Praktische Tipps für Malerarbeiten zu Hause

Wenn die Wände in der Wohnung neue Farbe brauchen, greifen heute viele selber zum Pinsel. «Kassensturz» hat ein paar Tipps zusammengestellt, damit Sie professionell arbeiten können und der Anstrich sicher gelingt.

Verschiedene Situationen eines Mannes beim Zimmerstreichen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Malen wie ein Profi ist gar nicht so schwer. Colourbox

«Das A und O beim Malen zu Hause ist das Abdecken», sagt Malerprofi Deborah Enguel vom Malergeschäft Schlagenhauf im «Kassensturz». Ausserdem sollten stark verschmutzte Wände vorher gewaschen und grundiertt werden.

Was Sie sonst wissen müssen:

Das richtige Material

Farbe:

  • Stellen Sie fest, ob vor dem Anstrich eine Grundierung nötig ist. Ein kleiner Trick: Rubbeln Sie mit einem angefeuchteten Finger über die Wandfarbe. Wenn sich die Fingerkuppe nicht verfärbt, kann mit Dispersion gestrichen werden. Verfärbt sich der Finger, handelt es sich um Leimfarbe. Dann muss zuerst ein Haftgrund gestrichen werden. Oder man bürstet die Wände gründlich mit Wasser ab und streicht eine neue Leimfarbe.
  • Berechnen Sie die richtige Farbmenge, indem Sie die Wand- und/oder Deckenfläche ausmessen. Bedenken Sie, dass die Wände bzw. Decken eventuell zweimal gestrichen werden müssen.
  • Beim Kauf der Farbe sollte man vor allem auf das Deckvermögen und auf Angaben zum Nassabrieb achten. Lassen Sie sich auf jeden Fall von einer Fachperson beraten, die Ihnen sagen kann, was Sie genau benötigen. So gibt es zum Beispiel spezielle Farben für Feuchträume oder Farben mit Nikotinsperre.

Pinsel:
Der Pinsel sollte dicht mit Borsten besetzt sein. Die Borsten sind idealerweise lange und laufen am Pinselende spitz zu.

Rolle:
Je rauer und ungleichmässiger die zu streichende Oberfläche, desto länger sollte der Flor der Rolle sein. Glatte Oberflächen streicht man am besten mit einem kurzen Rollen-Flor.

Vorbereitung

  • Möbel aus dem Zimmer räumen oder in die Mitte des Raumes stellen und mit Folie abdecken.
  • Den Boden sauber abdecken.
  • Alle nicht zu streichenden Teile mit Abdeckband abkleben (Fussleisten, Fenster- und Türrahmen, etc.). Das Abdeckband gut andrücken, damit keine Farbe darunter läuft.
  • Lampen, Schalter- und Steckdosenabdeckungen entfernen (vorher Strom abstellen).
  • Reinigen Sie die Wand mit einem leicht angefeuchteten Tuch. Sie sollte sauber und staubfrei sein.
  • Flecken mit einem speziellen Fleckenentferner behandeln oder mit einer Isolierfarbe überdecken.
  • Allfällige Risse oder Löcher mit Spachtelmasse auffüllen.
  • Altanstriche, die nicht gut haften, mit Wasser abwaschen. Tapeten idealerweise vor dem Streichen entfernen.

Malen

  • Falls nötig grundieren.
  • Zuerst mit dem Pinsel die Ecken und Nahtstellen (z.B. Wand/Decke) streichen. Achten Sie darauf, dass diese Stellen noch feucht sind, wenn Sie mit dem Streichen der Fläche beginnen.
  • Dann die Flächen streichen. Zuerst kommt immer die Decke, anschliessend sind die Wände dran.
  • Wenn Sie einen Farbroller verwenden: Nach dem Eintauchen in den Farbkübel die Farbe immer zuerst auf einem Abstreifgitter ausrollen, damit die Farbe gleichmässig auf dem Roller verteilt ist.
  • Ziehen Sie mit dem Roller Bahnen, die sich überlappen. So entsteht ein gleichmässiges Bild.
  • Bei mehreren Anstrichen: Ändern Sie die Richtung (z.B. 1. Anstrich vertikal, 2. Anstrich horizontal).
  • Streichen Sie nicht zu schnell, sonst spritzt die Farbe.
  • Wenn Sie eine Pause einlegen, packen Sie das Streichwerkzeug in einen Plastiksack, damit es nicht austrocknet.
  • Nach dem Malen: Entfernen Sie das Klebeband am besten direkt nach dem Anstreichen. Die Wandfarbe muss noch feucht sein, da sonst Risse entstehen können.