Motoren als Ölschlucker: Amag kommt Kunden entgegen

Der «Kassensturz»-Beitrag über die ölschluckenden Audi-Motoren sorgte für viel Resonanz. Grund genug, dem Generalimporteur Amag noch einmal auf den Zahn zu fühlen. Zwar spricht dieser immer noch von Einzelfällen. Gegenüber «Kassensturz» sichert CEO Morten Hannesbo aber die Lösung des Problems zu.

Video «Motoren als Ölschlucker: Amag kommt Kunden entgegen» abspielen

Motoren als Ölschlucker: Amag kommt Kunden entgegen

8:45 min, aus Kassensturz vom 3.11.2015

Bis zu 2 Liter auf 1000 Kilometer: Audi-Fahrer klagen über enormen Ölverbrauch ihrer Fahrzeuge und dadurch über hohe Reparaturkosten. Gegenüber «Kassensturz» sprach Generalimporteur Amag von Einzelfällen und wollte keine Garantieleistung erbringen.

Mittlerweile haben sich aber unzählige Audifahrer bei «Kassensturz» gemeldet und damit klar gemacht: Es handelt sich um ein grösseres Problem.

«Kassensturz» hat nochmals nachgehakt. Und tatsächlich: Amag-CEO Morten Hannesbo nimmt im Interview Stellung und macht eine Zusicherung: In der Garantiezeit werde der Motor gratis repariert.

Bei Ölproblemen soll der Motor neu während fünf Jahren, beziehungsweise 100‘000 Kilometern kostenlos repariert werden. Bei Fahrzeugen mit mehr als 100‘000 Kilometern bietet die Amag die Übernahme der Materialkosten und die Hälfte der Arbeitskosten an.

Hier das Interview:

Ueli Schmezer: Morten Hannesbo, gewisse Audis brauchen viel zu viel Öl auf 1000 Kilometer. Wie kann das passieren?

Morten Hannesbo: Das kann viele Gründe haben. Zum Beispiel hat es einen Einfluss, wenn Sie auf der Autobahn sehr schnell fahren oder wenn Sie mit Anhänger fahren oder viele Kaltstarts haben. Es kann aber auch sein, dass es in der Produktion Toleranzprobleme gibt. Wir wissen es nicht genau, möchten aber auch betonen, dass sehr wenig Motoren betroffen sind. Und für diese gilt es nun, eine Lösung zu finden.

Zusatzinhalt überspringen

Kulanz nur bei Audi

Auf Nachfrage von «Espresso» von Radio SRF 1 präzisiert Amag, dass sich die neue kulante Regelung nur auf Audi beziehe, «da diese Marke hauptsächlich betroffen ist». Die Motoren seien anders eingebaut. Amag schreibt: «Bei allen Marken werden mit dem Servicepartner individuelle Lösungen für betroffene Kunden gesucht».

Es gibt 22‘000 solcher Motoren in der Schweiz. Alleine bei «Kassensturz» haben sich ein paar Hundert Betroffene gemeldet. Sie finden also, das ist kein Serienproblem?

Hannesbo: Nein, wenn Sie 200 Fälle haben von insgesamt 22‘000, dann ist das nicht viel.

Ein weiteres Problem ist ja auch, dass Audi-Fahrer, die Probleme mit dem Motor haben, oft hingehalten werden. Die Zeit vergeht und irgendwann verfällt die Garantie.

Hannesbo: Das darf nicht passieren. Hat der Motor ein Problem, dann erkennen wir das auch. Wir können den Ölverbrauch messen, und wenn etwas nicht in Ordnung ist, wird der Motor repariert. Wir und unsere Garagisten haben ein Interesse daran, dass das Problem gelöst wird.

Sie haben nun einen Vorschlag ausgearbeitet. Wir sieht dieser aus?

Morten Hannesbo: Damit jeder Audi-Fahrer weiterhin mit Vertrauen fahren kann, verlängern wir unsere Kulanz auf fünf Jahre mit 100‘000 Kilometern. Hier werden wir alle Kosten übernehmen. Ist ein Motor mehr als fünf Jahre alt oder hat mehr als 100‘000 Kilometer hinter sich, übernehmen wir sämtliche Materialkosten und die Hälfte der Arbeitskosten. Ich denke, das ist eine faire Lösung.

Sendung zu diesem Artikel