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Fertigpizzen im Test Degustation Fertigpizzen: Drei Produkte fallen durch

Eine «Kassensturz»-Jury degustiert 11 Pizzen aus dem Detailhandel: Nur eine sorgt für Gaumenfreude.

«Diese Pizza käme bei uns nicht auf den Teller», konstatiert die fünfköpfige «Kassensturz»-Jury. Die Rede ist von der Fertigpizza «Mmmh» aus dem Kühlregal von Denner.

So haben die Fertigpizzen abgeschnitten

Sie hat der Expertenrunde in der «Kassensturz»-Degustation am schlechtesten gemundet: «Der Käse ist von schlechter Qualität, quietscht zwischen den Zähnen, und ist zäh».

Pizza-Rezept vom besten Schweizer Pizzaiolo, Matteo Vandi

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Wir starten mit dem Mehl: ideal ist Weiss- oder Halbweissmehl. Wer es etwas rustikaler mag, kann auch etwas Ruchmehl verwenden. Wichtig ist, dass das Mehl mindestens 12–13 g Eiweiss pro 100 g enthält.

  • 500 g Mehl
  • 350 g Wasser
  • 4 g frische Hefe
  • 12 g Salz
  • 15 g Olivenöl


1. Erster Teigansatz
Mehl in die Knetmaschine geben. Hefe direkt ins Mehl geben. 60 % des kalten Wassers auf einmal dazugeben. Kneten, bis ein kompakter Teigball entsteht.

2. Fertigstellung des Teigs
Nach und nach das restliche Wasser (ca. 50 g) zusammen mit dem Salz hinzufügen.
Weiterkneten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht.

3. Stockgare
Den Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen.

4. Portionieren & Stückgare
Den Teig aus der Schüssel nehmen und vorsichtig portionieren, ohne die Teiglinge zu fest zu rollen.
Die Teiglinge abgedeckt bei Raumtemperatur 30–60 Minuten ruhen lassen.

5. Ausrollen & Backen
Teiglinge mit den Fingerspitzen gleichmässig bis zur gewünschten Grösse ausrollen, dabei genügend Mehl verwenden.

Teig auf ein mit Olivenöl bestrichenes Backblech legen, und Tomatensauce gleichmässig auf den Teig verteilen. Bei maximaler Ofentemperatur ca. 6 – 8 Minuten vorbacken (je nach Ofentyp anpassen).

Abkühlen lassen, mit Mozzarella (Fior di Latte) belegen und mit Olivenöl beträufeln. Anschliessend ca. 5 Minuten fertigbacken.

Denner ist vom schlechten Abschneiden ihres Produkts überrascht und schreibt Kassensturz: Die Pizza habe bei internen Degustationen sehr gut abgeschnitten. Man wolle die Rezeptur aber überprüfen.

So wurde getestet

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«Kassensturz»-Sensoriker Patrick Zbinden hat die Margheritas exakt nach den Hersteller-Anweisungen auf den Verpackungen in einem handelsüblichen Backofen aufgebacken. Die Jury hat ihre Eindrücke auf einem von «Kassensturz» entwickelten Bewertungsbogen festgehalten.

«Kassensturz» lässt sechs tiefgekühlte Fertigpizzen und 5 weitere aus dem Kühlregal der grossen Schweizer Anbieter degustieren.

Die Jury erhält immer zwei verschiedene Pizzen aufs Mal serviert und bewertet nach diesen vier Kriterien: Aussehen, Duft, Geschmack und Konsistenz. «Kassensturz» die teureren Produkte aus den jeweiligen Sortimenten des Detailhandels eingekauft. Trotzdem vermögen nicht alle Produkte zu überzeugen:

Durchgefallen ist in der Degustation auch die Tiefgekühlte von Buitoni: Diese Margherita gibt es nur gluten- und laktosefrei. Wenig überzeugt ist die Jury auch von Betty Bossi aus dem Kühlregal. «Buitoni ist zu kräuterhaltig, bei Betty Bossi stört der gummige Teig», begründet die Jury.  Zudem sei  bei beiden der Rand zu trocken und zu hart. 

Die Fachjury

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  • Martin Amstutz, SwissSkills Champion 2018, Experte bei Koch-Europameisterschaften
  • Yaëlle Brand, Junioren-Nationalköchin Culinary World Cup 2026
  • Grazia De Martino, Fermentations-Expertin
  • Taro Meier, Leiter Qualität Pizzakurier Dieci AG
  • Matteo Vandi, Bester Pizzaiolo der Schweiz» (Weltmeisterschaft 2018/2019) 

Buitoni lässt ausrichten, sie bringe diesen Frühling eine neue glutenfreie Pizza auf den Markt, «die dem Original aus der Pizzeria durch eine handwerklichere Form und eine überarbeitete Saucenrezeptur noch näherkommt». Für die Pizza von Betti Bossy werde ein neuer Pizzaboden entwickelt, schreibt Coop.

Breites Mittelfeld

Bei der Margherita von Aldi gefällt der Mozzarella vom Aussehen her, nicht aber im Geschmack. Alnatura ist der Jury zu süss und zu säuerlich. Naturaplan zu ölig und der Duft etwas künstlich. Ebenfalls im Mittelfeld: Da Emilio – die teuerste Pizza im Test – geizt mit dem Belag am Rand.

Bei Suprema von Dr. Oetker überzeugt der knusprige und luftige Rand, dafür ist die Tomatensauce zu dominant. Bei Gusto Gustavo stimmt das Verhältnis der Zutaten – der laktosefreie Käse ist der Jury aber zu gummig.

«Numero Uno» gewinnt

Nur knapp am Siegerpodest vorbei schrammt die Bio Margherita der Migros:  «Es haperte bei der Konsistenz und der Textur: Geschmacklich ist sie fast auf der Höhe der Bestplatzierten», schreibt die Jury.

Die Numero Uno von Coop heisst nicht nur so, sie gewinnt auch die Degustation mit der Note 5,2. Sie sei «sehr nahe an einer Restaurant-Pizza», weise eine «gute Balance zwischen Tomaten, Käse und Brotnoten auf», «insgesamt sehr ausgewogen», attestiert die Jury. Für Abzug  sorgten der zu dicke Rand, und die nicht ganz so knusprige Konsistenz.

Kann der Gewinner mit einer hausgemachten Pizza mithalten? «Kassensturz»macht den Test, und lässt die Jury – ohne es zunächst offenzulegen – eine Pizza Margherita von Jury-Mitglied Matteo Vandi verkosten; Vandi wurde 2018 und 2019 an der Weltmeisterschaft in Parma zum besten Pizzaiolo der Schweiz gekürt. Das Verdikt der Jury: Selber machen lohnt sich!

Zum Download

Espresso, 03.03.26, 8:10 Uhr

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