Ein TV-Programm, das der Werbung dient

Neu gibt es bei der Cablecom Schweizer Versionen von RTL, SAT1 & Co.

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Bildlegende: Ueli Schmezer SRF

Die E-Mail-Schreiber, die sich an den «Kassensturz» wenden, brauchen drastische Ausdrücke: Sie schreiben von «niveaulosem Programm» und «primitiven Verkaufssendungen». Die Rede ist von «Bevormundung» und «unerträglicher Zwangsumstellung».
 
Anlass des Ärgers: Seit kurzem gibt's im digitalen Grundangebot der Cablecom neu Schweizer Versionen von RTL, SAT1 & Co. – anstelle der deutschen Originalprogramme. Als Folge davon sind beliebte Serien nicht mehr zu sehen. Stattdessen gibt's deutlich mehr sogenannte Call-in-Sendungen mit doofen Rätseln und unerträglichen Moderatoren.
 
Besonders ärgerlich ist die Vorgeschichte: Die Cablecom dünnt das analoge Angebot aus und zwingt die Kunden, auf das digitale Angebot umzustellen. Viele freuen sich dort über die deutschen Originalprogramme. Manche seien gar aus diesem Grund auf digital umgestiegen. Und nun werden sie eingeholt und zugedeckt – von Verkaufssendungen, die sie nicht sehen wollen. Mit dem Abwandern der Kunden vom analogen TV sinken aber auch die Werbeeinnahmen der Schweizer Fenster.
 
Und nun sagt die Cablecom: Wir können den Fernsehstationen den Zugang zum Digital-TV nicht verwehren. Das leuchtet ein, aber: Warum nicht beide Versionen?
 
Dazu der lapidare Cablecom-Kommentar: «Es ist nicht geplant, parallel zu den Schweizer Versionen auch die deutschen Versionen der Sender auszustrahlen und damit die Werbeeinnahmen der Sender in der Schweiz zu gefährden.»
 
Bleibt die Frage: Wen betrachtet die Cablecom als ihre wirklichen Kunden: die Fernsehanstalten oder die Zuschauer?