Tamina Therme erfindet neue Feiertage und der Preis steigt

Vereinzelt gibt es in Thermalbädern Zuschläge auf den Eintrittspreis an Sonn- und Feiertagen. Dass aber die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr kurzerhand als Feiertage taxiert werden, das kommt nur in den Tamina Thermen Bad Ragaz vor. Ein erstaunliches Preissystem steckt dahinter.

Ein Hörer des Konsumentenmagazins «Espresso» von Radio SRF 1 wollte am 27. Dezember des letzten Jahres – ein gewöhnlicher Dienstag – ins Thermalbad von Bad Ragaz gehen. An der Kasse der Tamina Therme wurde er darauf aufmerksam gemacht, dass der Eintritt sieben Franken mehr koste, da die Tage zwischen Weihnachten und Silvester als Feiertage gelten würden.

Verdutzt fragt sich der Hörer: «Für uns ist diese Woche zwischen Weihnachten und Neujahr eine normale Woche und hat nichts mit Feiertagen zu tun. Das Personal bekommt ja an diesen Tagen auch keinen Zuschlag.» Besucherunfreundlich und eine reine Abzocke sei das.

Die grossen Thermalbäder kennen überhaupt keine Zuschläge

Tatsächlich sind in allen Kantonen der Schweiz die vier Tage zwischen Stefanstag und Silvester normale Werktage, sofern sie nicht auf das Wochenende fallen.

Eine «Espresso»-Umfrage bei grösseren Thermalbädern der Schweiz zeigt: Mit Ausnahme von Zurzach werden nirgends Zuschläge erhoben, weder an Wochenenden noch an Feiertagen. Zurzach verlangt an Sonn- und Feiertagen einen Zuschlag von fünf Franken auf den regulären Eintrittspreis.

Die Medienstelle schreibt uns auf Anfrage: «Da wir vor allem an den Wochenenden massiv höhere Frequenzen haben, entstehen dadurch markant höhere Personalkosten (Doppelschichten an der Réception und bei den Bademeistern).» Das Thermalbad Zurzach hält sich dabei jedoch an die offiziellen Feiertage.

«Keine Zuschläge, sondern differenziertes Preissystem»

Warum also erlauben sich die Verantwortlichen des Thermalbads von Bad Ragaz, die Tage zwischen Weihnachten und Silvester wie Feiertage zu behandeln? Sieben Franken mehr pro Eintritt ist ein happiger Aufschlag.Der Geschäftsführer der Tamina Thermen, Daniel Grünenfelder, begründet diese Preispolitik so: «Wir verfügen über ein elastisches und differenziertes Preissystem.»

Man wisse in etwa, zu welchen Zeiten mehr Besucher zu erwarten sind, und an diesen Tagen würden die Preise erhöht: «Wir haben dann mehr Aufwand, mehr Reinigungs-und Unterhaltskosten.» Um das Unternehmen zu tragen und in die Zukunft zu führen, müssten sie Einnahmen generieren. Und im Übrigen werde dieses Preissystem dem Kunden gegenüber transparent kommuniziert und jeder Gast könne selber entscheiden.

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