Fotoposter im Test: Oft vergilbt die Leinwand

«Kassensturz» hat in zehn Online-Fotolabors Leinwand-Poster bestellt und von Experten prüfen lassen. Wie gut ist die Bildqualität? Wie schnell bleichen die Farben aus? Und: Wer liefert am schnellsten zum besten Preis? Fazit: Kein Anbieter überzeugte in allen Testkriterien.

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Fotolabors im Test: Ferienerinnerungen im Grossformat

7:29 min, aus Kassensturz vom 23.8.2016

Immer leistungsfähigere Tintenstrahldrucker machen es möglich: Seit ein paar Jahren können auch Hobbyfotografen ihre Fotos zahlbar auf grosse Leinwand drucken lassen. Doch wie farbecht und vergilbungsresistent sind die auf Holzrahmen aufgezogenen Leinwände?

Das wollte «Kassensturz» wissen und hat bei zehn Schweizer Online-Fotostudios ein 60 x 80 cm grosses Bild herstellen lassen. Die Leinwände kosteten von 92 bis 155 Franken.

Schlechte vergilben schnell

Der Test zeigte grosse Unterschiede. Doch kein Anbieter brillierte in allen Kriterien. Die höchste Punktzahl erreichte das Poster von Fotopick. Die Bildqualität war zwar nur genügend, doch die Leinwand des Toggenburger Herstellers garantierte eine grosse Widerstandsfähigkeit gegen Vergilbung. Fotopick erreichte damit die gute Note 5,1.

An anderen Ende der Rangliste: Die Fotoleinwand von Aldi Foto-Service für 116.95 Franken. Sie erzielte eine ungenügende Note bei der Lichtechtheit. Nebst dem starken Vergilben war auch der Rahmen bei der Lieferung verzogen. Das Bild bekam deswegen nur die ungenügende Gesamtnote 3,9.

Migros war am teuersten

Das Bild von Posterkönig erhielt im Test die Gesamtnote 4,1. Der Grund: Die Fotoleinwand vergilbt sehr stark. Nur knapp genügende Beurteilungen erhielten auch die Produkte von Pixum, der Migros (dem teuersten Anbieter) und von PosterJack (dem günstigsten Anbieter). Auch deren Bilder weisen nach einer Belichtungszeit von 200 Stunden eine starke Vergilbung auf.

Ebenfalls genügend abgeschnitten haben die Produkte von WhiteWall, Fuji und SmartPhoto. Bei Ifolor ist zwar die Bildqualität bei der Lieferung sehr gut. Doch auch diese Leinwand vergilbte schnell: Damit erreichte Ifolor die Gesamtnote 4,7

So wurde getestet

  • Die Tester des Labors für Druck- und Medientechnolgie Ugra bestellten online die Vergrösserung eines Fotos auf das Format 60 x 80 cm. Als Grundlage wählten sie das Foto eines Ballons, das sich besonders für eine Qualitätsbeurteilung eignete: Bunte Farben, blauer Himmel, grünes Gras und ein grösserer Bildanteil Weiss. Als erstes beurteilten die Tester den Bestellprozess sowie Lieferung und Bezahlung: Wie einfach lassen sich Bilder hochladen und bearbeiten? Erhält die Nutzerin eine Rückmeldung zur Qualität des Bildes? Wie viele und welche Zahlungsmöglichkeiten hat der Kunde? Und: Wie schnell wird geliefert? «Bei den Lieferzeiten bin ich von allen Lieferanten sehr positiv überrascht. Alle Bilder wurden innert 10 Tage geliefert. Auch die angekündigten Liefertermine wurden eingehalten», sagt Testleiterin Adelheid Kägi. Dies sind aber die einzigen positiven Gemeinsamkeiten: Die Fotoleinwände der zehn Hersteller unterscheiden sich stark in Preis und Qualität.
  • Wichtigstes Testkriterium war die Lichtechtheit: Wie lange bleiben die gedruckten Farben leuchtend? Wie schnell vergilbt die weisse Leinwand selber? Um die sogenannte Lichtechtheit zu messen, schnitt Testleiterin Adelheid Kägi Streifen aus der Leinwand und mass darauf ein erstes Mal die Dichte der Farbe. Die Teststreifen kamen dann in eine genormte Licht-Prüfkammer. Während 200 Stunden waren sie normiertem Licht ausgesetzt, das Sonnenlicht entspricht. Dann wurde die Dichte der Farben ein zweites Mal gemessen. Hier gabs grosse Unterschiede: Bei einigen Bildern war die Leinwand selber als weisser Hintergrund innerhalb der getesteten Zeit schon sehr stark vergilbt.
  • Weiter beeurteilten Adelheit Kägi und ihr Team Rahmen und Verarbeitung sowie die Bildqualität: Wie gut sind Kontrast, Schärfe und Farbwiedergabe des Drucks auf den Fotoleinwänden. Kägi sagt: «Die verschiedenen Blau des Himmels unterscheiden sich frappant. Und auch beim Grün der Wiese sieht man klar, dass die Bilder unterschiedlich gedruckt wurden.»

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