Smartphones im Test: iPhone gegen den Rest

Smartphones können weit mehr als nur telefonieren. Das iPhone hat bisher mit mehreren hunderttausend verkauften Geräten die Nase vorn. Jetzt sorgen neue Modelle wie Nexus One von Google für Konkurrenz. Eine hochkarätige Jury hat für «Kassensturz» neun Smartphones in der Praxis getestet.

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Smartphones im Test: iPhone gegen den Rest

8:43 min, aus Kassensturz vom 13.4.2010

Informatiker Visho Jesudasan vom Schweizer Fernsehen bereitete für «Kassensturz» den Test vor. Neun aktuelle Touchscreen-Geräte wichtiger Marken waren im Test. Für Visho Jesudasan ist klar: Entscheidend ist das Betriebssystem. Dieses bestimmt, wie die einzelnen Funktionen der Smartphones miteinander verknüpft sind und wie ein Nutzer durch das Menü navigieren kann. Visho Jesudasan: «Die zwei modernsten Betriebssysteme im Moment sind das iPhone OS und das Android von Google.» Die beiden seien am weitesten entwickelt, und man merke auch, wenn man ein Handy mit diesen Betriebssystemen in der Hand halte. Weil «die wirklich gemacht sind, um mit den Händen bedient zu werden», ergänzt Jesudasan.

Umständliche Navigation

Eine hochkarätige Jury prüfte in einem Praxistest die Bedienungsfreundlichkeit der Geräte. Die Kriterien: Wie leicht und präzis lässt sich der Touchscreen bedienen? Wie handlich sind die Grundfunktionen wie Telefonieren oder SMS schreiben? Zudem: Die Übersichtlichkeit der Menüstruktur, Handhabung von Fotoapparat und Videokamera. Und: Geht das Surfen im Internet flott oder ist es mühsam? Technische Eigenschaften wie die Akkulaufzeit wurden hingegen nicht untersucht.

Mit der Gesamtnote «ungenügend» haben diese Smartphones abgeschnitten: Das Nokia-Modell X6 erreichte die Note 3,5. Nur schon ein SMS zu schreiben, fiel den Testern schwer. Songs verwalten oder Filme anschauen war mit dem Nokia-Betriebssystem mühsam. Knapp besser mit der Note 3,6: das Samsung i8000 Omnia II. Hier fiel den Testern die umständliche Menünavigation auf. Video-Streaming aus dem Internet klappte im Test nur unzuverlässig. Ebenfalls Note 3,6 für das zweite Nokia-Gerät im Test, das N900. Das Gerät ist mit einer ausklappbaren Tastatur und Linux-Betriebssystem für Computercracks gut ausgerüstet, doch mangelhaft in der Bedienerfreundlichkeit.

Orientierung am iPhone

Diese Geräte schneiden im «Kassensturz»-Test mit «gut» ab: Das Google Nexus One mit der Note 4,9. Den Testern gefiel der hochauflösende Bildschirm und das gute Zusammenspiel der einzelnen Funktionen. Das HTC HD2 erreicht Note 5,0. Das Gerät mit dem grössten Bildschirm im Test überzeugte bei allen Kriterien. Testsieger mit der Note 5,4 ist das iPhone von Apple. Werner Baumhakl, Professor für Industrial Design an der Fachhochschule Nordwestschweiz: «Bisher orientieren sich alle anderen an dem, was iPhone eingeführt hat: an der Bedienfunktion, am Scrollen, am Vergrössern.» Er sei gespannt, ob es mal ein Gerät gebe, das besser ist als das iPhone.