Kopfhörer im Test: Guter Klang für unterwegs

MP3, iPod oder Handy: Ohne die kleinen Ohrstöpsel läuft nichts. Es gibt sie im Handel für zehn Franken, aber auch für hundert Franken. «Kassensturz» hat die meistverkauften Kopfhörer zu den Profis ins Tonstudio geschickt. Fazit: Bei den Test-Resultaten sollten Musikfreunde die Ohren spitzen.

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Kopfhörer im Test: Guter Klang für unterwegs

6:54 min, aus Kassensturz vom 6.5.2008

«Kassensturz» und «K-Tipp» lassen im renommierten Institut Müller-BBM bei München zehn der am meisten verkauften Kopfhörer testen. Wichtigstes Testkriterium ist die Klangqualität.

Fünf Profis hören sechs Musikstücke aus Klassik, Rock/Pop und Jazz. Die Unterschiede sind gross. Testleiter Bernd Mönninger: «Die schlechtesten Kopfhörer hatten in der Regel wenig Bass, manchmal waren sie sehr höhenlastig, das heisst sie klingen spitz oder schrill und das tut unter Umständen ein bisschen weh in den Ohren.»

Unnatürlich und unbequem

Die schlechteste Klangqualität im Test und mit Gesamturteil «ungenügend»: JVC HA-F 75 VR. Dieser Kopfhörer für 17.90 Franken klingt unnatürlich und ist unbequem, Note 3,4. Der JVC HA-F 130 B ist dumpf und hohl im Klang. Trotz sehr gutem Tragekomfort reicht es nur für Gesamtnote 3,7. JVC will das schlechte Abschneiden der beiden Kopfhörer nicht kommentieren.

Wenn die Stöpsel oft im Ohr stecken, sollten sie bequem sein. Das Problem: Nicht jeder Hörer passt in jedes Ohr. Ein guter Sitz wirkt sich direkt auf den Klang aus. «Je mehr ein Ohrstöpsel das Ohr abdichtet, desto besser ist die Basswiedergabe.

Eine zweite Rolle spielt der Ohrkanal, der auch bei jedem Menschen verschieden gross ist und durch den Ohrhörer unterschiedlich abgeschlossen wird. Dadurch ergeben sich Resonanzfrequenzen, die sich verschieben. Die Ohrhörer klingen dann bei jedem anders», erklärt der BBM-Testleiter.

Umgebung wird mitbeschallt

Manche Kopfhörer strahlen stark nach aussen ab, selbst wenn man leise hört. Die Abstrahlung misst der Testleiter im reflexionsarmen Raum exakt nach. Die Kopfhörer erzeugen am Ohr des Kunstkopfs einen definierten Schalldruckpegel. Ein Gerät misst, wie viel davon in 40 Zentimeter Entfernung zu hören ist. Die Unterschiede sind beträchtlich. «Sehr gut» schneidet hier der Testverlierer von JVC ab. Die Bestnote 6 erhält Sennheiser CX 300. Niemand hört da unfreiwillig mit.

«Gut» in der Gesamtbewertung ist der teuerste im Test: Sony MDR-EX 71 SL für 79 Franken. Allerdings gibt's Punkteabzug, weil er stark abstrahlt. Philips kann's mit dem Modell SHE2550/00 besser und erst noch zum Schnäppchenpreis: Mit 9.50 Franken der günstigste im Test, Note 4,9. Durchwegs «gut»: Sennheiser CX 300 für teure 58 Franken.

Dem Ohr auch Stille gönnen

Bei guten und schlechten Kopfhörern gilt: Das Gehör erträgt jeden Tag nur eine bestimmte Dosis Lärm oder Musik. Laut kürzer – weniger laut länger. Aber eben, eine bestimmte Dosis. Deshalb zwischendurch Stöpsel rausnehmen und dem Gehör auch Stille gönnen.