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Online-Reiseanbieter macht Pleite und lässt Kunden im Stich
Aus Espresso vom 09.08.2016.
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Geld Online-Reiseanbieter macht Pleite und lässt Kunden im Stich

Leider läuft beim buchen einer Reise nicht immer alles reibungslos. Diese Erfahrung machten viele Touristen, welche ihre Ferien beim Online-Anbieter Hoteling.com gebucht haben. Das Unternehmen ging im Juli Konkurs. Viele Reisende strandeten und mussten das gebuchte Hotel nochmals bezahlen.

Zum Auftakt hat alles reibungslos geklappt: Der Flug nach Barcelona mit dem anschliessenden Transfer ins Hotel an der Costa Brava. Erst spät abends an der Reception fingen die Probleme an, erinnert sich Dennis Becker, ein junger Mann aus Schlieren: «Das Hotel erklärte mir, mein Zimmer sei noch nicht bezahlt.»

Dennis Becker bliebt nichts anders übrig, als die tausend Franken nochmals zu zahlen. Den gleichen Betrag hat er nämlich bereits im Frühling bei der Hotelbuchung über den Anbieter «Hoteling.com» bezahlt.

Reisebüro-Konkurs betrifft tausende von Reisenden

Hoteling.com gab im Juli, mitten in der Hochsaison, ihren Konkurs bekannt. Die Pleite betrifft gemäss einem Artikel der englischen Zeitung «The Independent» weltweit 140‘000 Touristen. Mehrere davon haben sich auch bei der Redaktion von «Kassensturz/Espresso» gemeldet. Sie alle stiessen über die Hotel-Suchmaschine Trivago auf «Hoteling.com».

Für den geprellten Dennis Becker ist klar, Trivago steht auch in der Verantwortung: «Bei einer Buchung über eine so bekannte Hotelsuchmaschine gehe ich davon aus, dass diese ihre Angebote überprüft.»

Hotel-Suchplattform Trivago mitverantwortlich?

Auf Anfrage von «Espresso» streitet Trivago eine solche direkte Verantwortung ab. Man habe sofort nach Bekanntwerden des Hoteling-Konkurses umgehend deren Raten deaktiviert. Und vorher habe nichts auf einen möglichen Konkurs hingedeutet.

Auch der Schweizer Reiserechtsexperte Reto Ineichen sieht aktuell keine Sorgfaltspflichtverletzung seitens Trivago: «Vorauszusehen, dass ein Geschäftspartner Pleite geht, ist äusserst schwierig.» Nicht unproblematisch ist aber die wirtschaftliche Verknüpfung von Suchmaschine und anzeigten Anbietern.

Trivago wirbt mit konkursitem Anbieter

Trivago ist ein wichtiger Player auf dem Onlinemarkt für Hotelzimmer. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf sucht und zeigt Angebote verschiedener Anbieter. Immer wenn Interessierte ein Angebot anklicken, kassiert Trivago (cost-per-click).

Die enge Zusammenarbeit zwischen Suchmaschine und Reiseanbietern beweist auch ein aktueller TV-Spot. In diesem wirbt Trivago unter anderem mit den günstigen Angeboten der mittlerweile konkursiten Hoteling.com. Die Spots würden in Kürze ersetzt, erklärte Trivago gegenüber «Espresso».

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Schweizer  (Schweizer_Thomas)
    In der Schweiz die Regel und nicht die Ausnahme - Seit Jahren so Keine griffigen Gesetze wo sowas verhindert - Oder nachher wird verjährt Schweiz ein ELDORADO für solche Unternehmen !
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    1. Antwort von D Koenig  (D Koenig)
      Hoteling ist Teil der Lowcostholidays Spain S.L. die in England registriert ist und auch da ihren Bankrott registriert hat. Da koennen leider Schweizer Gesetze auch nichts ausmachen. Es wird aber vermutet dass hoteling mit ihren zu billigen Angeboten bewusst Geld sammelte. Das billigste Angebot ist oft eben halt das Teuerste.