Kaum jemand kennt die Buchungsplattform der Schweizer Hoteliers

Wer im Internet nach Hotels sucht, klickt auf Plattformen wie Booking, HRS oder Expedia. Und wer hat schon mal was von Swisshotels.com gehört? Die Schweizer Buchungsplattform kann es bei weitem nicht mit ihrer globalen Konkurrenz aufnehmen.

Die Politik soll es richten. Der Ständerat hat am Dienstag als Erstrat über die Motion Bischof diskutiert, die den Knebelverträgen der grossen Buchungsplattformen den Garaus machen will. Das dauert noch, denn die kleine Kammer hat das Geschäft in einer Kommission zwischengelagert.

Die Hoteliers stört es, dass sie nur mit Booking.com & Co. zusammenarbeiten dürfen, wenn sie auf diesen Buchungsplattformen den billigsten Preis platzieren.

Kaum Klicks

Schweizer Touristiker lancierten Ende der 90er-Jahre mit einem ersten und 2012 mit einem zweiten Anlauf eine eigene Buchungsplattform. Doch Swisshotels.com wird kaum beachtet und steht gegen die weltweite Konkurrenz auf hoffnungslos verlorenem Posten.

Zwar mag Thomas Allemann vom Verband Hotelleriesuisse nicht von einem Flop sprechen, gibt aber zu: «Es war uns klar, dass unser Produkt in der Nische bleibt, doch wir haben schon mehr erwartet.»

Derweil machen es andere Länder vor. In Irland und Norwegen hätten es die einheimischen Hoteliers tatsächlich geschafft, mit ihren eigenen Buchungsplattformen den Markt zu dominieren, staunt Allemann.

An einen Erfolg in der Schweiz glaubt er aber nicht mehr: «Möchte man den nötigen Bekanntheitsgrad – nur schon in der Schweiz - erreichen, braucht es enorme Werbemittel. Da werden wir immer David gegen Goliath sein.»

Trotzdem soll Swisshotels.com bestehen bleiben. Das Angebot ist auch auf dem Internetportal von Schweiz Tourismus (myswitzerland.com) aufgeschaltet und soll den Schweizer Hoteliers eine gemeinsame Ergänzung zu den grossen Plattformen sein, um die sie kaum herumkommen.

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