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Legende: Video Info-Video: Was ist Franchising? abspielen. Laufzeit 00:58 Minuten.
Aus Kassensturz vom 19.05.2015.
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Services Was ist Franchising?

Coca-Cola oder Brezelkönig sind typische Beispiele für das Franchising-System. Doch wie funktioniert das genau? Wer profitiert? Und wer zieht den Kürzeren? Hier eine kleine Zusammenfassung.

Dieses spezielle Vertriebssystem funktioniert folgendermassen:

Ein Franchisegeber stellt sein Geschäftskonzept, Produkte, Lizenzen, Markennamen etc. zur Verfügung, der Franchisenehmer bezahlt dafür eine Lizenzgebühr. Er führt damit selbständig und auf eigenes Risiko sein Geschäft. Er profitiert vom vorhandenen Knowhow und fixfertigen Konzepten, allerdings muss er seine Geschäftsprozesse nach Vorgaben des Franchisegebers gestalten. Wichtig ist beispielsweise, dass der Marktauftritt einheitlich ist. Ganz unabhängig ist er also nicht.

Arbeitnehmer im Nachteil

Die Franchisebetriebe stellen meist Arbeitnehmer ein. Unter welchen Bedingungen ist aber nicht geregelt. Bei jedem Franchisebetrieb herrschen andere Arbeitsbedingungen. Zwar treten alle Angestellten der verschiedenen Franchisenehmer unter derselben Marke auf. Das ist gut für den Franchisegeber, in Sachen Personalführung stiehlt er sich aber aus der Verantwortung.

Das kritisiert Unia-Gewerkschafterin Nathalie Imboden. Für sie ist klar, dass die Geber die Verantwortung delegieren und fette Gewinne kassieren: «Das Risiko wird dem Franchisenehmer übertragen. Der kann meistens das Sortiment, die Mietkosten und so weiter nicht beeinflussen. Der einzige Bereich, der ihm Einsparungen ermöglicht, sind die Löhne und Arbeitsbedingungen. Es geht also auf Kosten des Personals.»

Was bedeutet das also für den Franchisegeber?

VorteileNachteile
Er gibt die Verantwortung an
den Nehmer ab.
Aufwändige
Kontrolle des Franchisenehmers.
Der Aufwand für eine eigene Filiale fällt weg.Ein Teil der Erträge fällt weg.
Das wirtschaftliche Risiko ist kleiner.Schlechtes Image des
Franchisenehmers kann auf sich auch auf das Image des Gebers auswirken.
Kann Geld verdienen mit Serviceleistungen, Trainings etc.
Profitiert von Einkaufsvorteilen (Mengenrabatt).
Kann schnell und einfach expandieren.

Und für den Franchisenehmer?

Vorteile
Nachteile
Schneller und einfacher
Markteintritt möglich.
Muss einen Teil seines Umsatzes
abgeben.
Kann ein erprobtes Geschäftskonzept
und fertig konzipierte Leistungen übernehmen.
Unternehmerische Freiheit ist
eingeschränkt. Kaum Einfluss auf Konzeption.
Profitiert von besseren
Konditionen bei Einkäufen, Werbemassnahmen etc.
Relativ grosse Abhängigkeit vom
Geber (Preise, Warenlieferungen, Sortiment etc.).

Muss Haftung für fremde
Angebote übernehmen.

Und für die Arbeitnehmer?

Vorteile
Nachteile
Klare Schulung des Franchisegebers, einheitliche Konzepte.
Einsparungen
erfolgen oft auf Kosten des Personals.

Es gibt keine gesetzliche
Regelung von Franchise-Arbeitsverträgen.

Im «Kassensturz»:

Im «Kassensturz»:

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Thomas Rohner  (Thomas Rohner)
    Sehr geehrte Damen und Herren
    Ihr Bericht ist sehr interessant.
    Könnte mir bitte jemand folgende
    Frage beantworten:
    Kann der Franchisinggeber einseitig verlangen, dass der Franchisingnehmer die gesamten Inkassokosten bei Insolvenz seiner Kunden übernehmen muss, wenn dies nicht explizit im „Arbeitsvertrag“ steht?
    In casu verlangt dies mein „Arbeitgeber“ sowie verlangt er, dass ich Geld mit ihm abrechne, welches ich nicht erhalten habe, um Abgaben zu kassieren.
    Freundliche Grüsse
    Thomas
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