«Stylelux.ch»: Die Abzocke geht weiter

Der dänische Onlineshop ist auch in der Schweiz wieder aktiv: Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erhält zurzeit vermehrt Meldungen, dass Betroffene Waren erhalten haben, die sie nicht bestellt haben. Zudem werden Gebühren verrechnet, die bei der Bestellung nicht erwähnt werden.

Guido Sutter, Leiter Recht beim Seco, beschäftigt sich schon länger mit dem dänischen Onlineshop «Stylelux». Er warnt: «Finger weg – und ja nichts bestellen!». Die Internetseite war dieses Jahr für einige Zeit gesperrt. Man habe gehofft, damit sei der Shop aus der Schweiz verschwunden, sagt Guido Sutter. Doch die Hoffnung sei vergeblich gewesen.

Es sind nach wie vor dieselben Punkte, mit denen «stylelux.ch» gegen schweizerisches Recht verstösst:

  • Keine Transparenz über den Bestellvorgang: Durch Surfen auf der Internetseite «stylelux.ch» oder die Eingabe von Personalien wird eine Bestellung ausgelöst. Dies verstösst gegen das Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Kunden muss klar sein, dass sie eine Bestellung auslösen. Zudem müssen sie Gelegenheit haben, eine Zusammenfassung der Bestellung einzusehen, um Korrekturen vornehmen zu können.
  • Abofalle: Unter Umständen schliessen Kunden ein Abonnement oder wiederkehrende Lieferdienste ab, ohne dass sie darauf hingewiesen werden.
  • Keine Angabe zu den effektiven Kosten: Mit der Endung «.ch» richtet sich der Shop an Schweizer Kundinnen und Kunden. Laut Verordnung über die Bekanntgabe von Preisen (PBV) muss der tatsächlich zu bezahlende Preis angegeben werden. Da die Waren aus dem Ausland geliefert werden, können zusätzliche Kosten (Mehrwertsteuer, Zollgebühren, etc.) anfallen. Entsprechende Hinweise zu diesen Kosten und ihrer Berechnung fehlen auf «stylelux.ch».

Bei offensichtlicher Täuschung können sich Kundinnen und Kunden wehren. «Espresso» hat dazu Musterbriefe verfasst, mit denen man sich gegen ungewünschte Abonnemente und unerwartete Gebühren von Stylelux.ch wehren kann (Infos im verlinkten Beitrag).

Das Seco hat diesen Frühling bei den dänischen Behörden interveniert. Ein entsprechendes Verfahren gegen die Betreiberfirma «Lux International Sales ApS» sei noch immer hängig, sagt Guido Sutter auf Anfrage dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Guido Sutter kann nicht abschätzen, wann und ob das Verfahren vor Gericht kommt.

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