Ein Fressen für die Pharmaindustrie

Wissenschafter an der Universität Michigan haben eine richtig fette Entdeckung gemacht. Sie haben ein Gen entdeckt, das bei Mäusen für die Gewichtszunahme zuständig ist

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Bildlegende: Ueli Schmezer SRF

Dieses Gen könne man gewissermassen ausschalten, sodass Labormäuse selbst bei extrem fettiger Ernährung nicht zunähmen. Mit dieser Entdeckung sei – vorausgesetzt, sie lässt sich auch beim Menschen anwenden – ein Mittel gegen die Fettleibigkeit gefunden.
 
 Hurra! Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie sich Forscher freuen, wenn ihnen eine solche Entdeckung gelingt. Doch die Wissenschafter sollten das Gen ganz schnell wieder vergessen. Denn ein Segen ist es für die Menschheit kaum.
 
 Sich den Bauch vollschlagen, ohne dass dieser dick wird – tönt gut. Doch das wäre verheerend: Wir wohlgenährten Bewohner der reichen Industrienationen hätten dann kaum mehr Grund, unsere ungesunden Essgewohnheiten zu ändern. Und noch weniger Grund, uns zu bewegen. Das Fett-Gen wäre ja ausgeschaltet.
 
 Vor allem aber könnten wir weiterhin eines tun: viel mehr essen, als wir brauchen. Wir könnten weiterhin – dank Futtermittelimporten – viel mehr Fleisch produzieren, als mit den hiesigen Futtermitteln eigentlich möglich wäre. Wir könnten weiterhin den Armen auf der Welt die Kalorien wegessen, die sie bitter nötig haben und in der Folge des Klimawandels noch dringender benötigen werden.
 
 Ich finde das Ergebnis der Forscher mager. Ein Fressen wird die Entdeckung nur für die Pharmaindustrie sein. Deren Geschäft wird durch das entdeckte Gen bestimmt nicht abnehmen.