Chips: Knabbern mit gutem Gewissen

Die Pommes-Chips-Produktion in der Schweiz läuft auf Hochtouren, denn die Europameisterschaft steht kurz vor dem Anpfiff. Rechtzeitig zu Spielbeginn will «Kassensturz» wissen, mit welchen Chips die Fans vor dem Fernseher eine schlechte Figur machen und testete 13 verschiedene Chips.

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Chips im Test: Knabbern mit gutem Gewissen

8:33 min, aus Kassensturz vom 3.6.2008

22'000 Tonnen Kartoffeln verarbeitet Zweifel, der grösste Schweizer Chips-Produzent, im Jahr: In 1,2 Millimeter dünne Scheibchen geschnitten, kommen sie ins Ölbad. Bei 150 bis 160 Grad werden sie frittiert und verlassen die riesige Friteuse als fertige Chips. Jedes zweite Chips, das wir in der Schweiz knabbern, ist ein Paprika-Chips.

Aber jedes Knabbern ist eine Sünde für unsere Hüften. Als Geschmacksträger enthalten die Pommes-Chips viel Fett – sie sind alles andere als ein leichter Snack. «Kassensturz» testete den Fettgehalt von 13 verschiedenen Paprika-Chips.

Die Kriterien: Wieviel Fett enthalten die Chips? Wie gesund ist die Zusammensetzung der Fettsäuren? Und: Wieviele der schädlichen Transfettsäuren enthalten die Produkte?

«Sehr gut» in allen Kriterien sind die leichtesten Chips im Test: Terra Chips von der Migros mit 19 Prozent Fettgehalt. «Sehr gut» schneiden auch die anderen fettreduzierten Chips ab: Cractiv Chips von Zweifel und Léger Chips von der Migros. Alle drei haben ein günstiges Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren.

Fett wird weggespült

Produktionsdirektor Pietro Realini erklärt, wie Zweifel fettreduzierte Chips herstellt: «Nach dem Frittieren schickt man sie durch eine Kammer, in der mit überhitztem Dampf das Fett von der Oberfläche wegspült wird.» Darum hätten Cractiv Chips etwa einen Drittel weniger Öl als normale Chips, sagt Realini.

Der Fettgehalt hängt nicht nur von der Produktionsweise ab. Auch der Stärkegehalt der Kartoffeln und die Schnittdicke spielen eine Rolle: Je dünner, desto mehr Fett nehmen die Chips auf. Gesättigte Fettsäuren erhöhen das sogenannte schädliche Cholesterin und sollten höchstens einen Drittel des Fettkonsums ausmachen. Alle Chips, die gut abschneiden, unterschreiten diesen Wert deutlich.

«Gut» für M-BudgetTestergebnis «gut»: die Original Chips von Zweifel. Sie enthalten nur 7 Prozent gesättigte Fettsäuren und haben mit 27 Prozent den tiefsten Fettgehalt unter den normalen Chips. «Gut» auch M-Budget: Die günstigsten im Test haben einen tiefen Fettgehalt und eine sehr gute Fettverteilung. Gleich «gut» schneiden die teuersten im Test ab, die Bio-Chips von Coop. Und auch die Studio Chips von Aldi.

Nur ein knappes «gut» erreichen die Paprika-Chips von der Migros. Sie haben einen tiefen Anteil an gesättigten Fettsäuren, aber mit 36 Prozent den höchsten Fettanteil im Test – deutlich mehr als deklariert.

2000 Tonnen Öl verbraucht die Chips-Herstellung bei Zweifel jedes Jahr. Mehrmals täglich entnehmen Mitarbeiter Ölproben aus der Friteuse für die Laboranalyse. Das Öl muss hitzebeständig sein. Die Fettstoffe dürfen bei den hohen Frittier-Temperaturen nicht zerfallen.

Ungesundes ÖlgemischNicht alle Öle, die diese Kriterien erfüllen, sind gleichermassen gesund. Peter Ballmer von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung: «Chips, die mit einem High-Oleic-Sonnenblumenöl hergestellt wurden – das ist eine spezielle Form des Sonnenblumenöls, das sehr reich an einfachen ungesättigten Fettsäuren ist – sind als günstig anzusehen.» Im Gegensatz zu den mit Palmöl produzierten Chips, die einen reichen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthalten würden, ergänzt Ballmer.

Nur «genügend» schneiden die Pringles ab. Die Snacks aus Kartoffel-Flocken werden in einem Ölgemisch frittiert, das fast einen Drittel ungesunde gesättigte Fettsäuren hinterlässt. Ebenfalls «genügend»: Chio Red Paprika – ein höherer Anteil gesättigter Fettsäuren, aber etwas weniger Fett als Pringles.

Gesättigte FettsäurenNur knapp «genügend» sind Prix Garantie Chips von Coop, Riffel Chips von Spar und Paprika Chips von Denner. Sie alle wurden in Palmöl frittiert und enthalten rund sechsmal soviel gesättigte Fettsäuren wie die besten Chips im Test.

Coop, Denner und Chio schreiben dem «Kassensturz», dass ihre Produkte, die nur «genügend» abgeschnitten haben, seit diesem Monat mit dem gesünderen High-Oleic-Sonnenblumenöl hergestellt würden: «Das von der Redaktion geprüfte Muster stammt noch aus alter Produktion.» Und Spar sagt, man setze auf das Palmöl, da es am geschmacksneutralsten sei und den Eigengeschmack der Kartoffel am besten zur Geltung bringe.

Erfreulich sind die Testresultate beim Transfettgehalt: Keines der getesteten Chips überschreitet die empfohlene Maximalmenge von einem Prozent im Fettanteil.