Phosphatfreie Tabs spülen überraschend sauber

«Kassensturz» hat sieben Öko-Geschirrspültabs getestet. Fazit: Umweltschonend und gleichzeitig sauber spülen ist möglich. Die drei besten Testprodukte können durchaus mit herkömmlichen Tabs mithalten. Und noch besser: Das günstigste Produkt schneidet am besten ab.

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Spül-Tabs: Was Ökoprodukte taugen

6:04 min, aus Kassensturz vom 27.9.2011

Geschirrspül-Tabs haben nicht den besten Ruf: Die herkömmlichen Produkte sind stark phosphathaltig und verschmutzen die Gewässer. Aber auch das Image der ökologischen Spültabs ist befleckt: Sie schonen angeblich die Umwelt, ohne das Geschirr wirklich sauber zu reinigen. Doch stimmt das wirklich?

Vier Schmutzarten galt es zu meistern

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So wurde getestet:

Waschkraft (40% des Gesamturteils): Wie sauber wird das Geschirr?
Glanz und Flecken (20%): Wird das Geschirr matt? Entstehen Flecken?
Chemische Analysen (20%): Wie sind die Tabs zusammengesetzt?
Biologische Abbaubarkeit (20%): Wie rasch werden die Inhaltsstoffe abgebaut?

«Kassensturz» wollte es genau wissen und hat zusammen mit der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC und der welschen Konsumentensendung «A Bon Entendeur» ökologische Geschirrspül-Mittel unter die Lupe genommen. In zwei französischen Labors wurden insgesamt sieben phosphatfreie Geschirrspültabs auf Wirkung und Inhaltsstoffe untersucht. Der Preis der Reinigungsmittel liegt zwischen 19 und 46 Rappen pro Tab.

m Labor mussten die Öko-Tabs mit vier Verschmutzungen fertig werden: Zunächst beurteilten die Tester visuell, wie gut sie Tee und eingebrannte Milch entfernen. Durch einen Gewichtsvergleich vor und nach dem Waschen wurde gemessen, wie effizient  das Geschirr von Stärke- und Eigelbspuren befreit wird. Nach zehn Waschgängen prüften die Tester ausserdem den Glanz des Geschirrs und ob Flecken zurückbleiben.

Das Beste ist gleichzeitig das Günstigste

Testsieger ist das Geschirrspülmittel Coop oecoplan. Es ist sehr gut biologisch abbaubar und schneidet bei allen übrigen Kriterien mit dem Urteil «gut» ab. Die Tester vergaben 73 von möglichen 100 Punkten. Mit 19 Rappen pro Tab ist es gleichzeitig das günstigste Testprodukt.

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Bildlegende: Tabs mit Gesamturteil «gut» SRF

Ebenfalls sehr gut abbaubar und gut in der Waschleistung sind die Tabs von Ecover. Das Produkt bekommt im Test 68 Punkte. Allerdings sind die Ecover-Tabs mehr als doppelt so teuer wie der Testsieger. Auch das drittplatzierte Produkt – Held eco – schneidet bei allen Kriterien gut ab und erreicht total 62 Punkte. Die erfreuliche Nachricht: Diese drei umweltschonenden Produkte können in Sachen Waschleistung mit herkömmlichen Geschirrtabs problemlos mithalten.

Tabs mit Schwachstellen

Mit dem Gesamturteil «genügend» gingen die Handymatic-Tabs von der Migros durch den Test. Sie erhielten 59 Punkte. Das Produkt hinterlässt Flecken und das Geschirr verliert an Glanz. Eine weitere Schwachstelle: Die Inhaltsstoffe lassen sich biologisch nicht gut abbauen. Platz Nummer fünf im Test belegte mit 58 Punkten das Geschirrspülmittel von «Casino». Die Tabs sind zwar sehr gut abbaubar, erreichen aber in allen anderen Kriterien nur ein «Genügend».

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Bildlegende: Tabs mit Gesamturteil «genügend» SRF

Die Tabs «Sun all in one» erfüllen zwar praktisch alle Kriterien gut, enthalten aber umweltschädliche Phosphonate. Die Tester vergaben daher nur 35 Punkte, Gesamturteil «ungenügend». Von «Kassensturz» mit dem Ergebnis konfrontiert, schreibt der Hersteller Unilever, es handle sich hier um eine geringe Konzentration. Bei herkömmlichen Geschirrspültabs sei diese bis zu 50 Mal so hoch.

Die Umwelt freuts

Wenig glanzvoll ist auch die Leistung von «L’arbe vert». Die Tabs sind zwar gut abbaubar und haben die umweltverträglichste Zusammensetzung. Aber: Sie waschen das Geschirr nicht sauber. Das Produkt bekommt deshalb nur 27 Punkte und ebenfalls nur das Urteil «ungenügend».

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Bildlegende: Tabs mit Gesamturteil «ungenügend» SRF

Trotz dieser unbefriedigenden Resultate hat der Test deutlich gezeigt: Wer sein Geschirr ökologisch spülen will, braucht nicht auf Sauberkeit oder Glanz zu verzichten. Und er kann sogar noch sparen. Eine gute Nachricht für unsere Umwelt!