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Soja-Rahm mit 1 Prozent Soja und 29 Prozent Palmöl
Aus Kassensturz vom 02.03.2021.
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Etikettenschwindel 2021 Soja-Rahmersatz mit 1 Prozent Soja und 29 Prozent Palmöl

Der erste Etikettenschwindel-Kandidat im Jahr 2021: Soja-Rahmersatz, der kaum Soja enthält, dafür eine gehörige Portion Palmöl.

Das vegane Rahmersatzprodukt bzw. «Rahmanalog» «V-Love Soja Cuisine» von Migros ist auf der Vorderseite gross mit «Soja» beschriftet. Inklusive einer Abbildung der Sojabohnen. Das Kleingedruckte auf der Verpackungsrückseite bringt ans Licht: Im Rahmersatz steckt gerade mal ein winziges Prozent Soja(-mehl), dafür mit 29 Prozent eine gehörige Portion Palmöl und Palmkernöl. Die jungen «Kassensturz»-Zuschauer Linda M. und Nico F. fühlen sich getäuscht.

Kantonschemiker überwachen Produktangaben

Für die Kontrolle der Korrektheit von Angaben auf Lebensmittelverpackungen sind die Kantonschemikerinnen und Kantonschemiker zuständig. Auf Anfrage von «Kassensturz» schreibt der Zürcher Kantonschemiker Martin Brunner: «Wenn Soja enthalten ist, darf Soja grundsätzlich ausgelobt werden. Der Konsument darf jedoch durch die Aufmachung nicht über die tatsächliche Zusammensetzung des Produktes getäuscht werden (Art. 18 LMG, Art. 12 LGV).

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Auch 2021 suchen wir wieder Produkte, die nicht halten, was ihre Verpackung verspricht. Haben Sie einen Kandidaten entdeckt? Dann schreiben Sie uns!

Alles über die aktuellen Kandidaten und die Etikettenschwindel der vergangenen Jahre finden Sie hier.

Wenn die Aufmachung eines Produktes eine andere Zusammensetzung suggeriert und beim Konsumenten falsche Vorstellungen über die Zusammensetzung erweckt, ist dies täuschend – unter Umständen auch dann, wenn die korrekten Informationen an einer anderen Stelle auf der Verpackung verfügbar sind.»

Migros streicht Palmöl aus Rezeptur

Dass die Aufmachung des Produktes eine andere Zusammensetzung suggeriert und beim Konsumenten falsche Vorstellungen über die Zusammensetzung erwecken kann, hat wohl auch die Migros eingesehen. Auf Anfrage von «Kassensturz» schreibt der Grossverteiler: «Das von Ihnen erwähnte Feedback zu «Soja Cuisine» ist nicht das erste dieser Art, das wir zu diesem Produkt erhalten haben. Aus diesem Grund haben wir entschieden, Rezeptur, Design und Verpackung zu überarbeiten und in neuer Form in die Regale zu bringen.» Dabei soll auch das Palmöl «vollständig aus dem Produkt entfernt werden», dies sei ein klarer Kundenwunsch. Diese Überarbeitung ist laut Mediensprecherin Cristina Maurer Fink seit September 2021 abgeschlossen. Der Sojarahm-Ersatz «V-Love Soja Cuisine» wird jetzt ohne Palmöl hergestellt.

Ergänzung:

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Fromarte, der Dachverband der Schweizer Käsespezialisten präzisiert die von «Kassensturz» gemachte Bezeichnung «Soja-Rahm»:

Gemäss dem Schweizerischen Lebensmittelrecht ist die Bezeichnung «Rahm» Produkten vorbehalten, die aus Milch hergestellt werden. Die Anforderungen an Rahm sind in der Verordnung über Lebensmittel tierischer Herkunft (VLtH) klar umschrieben. Beispielsweise dürfen höchstens 30 % milchfremde Bestandteile enthalten sein, um noch als «Rahm» bezeichnet werden zu dürfen. Die Bezeichnung des betreffenden rein pflanzlichen Produkts als «Soja-Rahm» ist unzutreffend. Es handelt sich um ein Rahmersatzprodukt bzw. Rahmanalog.»

Kassensturz, 02.03.2021, 21:05 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Franziska Landolt-Hari  (Freude-herrscht)
    Ich hatte schon ziemlich kontroverse Diskussionen mit Veganer/Innen. Sie verzichten generell auf alles tierische. Veganern ist wohl kaum bewusst, dass keine einzige Pflanze auf der Welt gedeihen kann, ohne Millionen von kleinen Tierchen im Boden. In 0,3m² Erde leben rund ,5 Billionen Mikroorganismen, ohne die, die Pflanzen nicht lebensfähig wären. Auch Schuhe aus Leder werden nicht getragen. Solche aus Plastik(Erdöl) werden bevorzugt. Traurig.
    Besser gar keine Schuhe tragen.
    1. Antwort von Michi Trachsel  (Norbert)
      Ehm. Man isst nicht die Tierchen, wenn man die Pflanzen ist. Mikroorganismen mit Nutztierhaltung zu vergleichen ist so was von falsch. Die Mikroorganismen werden nicht gezüchtet, gehalten oder ausgenutzt.
      Lieber Schuhe aus recycletem Plastik, der eh schon benutzt wurde, als aus der Haut eines Tieres.
    2. Antwort von Thrum Amstalden  (Thrumugnyr)
      Meh, das ist für mich alles unsinnige Haarspalterei. Im Veganismus geht es darum Leid zu vermeiden, wo möglich. Das das nicht zu 100% möglich ist, ist kein 'gotcha' Moment, sondern so ziemlich jedem klar. Mir ist dagegen nicht klar, wieso die Existenz von Mikroorganismen ein Grund sein soll, Kühe zu misshandeln...?
      Leder ist übrigens in keinster Weise besser in der Produktion als Plastik, sondern ein mit zig Chemikalien dauerhaft haltbar (!) gemachtes Stück Haut.
    3. Antwort von Peter Schneuwly  (pschneuwly)
      Beim Veganismus geht es um die Verminderung von Tierleid. Dass beim Anbau von pflanzlichen Produkten Insekten etc. zu Schaden kommen ist durchaus wahr. Fakt ist allerdings auch, dass dies beim verzehr tierischer Produkte 10-fach passiert, da Tiere ja ebenfalls ernährt werden müssen (durch Pflanzen).
      Es gibt ausserdem super pflanzliche Lederalternativen!
  • Kommentar von Moritz Grob  (Mogro)
    Das die wirklichen Inhalte einiger Produkte nur durch das lesen des Etiketts erkennbar werden ist leider schon längst bekannt. Wer sich für Ernährung oder Nachhaltigkeit interessiert schaut schon längst darauf.
  • Kommentar von Lukas Leuenberger  (Attila)
    Liebes SRF, wir sind im 2022 angelangt... Es guets Neus!
    1. Antwort von Redaktion «Kassensturz» (SRF)
      @Lukas Leuenberger: Grüezi Herr Leuenberger. Das stimmt, auch Ihnen ein gutes Neues Jahr! Aber den Etikettenschwindel des Jahres können wir jetzt noch nicht bestimmen. Also nehmen wir 2021 und die Kandidaten, die das Publikum während dieser Zeit eingeschickt hat.