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Umwelt und Verkehr Schweizer Fleisch: «Das ist kein Tierwohl-Label»

Konsumentinnen und Konsumenten achten beim Fleischkonsum vermehrt auf das Tierwohl und kaufen Schweizer Fleisch. Doch das allein garantiert nicht fürs Tierwohl. Und: Der Schweizer Tierschutz befürchtet aufgrund des Bevölkerungswachstums einen Anstieg von weniger tierfreundlichem Importfleisch.

Legende: Audio Schweizer Fleisch: «Das ist kein Tierwohl-Label» abspielen. Laufzeit 05:14 Minuten.
05:14 min, aus Espresso vom 18.10.2016.

Wer in der Schweiz vor dem Fleischregal steht, greift öfter zu sogenanntem Label-Fleisch. Zu diesem Schluss kommt der neueste Tierwohl-Report, Link öffnet in einem neuen Fenster des Schweizer Tierschutzes (STS). Demnach verkaufen die beiden Grossverteiler Migros und Coop mengenmässig am meisten Fleisch, das zum Beispiel als «Bio», «Naturafarm» oder «Terra Suisse» bezeichnet ist. Rund die Hälfte des verkauften Fleisches ist bei Migros und Coop Labelfleisch. Noch grösser ist der Anteil mit je 66 Prozent bei Manor und Volg.

Fleisch ohne Label erfüllt Mindestanforderungen

Ein Problem ortet der Schweizer Tierschutz bei jenem Fleisch, das zwar in der Schweiz aber ohne Label produziert wird. «Viele Konsumenten denken, Schweizer Fleisch garantiere auch das Tierwohl», sagt STS-Geschäftsführer Hansuli Huber. Dem sei aber nicht so: «‹Schweizer Fleisch› ist kein Tierwohl-Label, sondern garantiert lediglich eine Tierhaltung basierend auf dem Schweizer Tierschutzgesetzes.»

Das heisst also: Ein Landwirt, der Fleisch ohne Label produziert, muss sich an die Mindestanforderungen des Gesetzes halten, sonst macht er sich strafbar. Betriebe, die Label-Fleisch produzieren gehen punkto Tierwohl jedoch deutlich weiter als vom Gesetz vorgeschrieben.

Importfleisch oft ohne Label

Sorgen bereitet dem Tierschutz derzeit das Bevölkerungswachstum. Dieses kurble die Nachfrage an, weshalb vermehrt Fleisch importiert werden müsse. Und in der Regel handle es sich beim importierten Fleisch nicht um Label-Fleisch. Es erfülle damit nicht einmal die Mindestanforderungen der Schweizerischen Gesetzgebung. Hansuli Huber sagt daher: «Bezüglich Tierschutz steht Fleisch mit Schweizer Herkunft sicher besser da als Import-Fleisch.» Denn Schweizer Nutztiere seien von Gesetzes wegen besser geschützt als ihre Artgenossen in der EU.

Der Schweizer Tierschutz zählt unter anderem folgende Unterschiede auf zwischen den Tierschutz-Vorschriften der Schweiz und der EU:

  • Detaillierte Vorschriften gibt es im Schweizer Tierschutzgesetz zu Kühen, Mastvieh, Truten, Straussen und anderen Geflügelarten, Schafen, Ziegen und Pferden. In der EU fehlen hierzu verbindliche Richtlinien.
  • Kälber müssen in der Schweiz ab der zweiten Lebenswoche in Gruppen gehalten werden. In der EU erst ab der achten Woche.
  • Schweine dürfen in der EU in mehrstöckigen Ferkelkäfigen gehalten werden. In der Schweiz sind diese verboten.
  • Legehennen dürfen in der EU ohne Einstreu gehalten werden, in der Schweiz ist Einstreu Pflicht.
  • Masthühner müssen in der Schweiz bei Tageslicht mit einer mindestens achtstündigen Dunkelphase gehalten werden. In der EU sind reine Kunstlichtbeleuchtungen zulässig.

16 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Einsicht führt zu Umsicht und Verantwortung! Bei sich selber beginnen, ist der beste Start und wirkt wie ein Stein, den man ins Wasser wirft, wo es dann immer mehr Wellen nach aussen gibt. Einheimische, nachhaltig öko-logisch sinnvolle, gesunde, tiergerechte LW fördern(Demeter, Bio-organisch-ohne Chemie), mit entsprechend umsichtigem Einkauf. Fleisch und Co aus fernen und armen Ländern bewusst "meiden"! Das wäre ein positives Vorbild für Natur, Tier und Mensch!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Die Werbung: Schweizer Fleisch, alles andere ist Beilage" ist schon kriminell, da eine Lüge und müsste längst verboten sein! Aufruf an die BürgerInnen: Geht hin und schaut euch die angeblichen "Fleisch-Porduktions-Fabriken" an, wo tausende von Tieren ein grausames "Leben" fristen müssen und "gruusiges" Billigfutter mit Hormonen und Chemie zu fressen erhalten, so dass sie in kürzester Zeit "aufgeblasen" und schlachtreif sind!! Legalisierte, gesundheitsschädigende Tierquälerei - Verantwortung?
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Das zuständige und sehr teure BLV(BVET)- kümmert sich mehr um die egoistischen, profitgierigen Wünsche/Bedürfnisse der vielen, widerwärtigen, tierquälerischen "Tier - Schnell- Mastfabriken", wo die Tiere nicht artgerecht ihren natürlichen Bedürfnissen ein faires und gutes Leben leben können, sondern zusammengepfercht, mittels Billigfuttermitteln mit Hormonen und Chemie in "Rekordzeit schlachtreif" gemästet werden! Und wer "frisst" dieses "Fleisch" als letztem Glied in der Nahrungskette - MENSCH!
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