Enthaaren mit Wachs: Diese Produkte lassen Haare

«Kassensturz» hat Enthaarungswachs getestet. Alle Kaltwachsstreifen erzielten im Test gute Ergebnisse. Die Warmwachsprodukte hingegen liessen einige Haare zurück.

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Haarentfernung mit Wachs: Diese Produkte lassen im Test Haare

7:47 min, aus Kassensturz vom 16.4.2013

Der Sommer naht, die Temperaturen steigen. Mann und Frau zeigen wieder mehr Haut und Bein. Viele greifen deshalb wieder zu Enthaarungswachs. Doch welcher Wachs entfernt die Haare am gründlichsten? Und ist Wachs besser als ein Epilierer? «Kassensturz» ist zusammen mit «Saldo» diesen Fragen nachgegangen und hat verschiedene Wachse im Labor testen lassen.

Warmwachs kompliziert anzuwenden

Am schlechtesten schnitt das Orientalische Warmwachs aus dem Tiegel von Veet (15.90 Franken) ab. Das Produkt erhielt die genügende Note 4,2. Der Grund: An den Beinen der Probandinnen – wie viele Neu-Anwenderinnen wenig geübt im Umgang mit Warmwachs – blieben einige Haare und Wurzeln zurück. Das Enthaarungsergebnis: «ungenügend».

Miljana Ubiparipovic von Reckitt Benckiser, dem Hersteller von Veet, erklärt: «Im Vergleich zu Kaltwachsstreifen ist Warmwachs komplizierter anzuwenden, bietet aber die besten Resultate, welche bis zu einem Monat halten.» Solche langanhaltende Resultate sind allerdings nach den ersten Anwendungen unrealistisch (siehe Kästchen: 6 Wochen glatte Beine?).

Wachsen wie die Profis?

Um die Anwendung von Warmwachs zu vereinfachen, habe man das Easy Wax Roll-on-System lanciert. Wachstemperatur und -menge seien mit diesem elektrischen Warmwachsgerät stets perfekt, so Ubiparipovic. Doch auch dieses Produkt von Veet ereichte im Test mit der Note 4,6 nur ein «genügend».

Obwohl es «professionelle Wachs-Enthaarung in nur wenigen Schritten» verspricht. Doch Profis üben lange, bis sie den Umgang mit Warmwachs richtig im Griff haben. Schülerinnen und Schüler, die sich auf auf die Prüfung für das eidgenössische Fähigkeitszeugnis EFZ als Kosmetikerin vorbereiten, trainieren während der dreijährigen Ausbildung immer wieder dieselben wichtigen Handgriffe.

Das ideale Vorgehen

  • Hände desinfizieren, denn die vom Enthaaren gereizte Haut ist anfällig für Infektionen.
  • Haut und Härchen mit einer Lotion entfetten, damit die Härchen am Wachs haften.
  • Längere Haare auf ca. 1,5 mm trimmen.
  • Den Wachsstreifen gut in Haarwuchs-Richtung festdrücken und dabei die Haut spannen.
  • Bei gespannter Haut mit einem Ruck, nah an der Haut, gegen die Haarwuchs-Richtung, den Streifen samt den Härchen wegreissen.
  • Zur Linderung des Schmerzreizes die Hand kurz auf die Stelle legen.
  • Wachsreste mit Babyöl oder den der Packung beigelegten Tüchern entfernen.
  • Eine beruhigende, unparfümierte Lotion auftragen und Sonne meiden.

Kaltwachsstreifen schliessen «gut» ab

Die Kaltwachsstreifen werden vor der Benutzung warmgerieben. Alle getesteten Produkte schnitten «gut» ab. Die «I am, Sensitive»-Kaltwachsstreifen aus der Migros (Fr. 9.─) erhielten ebenfalls eine gute Beurteillung. Allerdings schnitten sie in Sachen Gründlichkeit am wenigsten gut ab. Denn mit diesen Kaltwachsstreifen blieben Haare zurück.

Am gündlichsten entfernte das Schwesterprodukt ─ die «I am Kaltwachsstreifen Normal» die Haare der Probandinnen. Mit 9 Franken für 20 Streifen ist dieser Testsieger eines der beiden günstigsten Produkte der Stichprobe.

Wachsen oder epilieren?

Im Test lief ein Epiliergerät von Braun mit. Dies, um zu testen, was besser ist: wachsen oder epilieren. Je nach Vorliebe, denn beide sind vergleichbar. Der Epilierer «Silk Epil 7» von Braun ─ erhältlich für 112 Franken ─ schnitt mit derselben Gesamtnote 5,2 ab, genau wie der beste Kaltwachsstreifen.

Wenig Hautirritationen

Erfreulich: Beim Kriterium «Hautirritationen» gab es durchwegs gute Noten. Bei den Kaltwachsstreifen, den Warmwachsen und auch beim Epiliergerät. Vorübergehende Rötungen traten nur nach Verwendung von Veet Easy Wax und Veet Easy Grip für normale Haut auf. Auch für die «Handhabung» gab es nur gute Noten, wobei die Warmwachsprodukte von Veet hier leicht schlechter abschnitten als die handlichen Kaltwachsstreifen.

Und so wurde getestet:

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Sechs Wochen glatte Beine

Aber erst nach vielen Anwendungen! Wegen dem Haarzyklus sind die Körperhaare in unterschiedlichen Wachstumsphasen, in denen sie unterschiedlich schnell wachsen. Erst nach etwa einem Jahr regelmässiger Wachs-Entfernung – ohne jegliches Rasieren – kommen alle Haare in dieselbe Wachstumsphase. Erst dann wirkt die Enthaarung längerfristig.

Das Stuttgarter Ipi-Institut für Produkt-Markt-Forschung hat neun Körper-Enthaarungsmittel auf Wachsbasis, sowie zum Vergleich einen klassischen Epilierer getestet. Jedes Produkt wurde von fünfzehn normal behaarten Anwenderinnen zwischen 18 und 60 Jahren an den Unterschenkeln getestet. Diese durften die Haare an den Beinen vor dem Testtermin mindestens drei Wochen lang nicht entfernen. Eine Testleiterin beaufsichtigte den Testvorgang.

Sowohl Anwenderinnen als auch die Testleiterin beurteilten folgende Kriterien:

  • Gründlichkeit: Wie restlos entfernen die Wachsprodukte die Haare? Hier wurde kontrolliert, wie viel Haare samt Haarwurzel bei der Wachsentfernung beziehungsweise bei der elektrischen Epilation erfasst und ausgerissen werden.
  • Handhabung: Hierbei beurteilten die Anwenderinnen und die Testleiterin die Anwendungshinweise, das Erwärmen, Auftragen und Abziehen des Wachses, das Zurückbleiben eventueller Wachsreste sowie den Zeitaufwand für die Haarentfernung. Bei der elektrischen Epilation testeten sie neben Anwendungshinweisen und Zeitaufwand die Handhabung des Gerätes.
  • Hautschonung: Wie stark reizt das Entfernen der Haare die Haut? Zeigen sich nach der Anwendung spür- und sichtbare Hautirritationen wie z.B. ein Spannungsgefühl, ein Brennen auf der Haut oder starke Rötungen?