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Legende: Audio Höchstens ein Passagier pro Flugzeug bezahlt CO2-Kompensation abspielen. Laufzeit 01:41 Minuten.
01:41 min, aus Espresso aktuell vom 19.03.2019.
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Trotz Zunahme Höchstens ein Passagier pro Flugzeug bezahlt CO2-Kompensation

Noch immer bezahlen die allerwenigsten Passagiere für den CO2-Ausstoss ihres Fluges.

Immer mehr Flugpassagiere bezahlen eine freiwillige CO2-Kompensation. Laut den neuesten Zahlen der Stiftung Myclimate wurde im Jahr 2018 70 Prozent mehr CO2 kompensiert als noch ein Jahr zuvor. Mit den Kompensationen finanziert Myclimate beispielsweise Aufforstungen oder Kocher, mit welchen Familien in Afrika bei der Nahrungszubereitung weniger CO2 produzieren.

Es sind jedoch immer noch die allerwenigsten Passagiere bereit, für eine CO2-Kompensation zusätzlich in die Tasche zu greifen. Das stellt auch Myclimate-Sprecher Kai Landwehr fest: «Wir rechnen damit, dass rund ein Prozent aller Schweizer Flüge kompensiert wird.» In dieses Prozent würden allerdings auch Geschäftsflüge und Flüge aus fertigen Reiseangeboten fallen.

Mit anderen Worten: Pro Flug aus der Schweiz hat gerade mal ein halber bis ein einziger Passagier auf sein Flugticket eine CO2-Kompensation bezahlt.

«Da ist noch jede Menge Potenzial»

Auf den aktuellen Anstieg bezogen heisst das: 2018 wurden 13'000 Tonnen mehr CO2 kompensiert als 2017. Das klingt nach viel. Diese Menge entspricht aber nur gerade der Menge CO2, die alle Passagiere verursachen, die während rund zwei Wochen zwischen Zürich und New York hin und her fliegen. Das ist nur ein Bruchteil aller Schweizer Flüge pro Jahr.

So freut sich Kai Landwehr von Myclimate zwar über den Trend, dass immer mehr Passagiere für ihren Flug eine freiwillige CO2-Kompensation bezahlen: «Es zeigt aber auch gleichzeitig – um das mal positiv auszudrücken - dass da noch jede Menge Potenzial ist.»

CO2-Rechner rechnen unterschiedlich

Wer auf den Internetseiten von der Fluggesellschaft Swiss und von Myclimate seine jeweilige CO2-Kompensation berechnet, stellt fest: Die beiden Rechner liefern unterschiedliche Resultate. So berechnet der Swiss-Rechner für einen Retourflug Zürich-Paris rund 140 Kilogramm CO2-Ausstoss. Der Rechner von Myclimate kommt für denselben Flug auf 290 Kilogramm. Bei einem Retourflug von Zürich nach New York sind es bei der Swiss 0,8 Tonnen, bei Myclimate dagegen 2,3 Tonnen CO2.

Das sind grosse Unterschiede, die sich auch auf die Kompensationszahlung auswirken: Für den New York-Flug bezahlt ein Swiss-Passagier 19 Franken Kompensation. Will er direkt bei Myclimate kompensieren, sind es 67 Franken. Der Grund dafür liegt in unterschiedlichen Berechnungsmethoden.

Bei der Swiss wird für die Berechnung der Kerosinverbrauch von Gate zu Gate berücksichtigt. Die Swiss berücksichtigt dabei auch den verwendeten Flugzeugtyp und Erfahrungswerte zum Wetter und zu Warteschlaufen.

Auch Swiss benutzt einen Myclimate-Rechner

Myclimate benutzt für seinen Rechner Durchschnittswerte aus dem internationalen Flugverkehr. Zusätzlich verwendet die Stiftung aber noch einen Faktor, der die Auswirkungen von Stickstoffen und Aerosolen berücksichtigt, welche Flugzeuge in höheren Atmosphärenschichten ausstossen. Dieser Faktor, der höhere Resultate liefert, ist wissenschaftlich jedoch umstritten. Daher verzichtet die Swiss im Moment darauf.

Bis Ende Jahr soll es dafür bei der Swiss einfacher werden, CO2 zu kompensieren. Bis Ende Jahr soll es möglich sein, die Kompensation direkt im Buchungsvorgang vorzunehmen. Bisher musste dies nachträglich separat gemacht werden.

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