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«Espresso Nachtaktiv»: Unterwegs mit den Gleisbauern
Aus Espresso vom 23.07.2021.
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«Espresso Nachtaktiv» Gleisbauer leisten mitten in der Nacht Präzisionsarbeit

Eisenbahnschienen verschieben sich mit der Zeit. Die Stopfmaschine bringt sie wieder in die richtige Position.

Es ist halb zwei Uhr in der Nacht: Mit ohrenbetäubendem Lärm fährt die Nivellier-Richt-Stopfmaschine im Schritttempo über ein Gleis beim Bahnhof Rapperswil (SG). Die Gleise der S-Bahn zwischen Rapperswil und Feldbach werden im Rahmen von Unterhaltsarbeiten wieder in die richtige Position gebracht.

Chef-Maschinenführer ist Carlo Voser von der Gleisbaufirma Sersa. Mit dem eingebauten Mess-System prüft er, wie stark sich die Schienen verschoben haben. Denn mit den Jahren bewegt sich der Schotter unter den Gleisen und Schwellen. Auf den Millimeter genau misst Voser, wie viel die Schienen angehoben und geschoben werden müssen, damit sie wieder in der richtigen Position sind.

Greifarme mit einer Kraft von 20 Tonnen

Für das Richten der Schienen ist Philipp Frei zuständig. Über Knöpfe und Fusspedal steuert er die Greifzangen, welche die Schienen mit einer Kraft von 20 Tonnen in die richtige Position heben. Danach drücken und vibrieren riesige Pickel den Schotter wieder unter den Schienen zusammen, was unter Gleisbauern «Stopfen» genannt wird. «Dabei muss ich hoch konzentriert arbeiten», erzählt Frei, «wenn ich mit den Pickeln eine Schiene oder eine Schwelle treffe, kostet das schnell mehrere zehntausend Franken.» Dies, weil dann Schwelle oder Gleis ausgewechselt werden müssen und die Züge nicht mehr fahren können.

Für Anwohnerinnen und Anwohner sind die Arbeiten mitten in der Nacht natürlich alles andere als angenehm. «Es ist deshalb wichtig, dass wir die Anwohnenden frühzeitig informieren», sagt Markus Berger, der bei der Firma Sersa für Unterhaltsarbeiten zuständig ist. Übers Ganze gesehen hielten sich die Lärmemissionen aber in Grenzen: «In diesem Bereich zwischen Rapperswil und Feldbach arbeiten wir jetzt eine Nacht und danach vermutlich fünf Jahre nicht mehr.»

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Espresso, 23.07.21, 08:13 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Es wird zuwenig über die Planung, Erstellung, Unterhalt von Infrastruktur berichtet. Deshalb ist die Ansicht verbreitet, dass der Strom aus der Steckdose kommt, das Trinkwasser aus dem Hahn, während Abwasser im Ablauf des Schüttsteins verschwindet. Die Zivilisation ruht auf der Infrastruktur. Ohne gut unterhaltene, ständig weiter ausgebaute Infrastruktur gibt es keine Zivilisation. Die Tunnel, Gleis, Strassen, Wasser, Netzwerkbauer etc. tragen uns auf ihren Schultern.