zu überlassen. Swiss zu Beispiel :-).
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  • Kommentar von Charles Dupond  (Egalite)
    Es ist der Anbieter, nicht der Konsument, der den Preis festsetzt. Auch der Billiganbieter ist zu allen gesetzlich zwingenden Leistungen verpflichtet. Obwohl er bei Betrug von Poltik und Juxtiz gedeckt statt gedeckelt wird. "Comfort"-Holzklasse als "wie Bisiness" verkauft = kein Betrug! Die Anbieter sollten verpflichtet werden, alle Verboeserungen gegenueber der gesetzlichen Regelung in Auftrag/Rechnung und Vertrag ausdruecklich aufzufuehren, anstatt sie im Kleingedruckten der AGB zu versrstecke
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    1. Antwort von Erich Singer  (liliput)
      Wann lernen sie endlich das Wort JUSTIZ richtig zu schreiben; das hat nichts mit "JUX" zu tun!!
    2. Antwort von Thomas Schneider  (schneider)
      @Erich Singer: Das schreibt er immer so, quasi sein Markenzeichen, an dem man ihn (zusammen mit seinen anderen Neuwortbildungen) in verschiedenen Medien und unter verschiedenen Namen immer wiedererkennt.