Homöopathen drehen sich im Kreis

Die Wirkung von homöopathischen Mitteln ist umstritten. Häufig «heilt» nur der Placebo-Effekt.

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Bildlegende: Wolfgang Wettstein SRF

In einem Experiment testeten Wissenschaftler die Intelligenz von Ratten. Sie schlossen dazu einen Nager in ein Labyrinth, an dessen Ausgang ein Futtertrog stand. Wenn das Tier den Ausgang gefunden hatte und mit der Schnauze auf einen Knopf drückte, fiel eine leckere Portion Futter in den Trog. Doch die Ratte musste davor noch fünf Sekunden warten. Drückte sie zu früh auf den Knopf, gab es kein Futter. Die Ratte lernte schnell. Schon nach kurzer Zeit konnte sie sich den Weg im Labyrinth merken. Sie rannte los und erreichte den Trog. Bevor sie auf den Knopf drückte, drehte sie sich zweimal um die eigene Achse und wurde mit Futter belohnt.

Die Ratte glaubte sicherlich, dass sie sich zweimal im Kreise drehen müsse, um an das Futter zu gelangen. Falsch gedacht: Es hätte genügt, wenn sie vor dem Trog fünf Sekunden gewartet hätte. Das Drehen im Kreis war unnötig.

Menschen, die auf Homöopathie schwören, irren sich wie die Ratten im Experiment. Es mag ja sein, dass sie Erleichterung verspüren, wenn sie Globuli schlucken. Doch sie täuschen sich, wenn sie glauben, das liege am homöopathischen Mittel. Es gibt keinerlei Beweise, dass die Kügelchen wirksam sind. Vielleicht ist es der Placeboeffekt oder die Zuwendung des Naturheilers. Aber zu glauben, die Globuli würden helfen, ist ein Irrglaube.

Ein wichtiger Glaubenssatz der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsprinzip: Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt. Eine zerriebene Biene soll einen Bienenstich lindern. Niemand kann erklären, wie das funktionieren soll. Zudem verdünnt der Homöopath seine Mittel oft so stark, dass kein einziges Molekül des Wirkstoffs mehr nachweisbar ist. Ohne Wirkstoff keine Wirkung. Trotzdem sollen wir Globuli wieder mit der Grundversicherung bezahlen. Ein Unsinn.