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Legende: Audio Mit dem Wasserstoff-Auto in die Zukunft? abspielen. Laufzeit 07:32 Minuten.
Aus Espresso vom 18.02.2019.
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Mobilität Mit dem Wasserstoff-Auto in die Zukunft?

Das Wichtigste in Kürze

  • Wasserstoff ist kein natürlich vorkommender Energieträger. Er wird mit Strom aus Wasser hergestellt.
  • Wasserstoffautos fahren emissionslos und sind umweltfreundlicher als normale Elektroautos.
  • Die Reichweite ist deutlich höher als bei den mit Akkus ausgerüsteten E-Autos.
  • Wasserstoffautos sind noch teuer und wenig verbreitet. Der Durchbruch der Technologie wird zuerst bei den Lastwagen erwartet.

Zukunftsforscher Stefan Breit vom Gottlieb Duttweiler Institut ist überzeugt, dass Elektroautos und mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge mittelfristig die Benzin- und Diesel- Autos auf den Strassen ablösen werden. Hinter den Kulissen werde das System eifrig weiterentwickelt, sagt auch Forscher Christian Bach von der Materialprüfungsanstalt Empa in Dübendorf. Neben den klassischen Elektrofahrzeugen sollen die Wasserstoffautos schon bald wesentlich zur Reduktion der CO2-Emissonen beitragen.

Kraft aus Wasser und Luft

Wasserstoff ist das häufigste chemische Element in unserem Universum. Er ist gasförmig, farb- und geruchlos und hat pro Kilogramm eine rund dreimal höhere Energiedichte als Benzin oder Diesel. Produziert wird das Gas unter Elektrolyse mit nachhaltig produziertem Strom. Dabei wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt.

Tanksäule für Wasserstoff.
Legende: Kein grosser Unterschied zur herkömmlichen Tanksäule: Hier wird Wasserstoff getankt. SRF

In der sogenannten Brennstoffzelle wird der Wasserstoff wieder zu Strom umgewandelt. Er treibt dann den emissionsfreien Elektromotor des Autos an. Zurück bleiben keine Abgase, sondern reines Wasser. «Ein weiterer Vorteil des Wasserstoffautos ist seine grosse Reichweite», sagt Martin Berchtold. Der Flugsicherungstechniker hat sich für knapp 90’000 Franken eines der ersten Wasserstoffautos in der Schweiz gekauft und sich damit einen langgehegten Wunsch erfüllt. «Das Gefühl, emissionslos auf der Strasse unterwegs zu sein, macht Freude und Spass zugleich.» Dabei stört es ihn auch nicht, dass in Hunzenschwil (AG) und Dübendorf (ZH) schweizweit erst zwei Wasserstofftankstellen in Betrieb sind. Berchtold hat bewusst eine Vorreiterrolle übernommen, um der sauberen Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen.

Neben emissionsfreier Mobilität bieten Wasserstoffautos den Vorteil, dass die Brennstoffzelle in der Herstellung deutlich umweltfreundlicher ist als Akkus. Forscher gehen davon aus, dass die Wasserstofftechnologie auch in der Schweiz noch einmal deutlich Rückenwind bekommen wird, sobald auch im Inland genug nachhaltig produzierter Strom aus Photovoltaik- und Windanlagen zur Verfügung steht. Dann bietet sich Wasserstoff als Speicher für überschüssigen Ökostrom an.

71 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Berchtold  (mirai Fahrer)
    Interessant, was wo anders so passiert:
    https://www.electrive.net/2019/02/27/hoechst-winzenhoeler-uebernimmt-bz-busse-der-hochbahn/
    Und siehe da, da sind ja auch die Postautos aus Brugg.
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  • Kommentar von M Ostivaldo  (Ostivaldo)
    @Thommen: Sollten wir sämtliche immatrikulierten Lastwagen in der Schweiz (rund 45’000) auf Brennstoffzellen umrüsten, bräuchten wir rund 11 GWh/a. Die Schweiz hat einen jährlichen Gesamtstromverbrauch von rund 65 GWh/a, davon wird 40 GWh/a via Wasserkraft produziert.
    Es muss nicht zwingend Überschuss sein, da es gewisse Marktkonstellationen gibt, in denen das Kraftwerk den Strom am Markt unter den Gestehungskosten produziert. Für eine 2MW Anlage braucht man mind. 5MW Laufwasserkraftwerk!
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    1. Antwort von Kaspar Thommen  (snooper77)
      Ja, und für eine Umstellung von Lkw + Pkw auf Brennstoffzelle müssen wir die Stromproduktion der Schweiz fast *verdoppeln* - höchst unrealistisch und extrem teuer. Nein, das wird nicht passieren. Selbst "Nikola" haben ihren FCEV-Lkw pausiert und bringen jetzt einen BEV-Lkw.
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  • Kommentar von N. Schmid  (Schmid)
    Vergleich zwischen Tesla 3 D (Li-Ionen Batterie) und Toyota Mirai (Wasserstoff):
    Tesla 3 D vs. Toyota Mirai: Sitzplätze: 5 vs. 4. Leergewicht: 1847 kg vs. 1850 kg. Reichweite: 560 km vs.
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    1. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Der Tesla 3 D hat zudem eine höhere Reichweite, hat Allradantrieb, beschleunigt doppelt so schnell, hat mehr Stauraum und kostet 30'000 Franken weniger. (Die Hälfte der Fakten ist oben abgeschnitten worden).
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    2. Antwort von Martin Berchtold  (mirai Fahrer)
      Sind wir im Auto Quartett?
      Nun dann stelle ich die Ladezeit dagegen!
      Mal im Ernst.
      Wie lade ich einen Tesla, wenn ich kein Eigenheim habe?
      Wenn ich Laternenpfahl parkierer bin?
      Wenn ich Mieter bin?
      Oder dürfen nur Eigenheimbesitzer an der E-Mobilität teilnehmen?
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    3. Antwort von Kaspar Thommen  (snooper77)
      @Berchtold: Sie verwechseln "Ladezeit" mit "Zeitaufwand". Niemand wartet stundenlang neben seinem E-Auto - oder warten Sie stundenlang neben Ihrem Handy, bis es voll ist? Nein, sie laden es dann, wenn es sowieso rumliegt. Genau so, wie E-Autos allermeistens geladen werden: entweder über Nacht zuhause oder an der öffentlichen Säule, tagsüber beim Arbeitgeber oder an der Säule, beim Shoppen, etc. Schnelladung unterwegs: 15-30 min alle 2-3 h, aber nur bei Fahrten über 300 - 500 km, also seltenst.
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    4. Antwort von Martin Berchtold  (mirai Fahrer)
      @Thommen
      die Wichtige Frage wie es Mieter oder Laternenpfahl Parkierer schaffen ihr BEV zu laden ist immer noch nicht beantwortet worden.
      Klar steht auch da über Nacht das Auto.
      Somit bleibt also eine "öffentliche" EVSE blockiert, wenn das BEV "voll" ist.
      Ich habe es ja als PHEV Fahrer selber erlebt wie BEV Fahrer die EVSE nach Ladeschluss nicht freigegeben haben.
      Wie lange gehen Sie denn Einkaufen?
      Bei mir dauert das um die 45 Minuten.
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    5. Antwort von Kaspar Thommen  (snooper77)
      @Berchtold: Richtig, es können aktuell nicht *alle* zuhause / auf Arbeit / an Ladesäulen laden, aber es sind um Grössenordnungen mehr als Leute, die einigermassen nahe einer (funktionierenden) H2-Tankstelle wohnen. 40 % der Schweizer sind Eigentümer, die könnten mit Minimalinvestition (CHF 1k - 3k) eine Ladestation zuhause errichten - das wären dann schon mal 3.4 Millionen Menschen! Der Ladeinfrastruktur-Ausbau geht gleichzeitig schnell weiter (Google -> "stromtankstellen statistik Schweiz").
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    6. Antwort von Martin Berchtold  (mirai Fahrer)
      @Thommen,
      das mit der EVSE stimmt so.
      Ja die kostet soviel, wenn man sie vom Elektriker kauft. Die Gewinnmarge ist da immens!
      Baut man sie selber (Projekt analogEVSE / Google ) so kommt man noch auf Kosten von 500CHF. (Habe ja selber so eine gebaut!)
      Diese analogEVSE macht aber am Ende genau dasselbe wie die für 3k Franken.
      Aber! Nun lädt man in der Nacht. Die anderen aber auch.
      Das mit welcher Leistung? Wie sieht es nun mit dem Gleichzeitigkeitsfaktor aus?
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    7. Antwort von Kaspar Thommen  (snooper77)
      @Berchtold: Kein Problem: Ein E-Auto mit 13'000 km/Jahr und einem Verbrauch inkl. aller Verluste von 20 kWh/100 km lädt pro Jahr 2600 kWh oder bloss rund 7 kWh pro Tag. Das auf die Nacht verteilt, wo die Stromproduktion ohnehin auf einem Tiefpunkt ist, ist also kein Problem. Und: Selbst Ladung mit 11 kW entspricht gerade mal so viel Strom wie 4 Herdplatten + Backofen, und dann fliegen ja auch nirgends die Sicherungen oder glühen die Zuleitungen.
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    8. Antwort von Martin Berchtold  (mirai Fahrer)
      Mal eine Frage zum Tesla 3:
      was ist eigentlich an den Gerüchten dran, dass der Tesla 3 keinen Korrosionsschutz haben soll?
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