Wie plötzlich doch das Wetter umschlagen kann

Seit Jahren kritisieren wir im «Kassensturz» überrissene Managerlöhne.

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Bildlegende: Ueli Schmezer SRF

Und seit Jahren müssen wir uns von der Wirtschaft und ihren Vertretern in der Politik hahnebüchene Begründungen anhören.
 
Zum Beispiel: Wer die besten Kräfte will, muss am meisten bezahlen. Will heissen: Die besten sind diejenigen, die nur auf finanzielle Reize reagieren. Die risikofreudigen Investmentbanker, die ihre Banken verantwortungslos an die Wand gefahren haben, waren die besten. Und der Herr Ospel mit dem Milliardenloch war auch der beste. Ist ja logisch.
 
Was für ein trauriges Zeugnis für eine Bank, die in ihrem Riesenbetrieb offenbar keine einzige Person auftreiben kann, die den Spitzenjob gleich gut erledigt und bereit ist, ein paar Millionen weniger zu kassieren.
 
Doch jetzt ist alles anders. Auf einmal sind Massnahmen gegen Abzockerlöhne salonfähig. Sogar bei wirtschaftsnahen Politikern. Wir reiben uns die Augen und fragen, ob sich nun wirklich etwas ändern wird.
 
Möglich scheint es. Denn jetzt geht es den Herren an die Reputation. Wem dermassen öffentlich die Hosen herunter gelassen werden, wer bei jedem Theaterbesuch verächtliche Blicke erntet (das ist doch der, der uns Steuerzahlern Milliarden gekostet hat und immer noch in Saus und Braus lebt), wird in Zukunft vielleicht bescheidener. Denn ein Leben lang kann sich keiner in seiner Schwyzer Villa oder auf der Yacht verstecken.
 
Vielleicht heisst das Rezept öffentliche Ächtung.