Serrano-Schinken in der Schweiz dreimal so teuer

Ein krasses Beispiel für die Preis-Differenzen zwischen der Schweiz und dem nahen Ausland: Für ein grosses Stück Jamón Serrano zahlen Kunden in Deutschland knapp 50 Euro. In der Schweiz sind für dasselbe Produkt rund 170 Franken fällig.

Verpackung mit Serrano-Schinken und Preisschild. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Für dieses Serrano-Angebot blättert man in der Schweiz 169 Franken hin. zvg

«Ich dachte, ich sehe nicht recht», sagt der Hörer des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso», der den gewaltigen Preisunterschied beim spanischen Rohschinken entdeckte. In Deutschland hatte er eine Box mit einem grossen Stück Jamón Serrano für 49 Euro gekauft. Darauf hatte er dieselbe Box des spanischen Herstellers Campofrio bei der Migros für 169 Franken entdeckt. «Diese Differenz ist durch nichts zu rechtfertigen. Das gehört definitiv in die Kategorie Anti-Schnäppchen», findet der Hörer.

Hohe Zollgebühren

Was sagt die Migros dazu? Sprecherin Monika Weibel erklärt den Unterschied mit dem generell hohen Preisniveau in der Schweiz und den sehr hohen Zollgebühren für solche Produkte: «10 Franken pro Kilo». Das macht für eine solche Schinkenbox 60 bis 70 Franken Zollgebühren. Diese fallen beim Handel innerhalb der EU weg.

Bleibt aber immer noch ein Preisunterschied von 50 bis 60 Franken. Die Migros-Sprecherin argumentiert mit der Qualität: «Wir verkaufen nur Schinken vom Stotzen, dieses Stück ist bedeutend teurer als Fleisch von der Schulter.» Bei einem deutschen Einkaufszentrum, das diese Jamón-Serrano-Box ebenfalls verkauft, heisst es aber, man habe ebenfalls nur die beste Qualität im Angebot.

Es bleibt auf alle Fälle eine grosse Differenz. Dies allerdings nicht nur bei der Migros. In den Schweizer Filialen des deutschen Discounters Aldi, zum Beispiel, ist ein ähnliches Serrano-Schinken-Angebot noch teurer als in der Migros.

Sendung zu diesem Artikel