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Services Die häufigsten Fragen zu Pflege-Finanzierung

Ab wann erhält man Ergänzungsleistungen? Wie liest sich eine Pflegheim-Abrechnung korrekt? Müssen die Angehörigen für die Heimkosten aufkommen? Daniel Domeisen vom Verband der Schweizer Heime «Curaviva» gibt Antworten zu Fragen über die Alterspflege.

Daniel-Georg Domeisen
Legende: Daniel-Georg Domeisen. SRF

Die Rechnungen für die Pflegeleistungen sind meist sehr pauschal. Wie kommen die zahlenden Angehörigen zu einer detaillierten Aufschlüsselung der Kosten?

Daniel Domeisen: Es empfiehlt sich, mit der Heimleitung Kontakt aufzunehmen. Diese ist verpflichtet, Auskunft zu geben. Ihre Rechnung muss so gestaltet sein, dass sie für die Zahlenden nachvollziehbar und verständlich sind. Im Normalfall müssen die Aufenthalts-, Betreuungs- und Pflege-Kosten unterschieden sein. Es muss aufgeführt werden, wer die Pflegekosten zu welchem Anteil übernimmt. Zuletzt dürfen Nebenkosten aufgelistet werden.

Wie sollen die Heimkosten finanziert werden? Müssen alle Besitztümer des Heim-Bewohners liquidiert und das ganze Vermögen aufgebraucht werden?

Domeisen: Grundsätzlich sollten die Heimkosten aus den laufenden Einkünften finanziert werden: Der AHV-Rente, der Pensionskassen-Rente und allfälligen Vermögens-Erträgen. Bevor vom Staat sogenannte Ergänzungsleistungen bezahlt werden, muss das eigene Vermögen bis zur «Vermögens-Freigrenze» aufgebraucht werden. Das ist der Betrag, der nicht angetastet werden darf. Für Alleinstehende beträgt er 37'500 Franken, für Ehepaare 60'000 Franken. Liegenschaften-Besitzer haben eine Vermögens-Freigrenze von 300'000 Franken. Diese wurde mit der Einführung der neuen Pflege-Finanzierung angehoben.

Soll man kurz vor dem Heimeintritt noch schnell alles vererben?

Domeisen: Nein. Bei der Berechnung des Anspruchs auf Ergänzungsleistungen wird geprüft, ob in den letzten Jahren grössere Vermögenswerte an die Nachkommen abgegeben wurden. Dies wird dann einberechnet.

Müssen Kinder und Grosskinder für die Heim-Finanzierung der Eltern aufkommen?

Domeisen: Nein. Angehörige sind grundsätzlich nicht verpflichtet, den Heim-Aufenthalt der Eltern mitzuzahlen. Das System ist so aufgebaut, dass jede Person für sich selbst die Heimkosten-Finanzierung sicher stellen können sollte.

Weitere Antworten zu Fragen zur Pflege-Finanzierung finden Sie im Protokoll des Live-Chats vom 26.11.2013.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Sozialversicherungsberater, Zürich
    Der Fall mit dem Verkehrswert aus dem Kanton ZH ging bis vor Bundesgericht, welches die Verwendung des Neuwerts für ein fast 30 jähriges Haus als unzulässig bezeichnet hat. Das kantonale Sozialversicherungsgericht hatte mit der Nichtberücksichtigung der Altersentwertung zuvor kein Problem und erstellte eine überaus knappe und nicht nachvollziehbare Urteilsbegründung.
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  • Kommentar von Sozialversicherungsberater, Zürich
    Ein weiteres Problem ist, dass bei der Prüfung, ob bei der Übertragung einer Liegenschaft, selbst wenn noch eine Nutzniessung oder ein Wohnrecht daran besteht, auf Vermögen verzichtet wurde auf den Verkehrswert abgestellt wird. Je nach Kanton und Gemeinde wird der Verkehrswert unterschiedlich ermittelt. Eine Gemeinde in ZH hat versucht den Wert eines fast 40 Jahre alten Hauses zu den Kosten für die Errichtung eines neuen Hauses plus mehr als dem Doppelten des steuerlichen Landwerts festzulegen.
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  • Kommentar von Sozialversicherungsberater, Zürich
    Somit kann die Verwandtenunterstützungsplicht für im Pflegeheim lebende Eltern durchaus gut ausgebildete Alleinstehende oder doppelverdienende Ehepaar mit einem guten Mittelstandseinkommen treffen, wenn die Eltern irgendwann einmal auf Vermögen verzichtet haben und deshalb den Eltern die Ergänzungsleistungen zur AHV gekürzt werden und deshalb die Kosten für das Pflegeheim nicht bezahlen können (zum Beispiel wegen einem Erbvorbezug oder einem Verlust aus einer sehr riskanten Anlage von Vermögen).
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