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Kassensturz-Tests Pfeffersprays im Test: Der Schutz aus der Handtasche

Vor allem Frauen haben zu ihrer Sicherheit für unterwegs oft einen Pfefferspray dabei. Das Angebot ist gross, doch nicht alle Sprays schützen.

Vor allem Frauen haben zu ihrer Sicherheit für unterwegs oft einen Pfefferspray dabei. Das Angebot ist gross, doch nicht alle Sprays schützen.
 Im Gegensatz zu Verteidigungsmitteln wie Schlagringen, Klappmesser oder Elektroschockgeräten ist das Benutzen von Pfefferspray zur Selbstverteidigung legal.

Einen Pfefferspray in der Handtasche zu haben und ihn im Notfall richtig anzuwenden, sind jedoch zwei Paar verschiedene Schuhe: Selbstverteidigungsinstruktor Marco Schnyder von Krav Maga bietet deshalb regelmässig Pfefferspray-Kurse an. Wichtig im Theorieteil: Wer den Pfefferspray einsetzen will, muss sich ans Gesetz halten.

Denn: «Wenn jemand einen am Leibchen zupft, am Arm hält oder einen verbal beleidigt, ist der Einsatz von Pefferspray nicht verhältnismässig», erklärt er. Anders sehe es dann aus, wenn man mit einem Messer bedroht, geschlagen oder gewürgt werde.

Auch die Schweizerische Interessengesellschaft für Selbstverteidigung Pallas führt regelmässig Pfefferspray-Kurse durch. «Pfefferspray ist etwas, das viele schon gekauft haben, und es ist ganz wichtig, dass die Leute die Anwendung kennenlernen», sagt Kursleiterin Silvia Bren. Denn nur mit der richtigen Handhabung kann man sich im Notfall auch zur Wehr setzen.

Kassensturz hat 10 Sprays eingekauft und einem Praxistest unterzogen. Als Experten fungierten Security Mann und Pfefferspray-Kursleiter Andreas Taubert sowie Selbstverteidigungs-Instruktor Marco Schnyder. Die wichtigsten Kriterien: Handhabung, Zielgenauigkeit und Sprühverhalten.

Testsieger ist der Pfefferspray «Peppergard» der Firma Mace Brand. Auch mit dem Pfefferspray von Brügger und Thomet sind die Experten zufrieden. Der Nachteil hier: Für diese beiden Pfeffersprays muss man üben. Gut schneiden in den Augen der Experten auch der «Original Pepperbox», der «Pepper Mate» der Firma Swisspol, der «Protect Plus» und der «Bodyguard» ab. Der «Pepper Fog» versprüht einen dichten Nebel. Sein Nachteil: Er reicht nicht sehr weit.

Für genügend befinden die Experten den «Jogger». Für Stresssituationen sei der eingebaute Sicherheitsmechanismus ungeeignet. Ebenfalls genügend der teure «Guardian Angel». Zwar ist er als einziger im Test bei starkem Gegenwind geeignet; man kann jedoch nur zweimal den Sprühknopf drücken. Ebenfalls die Bewertung «genügend» erhält der als Kugelschreiber getarnte Pfefferspray. Der Hersteller von «Guardian Angel» sagt, das Produkt sei wegen seiner ausserordentlichen Wirkung und Zuverlässigkeit mehrfach ausgezeichnet worden. Und Jogger schreibt, der Sicherheitsmechanismus verhindere, dass der Spray in der Handtasche losgeht.

Fazit: Peffersprays sind zwar eine gute Möglichkeit zur Selbstverteidigung. Ohne Übung (siehe auch Links) bieten sie jedoch in heiklen Situationen wenig Sicherheit.