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Ärger mit ETI-Schutzbrief Reiseversicherung lässt Herzpatienten abblitzen

Ein TCS-Kunde muss eine Reise annullieren. Doch die TCS-Reiseversicherung will die Annullationskosten nicht übernehmen.

Legende: Audio Reiseversicherung lässt Herzpatienten abblitzen abspielen. Laufzeit 5:36 Minuten.
5:36 min, aus Espresso vom 14.02.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein TCS-Kunde erleidet nach einer Herzoperation einen Rückfall und muss kurzfristig eine Reise absagen.
  • Die Ärzte attestieren ihm eine «kurzfristige und nicht vorhersehbare Reiseunfähigkeit».
  • Die Reiseversicherung des TCS ignoriert aber die Arztzeugnisse und verweigert die Übernahme der Annullationskosten.
  • Erst nach einer Intervention des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» hat die TCS-Versicherung ein Einsehen und entschuldigt sich für die «Fehleinschätzung». Sie übernimmt die Annullationskosten von rund 2000 Franken nachträglich.

«Espresso»-Hörer Urs Dauwalder hatte für den vergangenen Sommer in Venedig eine Ferienwohnung gemietet. Sechs Wochen vor der Abreise muss er aber notfallmässig am Herz operiert werden. Nach einem Rückfall wenige Tage vor den Ferien verbieten ihm die Ärzte die Reise nach Italien.

Versicherung will Schaden nicht übernehmen

Als Inhaber eines ETI-Schutzbriefes bei der TCS-Versicherung ist Urs Dauwalder nach ausgestandenen Komplikationen guten Mutes. Er glaubt, die Annullationskostenversicherung übernehme die Mietkosten der Ferienwohnung in der Höhe von rund 2000 Franken. Beim TCS blitzt Dauwalder aber ab. Er habe die Annullation zu spät vorgenommen und sei deshalb selber für die Kosten verantwortlich.

Die Versicherung stellt sich auf den Standpunkt, dass für die Reiseunfähigkeit die Herzoperation sechs Wochen vor dem Ferientermin verantwortlich sei. Die Ärzte des «Espresso»-Hörers bestätigen aber, dass dank Dauwalders schneller Genesung einem Ferienaufenthalt nichts im Wege gestanden wäre. Erst ein unerwarteter Rückfall kurz vor Abreise habe die Ferienpläne aus medizinischen Gründen platzen lassen.

«Wir betrachten Ihr Dossier als geschlossen»

Mit der Begründung, dass sechs Wochen nach einer Herzoperation eine Ferienreise im Normalfall nicht zu vertreten sei, nimmt die Versicherung den Inhaber des Schutzbriefes in die Pflicht und lehnt die Kostenübernahme ab. Er habe zu lange mit der Annullation zugewartet.

Der Versicherte versucht den TCS insgesamt viermal vom Gegenteil zu überzeugen. Dieser stellt aber auf stur und teilt ihm mit, man bedaure ihm in dieser Angelegenheit nicht behilflich sein zu können. Man betrachte sein Dossier als geschlossen.

Versicherung entschuldigt sich für «Fehleinschätzung»

Erst die Intervention von «Espresso» provoziert bei den TCS-Verantwortlichen ein Umdenken. «Die TCS-Ärzte seien von falschen Voraussetzungen ausgegangen und hätten in diesem Fall einen falschen Entscheid gefällt», erklärt der TCS gegenüber «Espresso». Die Versicherung entschuldigt sich beim Versicherungsnehmer und zahlt die Annullationskosten nun doch noch aus. Sie verspricht, alles zu unternehmen, damit solche Fehleinschätzungen nicht mehr vorkommen.

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