Elektrovelo im Test: Was leisten Motor und Akku?

Elektrovelos werden immer beliebter. Ein kleiner Motor hilft beim Trampen. Doch welche Modelle sind ihr Geld wert? Eignen sich alle auch für längere Touren?

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E-Bike-Test vom 20.5.2008

11 min, aus Kassensturz vom 20.5.2008

Elektrovelos liegen im Trend: Im Jahr 2005 kauften Schweizerinnen und Schweizer rund 1800 Stück. Letztes Jahr waren es fast 6000. Heuer werden 10 000 erwartet.

Ein spezielles Elektrovelo mit Namen Spirit of Bike durchquerte im Jahr 2001 an der World Solar Challenge Australien in Rekordzeit und machte seinen Konstrukteur Andrea Vezzini berühmt. Für «Kassensturz» testet der Elektroingenieur an der Berner Fachhochschule Technik und Informatik in Biel handelsübliche Elektrovelos: Elf Modelle aus Fachhandel und Grossverteiler.

Testkriterien

Das Hauptkriterium des Tests: Mit wie viel Kraft unterstützt der Elektromotor den Velofahrer? Auf dem Prüfstand im Labor treibt ein externer Motor an Stelle des Velofahrers die Tretkurbel des Fahrrades an. Die Rolle unter dem Velorad misst, mit wie viel Kraft der Elektromotor das Pedalen des Velofahrers verstärkt. Untersucht wird die Motorenunterstützung bei verschiedenen Übersetzungen.

Der Praxistest: Jedes Rad wird von mindestens 20 Testfahrern ausprobiert und bewertet: Wie angenehm sind die Elektrovelos zu fahren? Wie praktisch ist ihre Bedienung?

Kriterium Reichweite: Diese wird von vielen Faktoren bestimmt. Die Fachleute berechnen sie einerseits aufgrund der Akkustärke, andererseits wird sie praktisch getestet auf einer anspruchsvollen Ausfahrt durch die Rebberge am Bielersee.

Nach 30 Kilometer hügeliger Fahrt, die den Räder einiges abverlangt, geben das California (E-Motion 28"), das Matra (City) und der Urbanmover (UM44) auf. Diagnose: Akku leer.

Kriterium Veloqualität: Experte Marius Graber vom Velojournal unterzieht für den Test jedes Fahrrad einer umfassenden Prüfung. Wie gut sind Schaltung, Bremsen, Rahmen? Bis hin zum Veloschloss entgeht dem Fachmann keine Einzelheit. Aus der Qualität des Velos, Motoren-Unterstützung, Reichweite und Praxistest ergibt sich die Gesamtbewertung.

Testresultate

Die Velos der Standard-Klasse unterstützen den Fahrer bis zirka 25 Kilometern pro Stunde und benötigen nur eine Velovignette.

Die Resultate: Die beste Note (5,0) erhält der weit verbreitete Flyer C5 von Biketec, erhältlich im Fachhandel für 3490 Franken. Besonders positiv aufgefallen ist die gute Steuerung des Motors.

Das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet das Modell Eco von Wattworld, es ist 1200 Franken günstiger als der Flyer C: Note 4,8. Ebenfalls in der Spitzengruppe: Giant mit dem Twist Sport CS. Positiv aufgefallen ist die hohe Reichweite bis 95 Kilometer dank Akku-Doppelpack.

Das schlechteste Elektrovelo im Test ist das billigste: California E-Motion 28" für 1490 Franken, gekauft bei Jumbo. Kritik: ungenügende Veloqualität und Ausstattung. Jumbo sagt, sein Elektrovelo sei als Einsteigermodell gedacht. Kaum besser aber über Tausend Franken teurer ist das Velo Flying Cranes, erhältlich im Fachhandel und bei der Migros.

Bei der schnellen Klasse mit gelber Plakette und Motorenunterstützung bis weit über 40 Stundenkilometer heisst der Sieger Dolphin von Velocity – mit 4200 Franken der günstigste der drei schnellen mit der besten Motorenunterstützung aller Velos im Test.