Die Themen im Einzelnen:
Hirnforscherin: Zuviel Tiktok schädigt unser Hirn
Barbara Studer ist Neurowissenschaftlerin und warnt: Tiktok wurde von Hirnforschern beraten. Der Algorithmus bediene uns konstant mit intensiver Stimulation, mit Dopamin-Ausschüttung, und wecke das Gefühl, ständig mehr zu wollen. Bis hin zum emotionalen Burnout. Die Folge: immer mehr Stimulation wird nötig, um sich gut zu fühlen. Dabei nimmt die Leistung ab, Aufmerksamkeit und Gedächtnis lassen nach, es gibt weniger soziale Interaktionen.
Testfall Australien: Wirkt ein Verbot?
Australien kennt bereits ein Tiktok-Verbot für unter 16-Jährige seit Dezember 2025. Wie sind die Erfahrungen? Das Verbot lasse sich leicht umgehen, berichten Jugendliche. Etwa indem ein falsches Geburtsdatum angegeben werde. Der Besuch in einer Schule in Lismore in der Nähe von Brisbane zeigt, Lehrpersonen unterstützen das Verbot.
Schweizer Politikerin: Tiktok braucht Alterslimite
Die SVP-Politikerin Nina Fehr Düsel will ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige in der Schweiz und hat eine Motion ins Parlament eingebracht. Diese wird von einzelnen Vertretern aus verschiedenen Parteien unterstützt. Wirksame technische Alterskontrollen seien möglich, findet sie. Medienkompetenz in der Schule aneignen sei gut, aber nicht ausreichend.
Das Experiment: Selbst Minderjährige sehen heikle Inhalte
Der Tessiner Journalist Nicola Agostinetti macht ein Experiment: Er kreiert ein neues Profil eines Minderjährigen auf Tiktok. Nach ein paar Minuten erscheinen Videos mit Drogen und Waffen. Trotz scheinbarer Alterskontrolle. Dann erscheinen Videos mit dünnen Menschen, gerade für gefährdete Jugendliche ein heikles Thema. Die Französin Stéphanie Mistre hat Tiktok nach dem Suizid ihrer Tochter in Frankreich vor Gericht gebracht. Sie will, dass der Techgigant mehr Verantwortung für die Inhalte übernehmen muss.