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Gratis-Alarmanlage: Die Kosten folgen später
Aus Espresso vom 04.08.2016. Bild: Colourbox
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Wohnen Gratis-Alarmanlage: Die Kosten folgen später

Die Firma Dialarme AG irritiert mit einem Angebot, in Wohnungen und Häuser gratis Alarmanlagen einzubauen. Gratis ist aber nur der Einbau. Wer die Anlage via Fernüberwachung auch nutzen will, zahlt hohe Folgekosten.

In einem in den Kantonen Aargau und St.Gallen unadressiert verteilten Werbebrief verspricht die Firma Dialarme AG den Empfängern eine Gratis-Alarmanlage. «Wir statten Sie gratis mit kompletten Sicherheitsausrüstungen aus und installieren diese in ihren Wohnungen», verspricht die Firma. Von den späteren Betriebskosten steht in der Werbebroschüre nichts.

Gratis-Angebot macht stutzig

«Gratis eine Alarmanlage? Bei mir haben sofort die Alarmglocken geläutet», erklärt der Ostschweizer Mac Bärtsch. Er konnte einfach nicht glauben, dass ihm jemand eine Alarmanlage schenken will und meldete sich – genauso wie andere Betroffene – beim Konsumentenmagazin «Espresso» von Schweizer Radio SRF1.

Fernüberwachung geht ins Geld

Der Direktor der Schweizerischen Kriminalprävention Martin Boess hat für diese Reaktion Verständnis. Er kennt die Firma und ihre Werbemethoden. «Auch wir bekommen regelmässig Anfragen. Die Menschen wollen wissen, ob dieses Angebot seriös ist», erklärt Boess gegenüber «Espresso».

Es sei zwar nicht verboten, so Werbung zu machen. Er warnt aber vor hohen Folgekosten, die in den Werbebroschüren nicht aufgeführt sind. Für den Betrieb der Anlagen über eine Fernüberwachung versucht Dialarme für die Bedienung über Smartphone oder die Anbindung an eine Alarmzentrale optional teure Abos zu verkaufen. Die Gratisaktion sei eine Werbeaktion, heisst es bei der Firma.

Polizeispezialisten beraten gratis

Präventionsprofi Martin Boess kritisiert das «Geschäft mit der Angst». Er macht deutlich, dass zu einer wirkungsvollen Einbruchsprävention mehr als nur eine Videokamera oder Bewegungsmelder gehören. Boess rät, sich für den Schutz vor Einbrechern von den Profis der Polizei beraten zu lassen. Dieses Angebot ist in der ganzen Schweiz mit Ausnahme des Kantons Aargau kostenlos.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Aurel Specker  (Auspec)
    Ich muss ehrlich sagen ich bin positiv überrascht (auf dem tiefen Niveau geht das schnell). Ich habe nämlich erwartet dass diese Firma gar nicht ernsthaft existiert und die so nur die Leute rausfiltern wollten die genug Wertsachen haben dass sich ein Einbruch lohnt. Ich glaub ich lass mir das Ding einbauen um es kaputt zu machen, danach gleich wieder, bis sie die Masche beenden;)
  • Kommentar von Kurt Wirz  (kw)
    Wer fällt denn auf einen solchen Bärenhandel herein? Gratis gibt es bei uns überhaupt nichts - ausser vielleicht der Luft, die wir einatmen. Da kaufe man doch besser eine Katze im Sack.
  • Kommentar von Beat Gurzeler  (B.Gurzeler, alias Rollstuhlrocker)
    @M.Gasser: Ihre Aussage ist völlig korrekt .so läuft das heute Stichwort: gratis und einige sind hellwach. das böse Erwachen kommt, es wäre ganz einfach, alles ruhig überdenken ist heute nicht mehr modern.