Steinpilze mit Maden

Wer ein Steinpilzrisotto aus Trockenpilzen kocht, tut gut daran, genau hinzuschauen: Kassensturz fand in fünf von sechs Proben Hartes bis Widerliches.

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Steinpilze mit Maden

5:14 min, aus Kassensturz vom 13.1.2004

Ist die Lust auf Steinpilz-Risotto gross, die Pilzsaison aber vorbei, greifen Risottoliebhaberinnen und Hobbyköche auf getrocknete Steinpilze zurück. Kassensturz wollte wissen, wie gut die getrockneten Pilze aus dem Laden sind und hat im Amt für Lebensmittelkontrolle Zug sechs verschiedene Sorten Trockenpilze untersuchen lassen.

Die Lupe brachte Vieles zum Vorschein, das dem Pilzkontrolleur Michel Schneider nicht gefällt: «Da gab es Holzstückchen und Steine, die zum Teil in den Hüten klebten. Ich habe auch einen Lammellenpilz gefunden, was zeigt, das die Pilze viel zu wenig kontrolliert worden sind», sagt Schneider.

Unglaublich: fünf der sechs Proben entsprachen nicht der Speisepilz-Verordnung. Sie waren zu stark verschmutzt. Der Pilz-Experte wundert sich: «Also ich frage mich, wieso die Konsumenten nicht reklamieren gehen. Wir haben ja nur eine Stichprobe angeschaut, doch wie sieht dann der Rest aus?»

Es gibt auch gute Steinpilze: Gut abgeschnitten haben die getrockneten Steinpilze von der Migros (Fr. 6.50/50g). Sie konnten als einzige den Anforderungen der Speisepilz-Verordnung genügen.

Mangelhaft waren die Steinpilze von Coop (Fr. 7.25/50g): In der Stichprobe hatte es zu viele verschmutzte Pilze, ansonsten war die Qualität gut. Coop sagt: «Wir prüfen die Pilze jeweils bei der Anlieferung. Diese Kontrolle zeigte, dass die Pilze einwandfrei waren.»

Mangelhaft auch die Steinpilze von Globus (Fr. 19.60/50g) und Denner (Fr. 5.90/50g). Die Denner-Pilze waren von allen Proben am stärksten verschmutzt. Denner teilt mit, der Anteil der Verunreinigung könne nach eigener Einschätzung nicht stimmen.

Auch die teuren Globus-Pilze waren stark verschmutzt. Gefährlich: unter den Pilzen befand sich ein grosser Stein. Globus bedauert den Befund und schreibt, man werde den Lieferanten überprüfen und wenn nötig andere Bezugsquellen in Betracht ziehen.

Schlecht abgeschnitten haben die Trockenpilze von Majestic (Fr. 9.60/50g), erhältlich unter anderem bei Jelmoli und Coop: «Hier hatte es Steine und Erde drin. Ausserdem haben wir Lamellenpilze gefunden, was von einer schlechten Kontrolle zeugt», gibt Schneider zu bedenken.

Die Firma Gehrig, die Majestic vertreibt, schreibt dazu: «Wir haben die von Ihnen beanstandete Ware sofort für den Verkauf gesperrt und werden unsere Steinpilze in Zukunft von einem anderen Lieferanten beziehen».

Schlecht auch die Pilze der Marke Supremo (Fr. 8.90/50g), die Kassensturz bei Marinello eingekauft hatte: «Diese Proben waren ganz schlimm: hier sind lebende Maden herumgekrochen und Staubläuse herumgehupft, und das ist widerlich», sagt Schneider. Stellungnahme: .