Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Rückrufe und Warnungen Der Bund warnt gleich mehrmals wegen Listerien in Lebensmitteln

Innerhalb weniger Tage gab es mehrere Rückrufe und Warnungen wegen Listerien. Liegt das an der Hitze? Indirekt schon.

Gleich zwei Mal innert einer Woche warnt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV wegen Listerien in Nahrungsmitteln. Betroffen waren Rauchlachs von Migros und Coop und ein Sandwich von Denner. Nur wenige Wochen vorher waren Enoki-Pilze von einer öffentlichen Warnung wegen Listerien betroffen. Zufall?

Für die regelmässigen Kontrollen ihrer Betriebe und Produkte sind Produzenten und Händler selbst verantwortlich. Wie Sarah Camenisch vom BLV gegenüber dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» erklärt, sind die zuständigen Fachpersonen in den Betrieben dafür zuständig.

Bereits bei einem Verdacht auf Listerien muss umgehend ein Rückruf des Produkts erfolgen.
Autor: Sarah Camenisch Mediensprecherin BLV

Die Vorgaben sind streng: «Bereits bei einem Verdacht auf Listerien muss umgehend ein Rückruf des Produkts erfolgen. Anschliessend werden die kantonalen Behörden involviert.» Übersteigt die festgestellte Menge Bakterien den Grenzwert, müsse das Bundesamt informiert werden. «Wir machen dann eine öffentliche Warnung für ein betroffenes Produkt», erklärt Sarah Camenisch.

Grillieren ist ein Problem

Listerien-Bakterien fühlen sich bei Zimmertemperatur am wohlsten. Sie vermehren sich also bei Hitze nicht mehr. Dass es aber in den Sommermonaten regelmässig zu mehr Krankheitsfällen mit Listeriose kommt, hat mit dem Verhalten der Menschen zu tun. «Es gibt tatsächlich saisonale Schwankungen der Krankheitsfälle», sagt Sarah Camenisch vom BLV. «Vermutlich hat das damit zu tun, dass Fisch und Fleisch auf dem Grill teilweise nicht ganz durchgegart werden. Und dass der rohe Fisch oder das rohe Fleisch auf demselben Teller liegen wie der Salat.»

Das sind Listerien

Box aufklappen Box zuklappen

Listeria-Bakterien können zu einer sogenannten Listeriose führen. Ausgelöst wird die Krankheit grösstenteils durch verseuchte Lebensmittel.

Bei Menschen mit verminderten Abwehrkräften können sich bei einer Listeriose schwere Symptome entwickeln. Hirnhautentzündung, Blutvergiftung oder Lungenentzündung können die Folge sein. In der Schwangerschaft sind Fehlgeburten möglich. Ohne Immunprobleme treten oft keine Symptome auf.

Listeria-Bakterien werden durch Erwärmen abgetötet, etwa bei der Pasteurisierung von Milch. Bei Rohmilchkäse fehlt dieser Schritt. Besonders anfällig für Listerien sind zudem Käsesorten mit hohem Wassergehalt, also etwa Weichkäse, Blauschimmelkäse oder Frischkäse.

Listeria-Bakterien kommen aber auch in rohem Fisch und Fleisch vor. Ebenso können sie sich in vorgewaschenem und verpacktem Salat oder in geschnittenen und verpackten Früchten verbreiten.

Rohe und konsumfertige Lebensmittel sollten immer gut voneinander getrennt werden. Ein zweiter saisonaler Anstieg von Listeriose-Fällen gibt es übrigens in der Weihnachtszeit. Stichwort: Fondue Chinoise.

So schützen Sie sich vor einer Infektion:

  • Fleisch und Fisch immer durchgaren auf dem Grill
  • Rohe Lebensmittel nicht mit konsumfertigen Lebensmitteln auf denselben Teller legen
  • Hände, Schneidebrett und Messer nach der Verarbeitung von rohen Lebensmitteln gut waschen
  • Menschen, die zur Risikogruppe gehören (Schwangere, Immungeschwächte): Vermeiden Sie Lebensmittel aus Rohmilch, rohes Fleisch und Fisch, abgepackte Salate und Früchte

Radio SRF 1, Espresso, 23.7.2026, 8:10 Uhr; wilh

Meistgelesene Artikel