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T-Shirts im Qualitätstest: Teure Leibchen sind nicht besser
Aus Kassensturz vom 23.05.2017.
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Kassensturz-Tests T-Shirts im Qualitätstest: Teure Leibchen sind nicht besser

Schwarze Baumwoll-T-Shirts bleichen beim Waschen und in der Sonne besonders schnell aus. «Kassensturz» macht den Farb- und Fusseltest und sagt, welche Herren-T-Shirts auch nach dem Waschen in Form bleiben und zudem nicht viel kosten.

Zwölf Herren-T-Shirts haben «Kassensturz» und die Konsumentenzeitschrift «Saldo» im spezialisierten Textil-Labor Testex prüfen lassen. Die Leibchen wurden in insgesamt zehn Kriterien getestet. Beim Scheuertest etwa zeigen 7000 Scheuertouren, wie strapazierfähig die Baumwoll-Shirts sind. Bilden sich Fusseln oder Knötchen, deutet dies auf mindere Qualität hin. Sieben Leibchen schnitten bei diesem Abnützungstest ungenügend oder gar schlecht ab. Sie verloren überdurchschnittlich viele Baumwollfasern.

Erstaunlich: Keine grossen Qualitätsunterschiede

Zwar fusseln die einen beim Waschen ein wenig mehr aus als andere. Dafür färben letztere dann vielleicht etwas mehr ab. «Da kann es durchaus passieren, dass Sie die Farbe Ihres T-Shirts am Sofa oder auf dem Autositz wieder finden», sagt Ralph Sontheim, Leiter Textilprüfung bei Testex. Insgesamt zeigt der Test: Die Qualität unterscheidet sich nicht sehr stark. Das beste T-Shirt erhält Note 5,1, das schlechteste 4,0.

Preis-Leistungs-Sieger ist das Prix-Garantie-T-Shirt von Coop für 4.50 Franken. Mit Note 4,6 erhält es die Gesamtwertung «genügend», liegt aber vom Resultat nur unwesentlich hinter den beiden einzigen als «gut» taxierten Shirts «First 1 Choice» von Schild und dem Modell «Bowie», gekauft bei WE. Diese beiden T-Shirts sind allerdings viermal so teuer wie das Leibchen von Coop.

Mit Gesamtnote 4,0 landet das Shirt Gentlemen’s Cut von Warren & Parker aus dem Globus auf dem letzten Platz. Globus schreibt dazu: «Wir werden aufgrund des schwachen Testresultats mit dem Lieferanten in Kontakt treten und Verbesserungen anstreben.»

Generelle Schwäche: Schwarze Shirts bleichen schnell aus

Im sogenannten Lichtechtheits-Test simulierte das Labor die Einwirkung der Sonne mittels Dauerbelichtung mit UV-Strahlen. «Die Ergebnisse sind relativ unbefriedigend», kritisiert Ralph Sontheim. Konkret: Die Hälfte der Shirts schnitt in diesem Kriterium knapp «genügend» ab, die andere Hälfte gar «ungenügend».

Das heisst: Wer mit dem Shirt oft in der Sonne ist, muss nach zwei, drei Monaten mit einer Verfärbung in Grau- und Brauntöne rechnen. Zudem bleichen viele der Leibchen auch durch Schweiss schnell aus. «Vom ursprünglichen Schwarzton bleibt eigentlich nicht mehr viel übrig», so Sontheim. Diese Schwächen zeigten ausnahmslos alle Shirts, also auch die teureren.

Fazit: Der Preis eines T-Shirts hat nicht unbedingt mit der Qualität zu tun. Konsumenten können den Kaufentscheid deshalb getrost vom Design, dem Preis oder dem guten Gewissen abhängig machen. Sechs der zwölf getesteten T-Shirts sind mit Bio-Baumwolle produziert: Bowie (WE), First 1 Choice (Schild), John Adams (Migros), Naturaline (Coop), C&A sowie Maddison (Manor).

Testtabelle

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Hier geht's zu den detaillierten Testresultaten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Grab  (Wilu)
    Löcher in der Bauchregion von T-Shirts: Diese Löcher können nicht vom Waschen oder von der schlechten Qualität stammen, sie wären sonst über die ganzen T-Shirts verteilt. Sie stammen eindeutig von Gurtschnallen oder Reissverschlüssen am Hosenlatz ab: wenn man mit Gurt über eine Fläche rutscht (Tisch, Küchenplatte etc.) wird der Baumwollstoff punktuel verschnitten.
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  • Kommentar von H. Wach  (H. Wach)
    Liebes SRF: Aus einer SRF-Radiosendung über Konsumverhalten der „Teenager“ entnommen. Mutter: Ich sagte meinem Sohn, dass 5 T-Shirts ohne Aufschrift genügen. Sohn: Ich brauche 15 T-Shirts mit Aufschrift zu den verschiedenen Anlässen. Mutter: Mein trägt ein konventionelles Hemd ca. 2 Jahre bis es kaputt ist! Um solche Themen (s. mein Kommentar „Sneakers“ v. 26.5.2017) sollte sich Kassensturz kümmern. 1 kg Baumwolle braucht bis zur Ernte 10‘000 l Wasser! Produktionskosten f. 1 T-Shirt ca. 2-3 Fr.!
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    1. Antwort von H. Wach  (H. Wach)
      Korrektur: Mein Mann trägt....
  • Kommentar von agios ekptosis  (ekptosis)
    Liebes SRF, wenigstens in einem Nebensatz hätte man/frau ja noch erwähnen können, dass beim Kleiderkauf auch ethische Kriterien eine Rolle spielen dürfen und welche das sind. Etwa dort, wo Sie schreiben, man könne statt auf Qualität nun auf Preis, Design oder das schlechte Gewissen schauen. Wieso nicht darauf schauen, ob im Herkunftsland beispielsweise TextilarbeiterInnen gewisse Rechte haben oder nicht? Ob Kinder eingesetzt werden? Ob Fabriken einstürzen? Wie die Abfälle entsorgt werden? etc.
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