Euromillions verkauft tiefere Gewinnchancen als Innovation

Ein kleiner Stern verkleinert die Chancen, bei der Euromillions-Lotterie den Jackpot zu knacken. Diese Neuerung und höhere Tippgebühren sollen wieder für grössere Jackpots sorgen und mehr Einnahmen in die Lottokassen spülen.

«Neu gibt’s bei Euromillions noch öfter ganz grosse Jackpots zu gewinnen», verspricht die Werbung. 5 Zahlen aus 50, dazu 2 Sterne aus 12 Sternen muss man ab 24. September neu ankreuzen bei Euromillions. Bislang waren es 11 Sterne.

Wahrscheinlichkeit: 1: 140‘000‘000

Ein kleiner Unterschied, der aber die Chancen auf einen Hauptgewinn schon um rund 17 Prozent sinken lässt, wie ETH-Statistiker Martin Mächler auf Anfrage des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» ausgerechnet hat.

Basis für die Berechnung ist das Ausfüllen eines Feldes mit 5 Zahlen aus 50 und – eben – zwei Sternen aus 11 (vorher) und zwei aus 12 Sternen (neu). So oder so, die Wahrscheinlichkeit, den Jackpot zu knacken, bleibt verschwindend klein: neu liegt sie bei 1: 140 Millionen (davor: 1: 117 Millionen).

Höhere Hauptgewinne sollen mehr Mitspieler anlocken

Die Lottomacher streiten es nicht ab, dass der Systemwechsel mit einem Nachteil verbunden ist: Die neun Länder, die sich an den Euromillions beteiligen, hätten sich bewusst dazu entschieden, die Chancen zu verkleinern, erklärt Willy Mesmer von Swisslos. Dadurch, dass man das Spiel etwas schwerer mache, erhoffe man sich, dass es jeweils etwas länger dauere, bis jemand den Jackpot knacke.

Denn damit werde auch der Jackpot dicker: Statt maximal 50 Millionen seien so vielleicht wieder Hauptgewinne von bis zu 100 Millionen Euro möglich. Damit verbunden ist natürlich auch die Hoffnung, dass mehr Leute mitspielen und mehr Geld in die Lottokassen fliesst.

Aus dem gleichen Grund steigt Ende September auch der Einsatztarif bei den Euromillions: Er liegt neu bei 3.50 Franken pro Feld – 50 Rappen mehr als bisher. Das Zückerchen: Sie nehmen bei jeder Ziehung mit ihren fünf Zahlen automatisch an einer Ziehung der «zweiten Chance» teil. Diese «zweite Chance» gibt es nur für Euromillions-Teilnehmer in der Schweiz, nicht aber für jene in den andern Ländern. Dort ist dafür die Teilnahme wesentlich günstiger: Nur 2.20 Euro pro Tippfeld.

Die Einnahmen aus dem Euromillions-Spiel fliessen übrigens – wie die anderen Lottoeinnahmen auch – in den Lotteriefonds. Die Kantone leiten das Geld aus diesem Topf dann in gemeinnützige Projekte. Es ist bestimmt für Kultur, Sport und Soziales.

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