Profilbild auf Abwegen im Internet

Es passiert nicht selten, dass Profilbilder aus sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder LinkedIn auf anderen Seiten wieder auftauchen, mit anderen Namen versehen. Geklaut und missbraucht. Der Internetanwalt rät: «Mahnen Sie diese Seiten ab!»

Sie dachte zuerst an einen Scherz, als eine Hörerin des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1 die folgende Nachricht erhielt: «Ich möchte Sie darüber in Kenntnis setzen, dass Ihr Profil-Foto auf diversen Webseiten, auf denen für Kreditkarten geworben wird, mit anderem Namen verwendet wird.»

Die Nachricht wurde ihr von einem Unbekannten via LinkedIn geschickt. Die Frau ist Mitglied von LinkedIn, einem sozialen Netzwerk für Geschäftsleute. Ihr Profilbild soll also gestohlen worden sein?

«Sehr speziell, sein eigenes Foto zu finden»

Tatsächlich, auf einer Internetseite für Kreditkarten lächelt der Frau ihr eigenes Bild entgegen. Nun heisst sie Sandra und ist glückliche Besitzerin einer Goldkarte, trotz Betreibungen. Dies wird der angeblichen Kundin in den Mund gelegt.

Klarer Fall: Dies ist widerrechtlich. Martin Steiger ist Anwalt in Zürich für das Recht im digitalen Raum: «Dieser Vorgang verletzt das Recht am eigenen Bild. Hier wurde der Persönlichkeitsschutz verletzt, und dagegen kann man rechtlich vorgehen.» Erst einmal empfiehlt er eine Abmahnung an die Betreiber dieser Internetseite.

«Die Abgemahnten wissen, was es geschlagen hat»

Ein Betroffener könne eine Abmahnung kurz fassen, da die Abgemahnten meist wüssten, dass sie sich widerrechtlich verhielten, sagt Martin Steiger weiter: «Im Zweifelsfall kann aber verlangt werden, dass man sich identifiziert, gerade weil es um Datenschutzrecht geht.»

Auf zivilrechtlichem Weg haben Betroffene schliesslich auch die Möglichkeit, zu klagen. Hier müsse man aber schnell viel Geld in die Hand nehmen und Aufwand betreiben. «Gerade wenn die Absender einer Internetseite im Ausland sitzen, sollte man sich diesen Schritt gut überlegen.»

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