Keine Druckertreiber mehr: Canon schert sich nicht um Windows 10

«Espresso»-Zuhörer ärgern sich: Seit dem Windows-Update funktioniert der Drucker nicht mehr und ein neues Treiberprogramm gibt es nicht. Auffällig: Alle Meldungen betreffen Canon-Geräte. «Espresso» sagt, wie Sie Ihre Peripheriegeräte doch noch zum Laufen bringen.

Seit einem Jahr ist das Betriebssystem Windows 10 nun auf dem Markt. Und wie immer, nach einem solchen Update, hat der eine oder andere Computeranwender mit Problemen zu kämpfen. Zum Beispiel mit seinen Peripheriegeräten wie Drucker oder Scanner.

Verärgerte Zuhörer haben sich bei «Espresso» gemeldet. Ihr Problem: Für ihre Drucker oder Scanner werden keine Treiberprogramme für Windows 10 mehr angeboten. So ist ihr Computer zwar auf dem neusten Stand, doch der alt bewährte Drucker funktioniert nicht mehr. Auffallend dabei: Bei allen Zuschriften handelt es sich um Geräte von Canon.

«Espresso» hat beim Schweizer Sitz des japanischen Druckerherstellers nach dem Grund gefragt. Dort heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme, man biete Treiberprogramme fünf bis sechs Jahre an. Denn: «Meist werden Geräte von Kunden nach fünf bis sechs Jahren durch neue Modelle ausgetauscht.»

Nach wie vor Geräte ohne aktuelle Treiber im Verkauf

Ob das stimmt, ist fraglich. Denn eine Studie aus dem Jahr 2013 – durchgeführt von der Fachhochschule Nordwestschweiz – zeigt, zumindest Drucker sind weitaus länger im Gebrauch. Aus Recyclingbetrieben wurden ausgemusterte Geräte analysiert und man stellte fest, dass Drucker im Schnitt erst nach neun Jahren entsorgt werden.

Heikel ist aber vor allem, dass im Verkauf immer noch Canon-Drucker und -Scanner angeboten werden, für die es keine Treiber für Windows 10 gibt. Das zeigen Stichproben von «Espresso». Auf die Frage, warum das so ist, weicht Canon aus. Ebenso macht das Unternehmen nicht transparent, und um wieviele Modelle es sich handelt. Fest steht: Andere Hersteller von Peripheriegeräten handhaben das anders. Die fünf von «Espresso» angefragten Unternehmen geben an, dass für sämtliche Geräte, die aktuell im Verkauf sind, auch Treiber für Windows 10 zur Verfügung stehen.

Vor dem Kauf eines Peripheriegerätes sollte man also immer kurz prüfen, ob es sich mit dem Betriebssystem auf dem Computer Zuhause verträgt. Das gilt vor allem für den Kauf von Occasionsgeräten.

Beruhigend für alle, die sich ungerne von ihrem altbewährten Gerät trennen: Einzelne Hersteller halten zudem für alle älteren Drucker oder Scanner noch Treiber zum Downloaden bereit. Andere warten immerhin bis zu acht Jahre, bevor Sie ihre Programme nicht mehr aktualisieren.

Übersicht Umfrage


Sind noch Geräte ohne aktuelle Treiber im Verkauf?Wie lange werden in der Regel Treiberprogramme für Betriebssystem-Updates angeboten?
CanonJa5 - 6 Jahre
BrotherNein6 - 8 Jahre
EpsonNeinJe nach Gerätetyp stehen auch nach vielen Jahren nochUpdates zur Verfügung.
HPNeinTreiberupdates werden eingestellt, sobald die Geräte altersbedingt kaum noch in Betrieb sind.
LexmarkNeinSämtliche Lexmark-Lasergeräte sind kompatibel mit den aktuellen Betriebssystemen.
SamsungNeinSamsung passt jeweils die Treiber auch fürsogenannte End-Of-Life-Geräte an (Bis zu 5 Jahren nach Produktionsende).

Der altbewährte Drucker darf bleiben

Und wenn man nun Pech hat und der gute alte Drucker nicht mehr mit Windows 10 kommunizieren will? Muss ein neues Gerät her? Das zumindest raten die Anbieter. Oder sie empfehlen, Windows 10 gar nicht erst zu installieren. Auf längere Sicht sicher keine zufriedenstellende Lösung.

Doch es gibt eine weitere Möglichkeit. Wie es scheint, funktionieren viele Peripheriegeräte unter Windows 10 auch mit dem Treiberupdate für das Vorgängerbetriebssystem Windows 8.1. Das gilt auch für Geräte, die an einen Apple-Computer angeschlossen sind: Gibt es keine Treiber für die aktuelle Software El Capitan, dann downloaden Sie den Treiber für das Betriebssystem Yosemite.

Einen Versuch ist es sicher wert. Wie es funktioniert, wird hier Schritt für Schritt erklärt.

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