Nicht alle Rolltaschen kommen ans Ziel

Heutzutage rollt das Gepäck. Ob Koffer oder Tasche, überall hat es Rollen dran. Anlass für «Kassensturz» und «Saldo», einige der meistverkauften Rollenreisetaschen zu testen. In der Auswahl sind zehn Produkte von knapp 100 bis 250 Franken. Wichtigstes Testkriterium: Rollen und Griffe der Taschen.

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Roll-Reisetaschen im Test: Nicht alle kommen ganz an

6:12 min, aus Kassensturz vom 10.9.2013

Testleiter Andreas Müller stellt die Taschen nacheinander auf eine grosse Rolle und fixiert die Griffe. Kies, Teer und ein Randstein wechseln sich im Takt einer Umdrehung der Rolle ab.

Über 25 Kilometer legen die Taschen so zurück. Die Rollen zeigen keine Schwächen. Dafür die Griffe. Bei mehreren Taschen lösen sich die Schrauben an den Griffen.

«Zwei grosse Schrauben pro Griffseite sind besser als wenige kleine», sagt Müller. Und wer auf Nummer sicher gehen will, «der zieht die Schrauben am Griff vor der Reise nach, oder sichert sie gleich mit Schraubensicherungsmittel», sagt Müller.

Rad ab

Aus zwei Metern Höhe lässt Andreas Müller die Taschen, beladen mit 20 Kilogramm Gewicht, vierzehnmal Fallen. Auf jede Fläche und jede Kante einmal. Nicht alle überstehen den Test unbeschadet. «Kaputt gehen die Rollen oder Teile aus hartem Kunststoff», sagt Müller.

Bei der Tasche von Samsonite bricht die Rolle, bei Burton zerspringen Kunststoffteile. Bei allen Taschen ähnlich: «Sie schützen den Inhalt nur schlecht vor Schlägen.» Wer seinen Inhalt schützen will, der kauft sich besser einen Koffer mit harter Schale.

Wasserdicht ist keine

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Resultate-Tabelle

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Fünf Minuten unter der Sprinkleranlage, das ist für jede Tasche zu viel. Am meisten Wasser bekommt der Inhalt der Tasche von Eagle Creek ab. Hingegen lässt die Tasche von Samsonite nur wenig Wasser durch.

Die Flächen bleiben trocken, nur bei den Reissverschlüssen rinnt es leicht durch. «Ein kurzer Regenguss auf dem Rollfeld übersteht aber der Inhalt jeder Tasche trocken», sagt Testleiter Müller.

So wurde getestet

Falltest: Die gefüllten Reisetaschen (Gesamtgewicht 20 kg) wird aus zwei Metern Höhe gezielt auf alle sechs Seitenflächen und alle acht Ecken fallen gelassen. Die Tasche ist dabei so mit Baumwolltüchern und Gewichten gefüllt, dass der Innenraum komplett ausgefüllt ist, die Tasche sich aber noch leicht schliessen lässt.

Dauerprüfung Rollen und Griffe: Die gefüllten Taschen (Gesamtgewicht ebenfalls 20 kg) laufen mit einer Geschwindigkeit 4 km/h über eine Rolle mit wechselndem Untergrund (eben, holprig, rau) und einer Bordsteinkante. Dabei ist eine Strecke von 25 km zurückzulegen. Die Tasche ist beweglich am Handgriff montiert, ähnlich dem Ziehen in der Praxis. Die 20 kg schweren Taschen werden 2500-mal an den Tragegriffen angehoben.

Die Resultate im Überblick:

Schutz des Inhaltes gegen mechanische Einwirkungen: Subjektive Beurteilung, wie stabil die Tasche ist und wie gut der Inhalt geschützt ist (z.B. durch dickere und ausgeformte Seitenwände oder Wandverstärkungen aus Kunststoff oder Kunststoffböden).

Funktionalität, Handhabung und Verarbeitungsqualität: Überprüfung der Verarbeitungsqualität der Nähte, Stoffe, Kunststoffe, etc.; Beurteilung der Aufteilung der Fächer innen und aussen, subjektiver Gesamteindruck; Bewertung des Fahrens, Tragens und des Abstellens der Rollentaschen.

Schutz gegen Feuchtigkeit: Hier wird der Koffer in einem Beregnungsprüfstand fünf Minuten mit einem konstanten Regen «normativ» beregnet.

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Auch Rollkoffer müssen auf Reisen vieles aushalten. Sie haben im Gegensatz zu Rolltaschen eine härtere, nicht zusammendrückbare Aussenschale. «Kassensturz» hat vor zwei Jahren 12 Modelle zwischen 80 und 600 Franken einem Härtetest unterzogen. Die Qualitätsunterschiede sind riesig. Zum Artikel