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Konsum Swiss Point Sales: Abo-Ärger geht immer weiter

Es ist eine dreiste Masche, die die Firma Swiss Point Sales AG seit Jahren anwendet, um sich ungerechtfertigt zu bereichern. Sie verrechnet Abos für Magazine, die Leute nicht bestellt haben. Zahlen diese nicht, folgen Mahnungen und Betreibungs-Androhungen an der Grenze der Legalität.

Legende: Audio Swiss Point Sales: Der Abo-Ärger geht weiter abspielen. Laufzeit 04:16 Minuten.
04:16 min, aus Espresso vom 21.11.2016.

Die Abo-Masche ist immer die Gleiche. Das Telefon klingelt, jemand vom Zeitschriften-Vermarkter Swiss Media Leserservice versucht einem am anderen Ende der Leitung ein Abo für eine Zeitschrift zu verkaufen. Auch wenn man nein sagt, kann Post kommen.

Unerfreuliche Post. Zuerst erhält man eine Rechnung für ein Abonnement, das man nicht bestellt hat. Wer nicht bezahlt, erhält als nächstes Mahnungen und Betreibungsandrohungen. Espresso-Hörer melden immer wieder solche Vorfälle.

Schlaflose Nächte für Opfer

Der neuste Fall betrifft einen älteren Herrn. Er möchte anonym bleiben, deshalb nennt Espresso ihn Herr Meier. Ihn belastet die Situation: «Es geht mir nicht gut. Ich fühle mich unter Druck gesetzt und kann kaum noch schlafen.»

Es begann alles vor vier Jahren. Man wollte ihm ein Abonnement des Magazins «Auto, Motor und Sport» verkaufen. Herr Meier lehnte ab. Er erhielt aber - wie in anderen Fällen, die «Espresso» kennt - trotzdem eine Rechnung für ein Jahres-Abo. Was er damals nicht wusste: Dies war erst der Anfang. Was folgt, ist wie in einem schlechten Film.

Tonaufnahme muss ausgehändigt werden

Insgesamt vier Inkassobüros drohen Herr Meier mit einer Betreibung und einem Eintrag in einer Wirtschaftsdatenbank. Seit diesem Sommer macht ihm nun ein neues Inkassobüro, Inkassodata, Druck. Monatlich erhält Herr Meier neue Briefe. Mit jedem steigt die Forderung.

Inzwischen beträgt diese inklusive Verzugszins und Mahngebühren mehr als 600 Franken. Das angebliche Abonnement würde 210 Franken kosten. Das Inkassobüro macht dem Mann auch telefonisch Druck, er solle die Forderung endlich bezahlen.

Auch zwei eingeschriebene Briefe, in denen er die Firma bittet, damit aufzuhören, bringen nichts. Auch «Espresso» konfrontiert die Firma mit Herrn Meiers Geschichte. Auf Anfrage heisst es: «Herr Meier hat dieses Abo bestellt, es gibt sogar eine Tonaufnahme davon. Diese können wir jedoch nicht abspielen. Das geht nur vor Gericht.»

Eine faule Ausrede sagt «Espresso»-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner: «Im Recht muss eine Person, die etwas behauptet, dies auch beweisen können.» Inkassodata müsste die Aufnahme Herrn Meier oder «Espresso», das eine Vollmacht hat, herausgeben.

Inkassodata will die Tonaufnahme trotzdem nicht aushändigen. Im Gegenteil: Ein Mitarbeiter am Telefon versucht gar die «Espresso»-Reporterin dazu zu überreden, mit Herrn Meier zu sprechen und ihn zu einer Zahlung zu motivieren. Offiziell wollte die Firma dann aber doch keine Stellung zum Fall nehmen. Die Firma Swiss Point Sales war gar nicht einmal zu erreichen.

Neue Masche mit Olivenöl

Mit seiner Geschichte ist Herr Meier nicht alleine. Immer wieder berichten «Kassensturz» und «Espresso» von den Firmen Swiss Point Sales und Swiss Travel Point. Mit letzterer versuchen die gleichen Personen ungerechtfertigt Geld für Reisen einzutreiben.

Die neuste Masche der Swiss Point Sales AG scheint Olivenöl zu sein. Ein «Espresso»-Hörer meldete, er habe eine Rechnung für Olivenöl erhalten, jedoch keines bestellt. Betrachtet man die Internetseite genauer, von welcher er bestellt haben soll, entdeckt man Swiss Point Sales als Verkäufer.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Irene Klein (Aktivkreativ)
    Auch unserem Sohn geht es so eben ein Scheiben vom InkassoDataAG, Baar erhalten, nie ein Abo bestellt oder erhalten. Er wohnt auch nicht mehr an der Adresse und da die Post ja umgemeldet ist hätten ja auch Mahnungen kommen müssen. Jetzt kommt das Schreiben Gerichtliches Verfahren uneingeschrieben in der Höhe von Fr. 698.80. Soll man da einfach nichts unternehmen oder wie geht man da vor.
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  • Kommentar von Isabelle Meier (isa_meier)
    Mir geht es gleich. Seit mehreren Jahren bekomme ich solche Briefe und Telefonanrufe. Auf Empfehlung von Freunden welche Jura studieren, habe ich seit ca. einem Jahr nichts mehr dagegen vorgenommen. Trotzdem will ich dem irgendwie ein Ende setzen.. nur wie? Ausserdem erhalte ich die Zeitschrift regelmässig und dies macht mich nur unsicherer.. so unprofessionell scheinen diese Magazine nicht - ist es also wirklich nur heisses Gerede?
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  • Kommentar von Sybille Bürgy (SillyBee)
    Mir geht es ähnlich wie Herrn Meier. Seit 2013 werde ich nun bereits vom dritten Inkassobüro (Inkassolution, IMS Inkasso und nun Inkassodata) mit Zahlungsaufforderungen und gerichtlichen Verfahren bedroht. Die Grundforderungen variieren jeweils. Die Inkassodata scheint ziemlich hartnäckig zu sein, die Drohungen gehen trotz meiner Antwort per Einschreiben weiter. Ich frage mich nur, wieso die Firma SwissPoint Sales auch nach so vielen Jahren nicht zur Rechenschaft gezogen wird.
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