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Umwelt und Verkehr Mit Alu-Schildchen gegen Abwassersünder

Abwasserschächte, welche direkt in einen See oder einen Fluss münden, sollen entsprechend gekennzeichnet werden. So will der Verband der Gewässerschutz-Fachleute verhindern, dass unnötig Schmutzwasser in Gewässern landet. Noch ist das Interesse der Gemeinden allerdings gering.

Legende: Audio Mit Alu-Schildchen gegen Abwassersünder abspielen. Laufzeit 05:01 Minuten.
05:01 min, aus Espresso vom 13.06.2016.

«Schützen Sie die Gewässer in Ihrem Gemeindegebiet vor Verschmutzung.» Mit diesem Aufruf haben der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutz-Fachleute (VSA) und das Bundesamt für Umwelt (Bafu) in den vergangenen Monaten rund 500 Gemeinden angeschrieben.

Es sei, heisst es in dem Schreiben, ein weit verbreiteter Irrtum in der Bevölkerung, dass alle Ablaufschächte in eine Kläranlage mündeten. «Entsprechend sorglos wird mancherorts Schmutzwasser in den nächstbesten Schacht entsorgt.» Aus diesem Grund soll die Bevölkerung nun auf dieses Thema sensibilisiert werden – mit einer «ganz einfachen Lösung», wie Stefan Hasler vom VSA im Interview mit dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» sagt.

Gemeinden sollen Hinweis-Schilder montieren

Bei dieser Lösung handelt es sich um kleine Alu-Rondellen, auf denen der Hinweis «Kein Schmutzwasser ins Gewässer» zu lesen ist. Die Gemeinden können diese Schildchen beim VSA bestellen und «neben den Einlaufschächten auf der Strasse oder direkt auf den Schachtdeckeln anbringen», erklärt Stefan Hasler.

Beschriftet werden sollen nur jene Abwasser-Schächte, welche direkt in ein Gewässer oder in einer Versickerungsanlage münden. Hasler ist überzeugt: «Wenn jemand weiss, dass der Schacht direkt in einen Fluss oder einen See mündet, wird er seinen Kübel mit Baustellen- oder Putz-Abwasser in einen anderen Sacht entleeren.» Denn Gewässerschutz habe in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert.

Noch kaum gekennzeichnete Schächte

Das Interesse an dem Projekt ist momentan noch verhalten: Von den 500 angeschriebenen Gemeinden hat bis anhin gerade mal eine Handvoll solche Schildchen bestellt, darunter etwa die Stadt Thun.

Stefan Hasler räumt dazu ein, man stehe erst am Anfang der Kommunikation. «Und wenn man bedenkt, dass diese Aktion für die Gemeinden erstens freiwillig und zweitens mit Arbeit verbunden ist», betrachte er die bisher verkauften Rondellen als Erfolg.

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