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Energydrinks im Test: Diese Resultate stossen sauer auf
Aus Kassensturz vom 19.04.2016.
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Kassensturz-Tests Energydrinks im Test: Chemischer Cocktail mit cleverem Marketing

Von den zwölf Drinks konnte keiner überzeugen. Auch der Drink mit den meisten Punkten erhielt nur eine genügende Note. Nebst fragwürdigen Zusatzstoffen stecken in den Drinks viel Zucker und zahnschädigende Säure.

Testtabelle

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Die detaillierten Testresultate gibt's hier.

Das Westschweizer Konsumentenmagazin «Mieux Choisir» hat zwölf Energydrinks auf Zucker- und Säuregehalt sowie auf Zusatzstoffe getestet. Alle Drinks halten die gesetzlichen Höchstwerte ein. Die Tester vergaben aber für diese Getränke keine Bestnoten: «Red Bull Sugarfree» schnitt mit 59 von 100 Punkten vergleichsweise am besten ab, erreichte aber bloss die Gesamtbewertung «genügend».

So wurde bewertet

  • pH-Wert: Im Labor wurde der Säuregehalt der Drinks mittels pH-Test gemessen. Die Säure, welche den Drinks beigemischt wird, verleiht ihnen ein frisches Aroma. Der tiefe pH-Wert greift aber auch die Zähne an. Das kann zum Abbau von Zahnschmelz führen.
  • Zucker: Energydrinks sind wahre Zuckerbomben. Im Schnitt enthält eine 250ml-Dose sieben Stück Würfelzucker. Die beiden zuckerfreien Drinks im Test enthalten als Ersatz Süssungsmittel. Deren empfohlene Tagesmenge wird relativ schnell überschritten, weshalb auch Süssungsmittel zu Minuspunkten führten.
  • Zusatzstoffe: Der Grossteil der Drinks enthalten Taurin und Glucuronolacton. Beide Stoffe, werden im menschlichen Körper produziert. In den Energydrinks werden die Zusätze als Fitmacher für Körper und Geist verkauft. Ob und wie genau ihre zusätzliche Aufnahme wirkt, ist in der Wissenschaft umstritten. Im Test gab es deshalb Abzug für jene Drinks, die beide Stoffe enthalten.

Zwei Drinks ungenügend

Von den zwölf untersuchten Produkten erhielten Prix Garantie von Coop und R-Energy von Rockstar ungenügende Noten. Beide Getränke enthalten die Zusatzstoffe Taurin und Glucuronolacton und sehr viel Zucker. Auf Anfrage von «Kassensturz» erklärt Coop, man habe die Formulierung des Drinks jüngst geändert. Im neuen Produkt sei kein Glucuronolacton mehr enthalten.

Das Produkt von Rockstar verschwindet bald vom Schweizer Markt. Dieser Entscheid stehe aber «in keiner Weise im Zusammenhang mit der Qualität des Getränkes», heisst es beim Vertreiber.

Gut vermarktetes Zuckerwasser

Energydrinks sind beliebt. Genaue Zahlen geben Hersteller und Verkäufer nicht preis. Eine Nachfrage bei den Grossverteilern zeigt aber: Die Verkaufszahlen steigen und an den Kiosken von Valora gehören die Dosen zu den Top Fünf der Kaltgetränke.

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Barbara Pfenniger, Journalistin bei «Mieux Choisir»: «Eine cleveren Marketingstrategie».
Aus Kassensturz vom 19.04.2016.
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Barbara Pfenniger, Journalistin beim Konsumentenmagazin «Mieux Choisir» erklärt den Erfolg mit einer cleveren Marketingstrategie: «Es hat mich sehr beeindruckt, wie ein chemischer Cocktail aus aromatisiertem Zuckerwasser, Koffein und anderen exotischen Zutaten durch Marketing so begehrt wurde.»

Drei Facts zu Energydrinks

Drei Facts zu Energydrinks

Helfen Sie wirklich der Konzentration bei Prüfungen? Diese und weitere Fragen beantwortet Ernährungsberaterin Beatrice Conrad. Mehr

Markengetränke wie Red Bull, Monster oder Rockstar verstehen es geschickt, ihre Marke mit positiven Attributen wie Mut, Stärke und Erfolg zu verbinden. Durch Sponsoring von Sportanlässen oder einzelnen Athleten wird der Energydrink mit den Eigenschaften der Sportler verbunden. «Dadurch reicht es, einen Energydrink zu trinken, um die positiven Gefühle selber zu erfahren», erklärt Barbara Pfenniger.

Nicht zum Sport trinken

Dass die bunten Aludosen als ideale Begleiter für den Sport verkauft werden, darüber kann Ernährungsberaterin Beatrice Conrad nur den Kopf schütteln: «Die Drinks sind viel zu stark konzentriert und geben dem Körper die beim Sport verlorene Flüssigkeit nicht zurück. Wenn man ein Sportgetränk möchte, ist verdünnter Fruchtsaft oder ein isotonisches Getränk die bessere Variante. Aber für die meisten, die nicht regelmässig und nicht viel Sport treiben, reicht auch Wasser.»

Sieben Zuckerwürfel sind per Gesetz vorgeschrieben

Das Schweizer Verordnungsrecht schreibt übrigens vor, dass Getränke unter dem Namen Energydrink mindestens 190 kJ oder 45 kcal/100 ml enthalten müssen. Für eine 250ml-Dose bedeutet das: Mindestens sieben Stück Würfelzucker. Das zuständige Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) schreibt dazu: «Wie der Name Energydrink impliziert, sollte ein solches Produkt auch Energie liefern und nicht nur wegen dem Koffein aufputschend wirken.»

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Thrum Amstalden  (Thrumugnyr)
    Der Erfolg von Energy Drinks hat wohl weniger mit gutem Marketing und schlichtweg auch mit dem Preis zu tun. 45 Rappen für den MBudget Energy Drink. Das kann sich jeder Schüler vom Sackgeld leisten und ist im Vergleich zu anderen Softdrinks sehr preiswert. Auch die verschiedenen Geschmacksrichtungen sind toll. Und das Koffein hat mir schon durch so manche Prüfungsphase geholfen. Gesund ist das Zeugs natürlich nicht, aber eine Alternative habe ich für mich bisher auch nicht gefunden...
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  • Kommentar von Mike Krüger , Bern
    Mich würde interessieren, wie die Light-Version dieser Getränke abschneidet. Denn Zucker haben diese ja nicht. Geschmacklich sind sie mittlerweile nicht mehr vom Original zu unterscheiden. Ich trinke selber seit Jahren nur noch die Light-Variante vom Lidl. kein Zucker, gleiche Menge Koffein und für meinen Geschmack sehr lecker.
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    1. Antwort von Metin Ükak , Biel
      Mich würde interessieren, wie man die Light-Version dieser Getränke nicht vom Original unterscheiden kann. Süssstoffe haben einen starken Geschmack. Da müssen einem ja Geschmacksknospen fehlen. Ich persönlich schmecke das aus Getränken raus. Gottverdammt nomol IMMER! die wiederlichi Plörre... Lipton isch so super Biespiel. De trinkt be uns Niemerts mehr, de schmeckt nüm. Anderi so Sache sind Sprite oder de Fruchtnektar vo Migros-Budget. Wenns nüm unterscheide chasch, trinksch wohl nur no Schund.
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  • Kommentar von Karl Vogel , 3176 Neuenegg
    Herzlichen Dank für den Energy Drinks Test. Es ist ein weiterer. Wir (Präventologen und Gesundheitsberater usw.) sprechen auch von einem chemischen Cocktail. Was immer noch zu wenig geschrieben wird, ist nebst dem Säuretest, wie die Säure ein Basenräuber ist für das Skelett und mehr (Säurekrankheiten). Wir sind die Initianten für ein Verkaufsverbot von ED an Jugendliche unter 16 Jahren = Jugendschutz. Weitere Informationen unter SMS an 079 208 20 18
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