Pesto im Glas fehlt die Frische

Basilikum-Pesto sollte frisch und aromatisch schmecken. Doch sieben von zehn Basilikum-Pesti im «Kassensturz»-Test erhalten eine ungenügende Note. Konsumenten können sich nicht darauf verlassen, dass die Hersteller für Pesto auch die Originalzutaten verwenden.

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Ein frisches Pesto schlägt Alles

7:03 min, aus Kassensturz vom 15.5.2012

Basilikum, Knoblauch, Pinienkerne, Käse, Salz und Olivenöl – die Zutatenliste für ein echtes, italienisches Basilikum-Pesto ist nicht kompliziert. Mit ihren Fertig-Pesti scheitert Industrie meist daran, daraus eine schmackhafte Sauce zuzubereiten. Das zeigt die «Kassensturz»-Degustation.

Von zehn getesteten Basilikum-Pesti fällt ausgerechnet Marktführer Barilla, der bei fast allen Detailhändlern vertreten ist, am stärksten ab. Die Tester kritisierten beim «Barilla Pesto alla Genovese» das Aroma als leicht gemüsig, käsig und ranzig und straften es mit der schlechten Note 2,4 ab.

Kaum besser ist das Pesto der Konkurrenz von Unilever: «Bertolli Pesto Verde» macht nur Note 2,8. Beide Hersteller betonen, ihr Pesto entspreche den Kundenerwartungen.

Cashew-Nüsse statt Pinien-Kernen

Auffällig: Barilla und Bertolli verwenden nicht die Original-Zutaten für ein Basilikum-Pesto. Statt Olivenöl kommt hauptsächlich Sonnenblumenöl zum Einsatz. Das gilt auch für das Pesto von Saclà. Statt Pinienkernen kommen hauptsächlich Cashew-Nüsse zum Einsatz.

Auf Nachfrage von «Kassensturz» argumentieren die Hersteller, das Produkt werde so stabiler über die lange Haltbarkeitsfrist von mehreren Jahren hinweg. Zudem

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Tipps für hausgemachtes Pesto

Wie die Pesto-Sauce zu Hause am besten selbst gemacht wir, lesen sie in Tipps für hausgemachtes Pesto.

seien Pinienkerne schlicht zu teuer, um ein bezahlbares Pesto machen zu können.

Konsumenten sind der Verwässerung der Rezepte ausgeliefert. Nur der Begriff «Pesto Genovese» ist geschützt und Garantie für authentische Zutaten. Schon ein «Pesto ALLA Genovese» oder ein «Pesto Verde» aber, kann alles Mögliche sein und muss weder Olivenöl noch Pinienkerne enthalten. Eine Wortklauberei, die Konsumenten täuscht. Die Resultate im Detail

Ungenügende Noten im Test gibt es aber auch für die teuersten Pesti im Test: Migros Sélection (3,5) und Coop Fine Food (3,6), die zwar aus Originalzutaten bestehen, geschmacklich aber nicht überzeugen. Auch das Bio-Pesto aus dem Coop fällt im Test mit Note 3,4 durch. Dieses Pesto ist das einzige vegane Produkt im Test, da es keine Käse enthält.

Das wichtigste Kriterium für ein gutes Pesto ist die Frische – die gekühlten Pesti aus dem Beutel sind die Testsieger: «Anna’s Best Pesto Basilico» von der Migros und «Betty Bossi Pesto alla Genovese» vomn Coop erhalten beide die Note 4,6.

So wurde getestet

Fünf Tester verkosteten alle Produkte blind und bei Zimmertemperatur. Sie bekamen alle Pesti gleichzeitig, jedes einzeln in ein nummeriertes Becherchen abgefüllt. Sie bewerteten die Basilikum-Pesti nach Geschmack, Geruch und Aroma, Aussehen, Konsistenz und Nachgeschmack. Sie vergaben für jedes Pesto Schulnoten zwischen eins und sechs. Die Tester:

  • Cemal Cattaneo, Delikatessen-Hersteller Ppura
  • Gaby Labhart, Gastro-Journalistin
  • Franco Barabino, Ligurien-Verein Schweiz
  • Carlo Bernasconi, Koch Restaurant Cucina e Libri
  • Beat Urech, Pestoproduzent Chratte Chuchi

Die Tester verkosteten alle Produkte bei Zimmertemperatur. Trotzdem bemerkten sie den Unterschied zwischen den Pesti aus dem Kühlregal, die frischer schmeckten und den ungekühlten Produkten aus dem Glas.

Dafür hat Pesto-Produzent und Degustator Beat Urech eine Erklärung: «Wenn das Pesto-Gläsli im ungekühlten Bereich im Regal steht, ist es ganz klar pasteurisiert. Sonst wäre es nicht haltbar zu machen. Und pasteurisierter Pesto hat gegenüber dem frischen aus dem Kühlregal immer einen Geschmacksverlust.»

Nur eines der acht ungekühlten Pesti im Glas schneidet im Test genügend ab: Das «Pesto alla Genovese» von Saclà. Die Tester lobten den ausgewogenen Geschmack.