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Familie und Freizeit Parkzeit erben erlaubt - aber nicht verlängern

Auf der Parkuhr waren noch 30 Minuten vom Vorgänger. Die neue Nutzerin liess diese Zeit verstreichen und bezahlte dann für ihren Parkplatz. Das ist nicht erlaubt, sagt die Polizei. Die Gebüsste kritisiert: «Die Stadt kassiert so doppelt». «Espresso» sagt, was dahinter steckt.

Legende: Audio Parkzeit erben erlaubt - aber nicht verlängern abspielen. Laufzeit 4:25 Minuten.
4:25 min, aus Espresso vom 22.04.2013.

Ruth Gentil aus Bern erwischte in Zürich einen Parkplatz für den noch 30 Minuten Parkzeit bezahlt waren. Sie liess diese Zeit ablaufen und warf erst dann Geld in die Parkuhr. Dafür wurde sie von der Polizei wegen Nachzahlens gebüsst.

Die «Espresso»-Hörerin kann diese Busse nicht verstehen: «Ich habe doch gar nicht nachgezahlt! Es war das erste Mal, dass ich zahlte.» Für Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei Zürich scheitert diese Begründung an der Kontroll-Praxis: «Ein Polizist, der die Parkuhren kontrolliert, erkennt nicht, ob zuvor Sie bezahlt haben oder jemand anders. Das kann er unmöglich herausfinden.»

«Würde Zweck der Parkuhr unterlaufen»

Schild auf der Parkuhr - Nachzahlen verboten
Legende: Nachzahlen verboten. Doch was heisst Nachzahlen genau? SRF

Diese Argumentation wird auch vom Bundesamt für Strassen (Astra) gestützt. Wenn auf der Parkuhr «Nachzahlen verboten» steht, ist der Fall für Astra-Sprecher Thomas Rohrbach klar: Wenn Ruth Gentil zuerst die Parkzeit des Vorgängers nutzte und dann Geld einwarf, dann sei dies als Nachzahlen zu werten. «Ansonsten würde die Parkuhr als einfaches Kontroll-Instrument nicht mehr funktionieren», meint er.

Nicht verboten ist das reine Erben der nicht aufgebrauchten Parkzeit. In der Stadt Zürich gilt gemäss Marco Bisa: «Wenn ein Autofahrer auf einen Parkplatz fährt, auf dem noch Restzeit ist und diese für dessen Besorgungen reicht, dann darf er diese Restzeit erben.» Ist diese abgelaufen, muss er aber vom Parkplatz wegfahren.

«Ungerecht: Stadt kassiert doppelt»

Reicht die verbleibende Parkzeit nicht, dann muss der Autofahrer von Anfang an neu bezahlen. Die Restzeit des Vorgängers verfällt. «Espresso»-Hörerin Ruth Gentil kritisiert: «Bei dieser Praxis kassiert die Stadt Zürich für denselben Parkplatz zweimal.» Stadtpolizei-Sprecher Bisa entgegnet, man könne dies auch anders betrachten: «Wer auf einen Parkplatz mit Restzeit fährt, kann diesen gratis nutzen.»

Astra-Sprecher Thomas Rohrbach erklärt dazu: «Die Bezahlung der Parkgebühr ist nicht als «Miete» des Parkfeldes zu verstehen. Es verleiht nur den Anspruch, höchstens für die angegebene Zeit auf diesem Parkfeld zu parkieren.» Mit der vorzeitigen Wegfahrt gebe der Fahrzeuglenker das Parkfeld frei und sein Anspruch sei damit vollständig abgegolten.

21 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Brunner, 9650 Nesslau
    Es ist ungerecht, dass beim Geldeinwurf die Restzeit im Speicher nicht zu dem Bezahlten Betrag addiert wird. Der Parkgebüreneintreiber bereichert sich damit ungerechterweise indem er die Teilparkzeit zweimal einkassiert. Es dürfte sich in der ganzen Schweiz zusammengerechnet um 6 Stellige Beträge handeln. Vielleich könnten die Behörden dieses Geheimnis ja mal öffentlich machen.
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  • Kommentar von Park Platz, Zürich
    An alle die sich nun Aufgregen das man nicht Nachzahlen kann, die dürfen sich dann aber auch nicht Aufregen wenn sie keinen Freien Parkplatz mehr finden. Wer länger und ohne Probleme Parken will, der geht in ein Parkhaus, dort Zahlt er das was er Parkiert ist. Kostet halt ein bisschen mehr.
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Totaler Bloedsinn... Wenn da noch ein paar min. auf der Parkuhr drauf sind, und ich in der Stadt einkaufen bin, warte ich doch nicht 5-10min oder laenger. bis die Parkzeit vorbei ist, wolmoeglich im Regen oder kurz vor Ladenschluss, wo leben wir hier? Die Parkzeit fuer diesen Parkplatz ist Ordnungsgemaess bezahlt, somit ist ein Sogenanntes Nachzahlen nur Fair. Man sollte den Text: "Nachzahlen verboten" entfernen, da dies sonst unrechtmaessige Bereicherung ist. Fertig.
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