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Kassensturz-Tests Viele Backformen hinterlassen Spuren

Silikon-Backformen sind praktisch. Doch sind Sie auch ungefährlich? Ein «Kassensturz»-Test hat gezeigt: Viele dieser Formen geben Stoffe in den Kuchenteig ab, teilweise deutlich mehr als gesetzlich erlaubt.

Legende: Video Alarmierender Test: Silikon-Backformen sondern zu viele Stoffe ab abspielen. Laufzeit 8:26 Minuten.
Aus Kassensturz vom 05.03.2013.

Backformen aus Silikon sind preiswert, brauchen wenig Platz und kommen ohne Einfetten aus. Doch was passiert mit dem Silikon, wenn es im Backofen erhitzt wird? Essen wir nicht nur Kuchen, sondern auch Silikon? «Kassensturz» und das Westschweizer Konsumentenmagazin «A Bon Entendeur» wollten es wissen und haben 13 Silikon-Backformen im Kantonslabor Genf untersuchen lassen.

Die Formen wurden in kleine Stücke geschnitten und während 4 Stunden bei 200 Grad im Backofen erhitzt. Sie wurden vor und nach dem Backen gewogen. Die Gewichtsdifferenz nach dem Backen zeigte, wie viel Silikon verdampfte. Laut Verordnung darf der Verlust an freien organischen Stoffen 0,5 Prozent nicht übersteigen.

Gesundheitsrisiko unbekannt

In einem zweiten Test prüften die Experten im Labor die Migration des Silikons. Das heisst, sie untersuchten, wie viel Silikon beim Backen in den Teig übergeht. Dazu wurden die Backformen mit einer säurehaltigen Flüssigkeit gefüllt und während 2 Stunden erhitzt. Danach wurde gemessen, wie viele Inhaltsstoffe von der Silikon-Backform in die Flüssigkeit übergegangen sind.

Das Gesetz bestimmt, welche Stoffe zur Herstellung von Silikon erlaubt sind. Doch nur ein kleiner Teil der Substanzen wurde bisher toxikologisch untersucht. Das Gesundheitsrisiko kenne man noch nicht, sagt Testleiter und Kantonschemiker Patrick Edder. Was man aber weiss: Silikon kann schon ab 150 Grad migrieren. Das Material gibt beim Backen chemische Stoffe ab.

Teilweise hohe Überschreitungen

Das Testergebnis erstaunt darum Kantonschemiker Patrick Edder: «Von den 13 untersuchten Proben liegt fast die Hälfte der Produkte sehr nahe oder sogar über dem gesetzlichen Grenzwert. Das überrascht mich, vor allem, weil die Überschreitungen manchmal beachtlich hoch sind.»

Das Bundesamt für Gesundheit BAG beruhigt zwar und teilt «Kassensturz» mit, dass Silikone im menschlichen Organismus nicht reagieren würden. Man wisse aus eigenen Studien, dass Silikon nicht gesundheitsgefährdend sei. Dennoch solle aber die Belastung mit solchen Stoffen möglichst niedrig gehalten werden: «Deshalb hat der Gesetzgeber in der Schweiz Höchstwerte festgelegt. Wer die gesetzlichen Vorgaben nicht erfüllt, darf nicht auf den Markt.»

Nicht gesetzeskonform sind zum Beispiel die Gugelhopf-Förmchen von Migros für 9.80 Franken. Sie geben zuviele freie organische Stoffe ab und erhalten deshalb das Gesamturteil «ungenügend». Migros hat dieses Produkt mittlerweile aus dem Verkauf genommen und versprochen, die Produktekontrollen zu verschärfen.

Geld zurück für Verlierer im Test

Zwei Formen müssen gar das Urteil «schlecht» hinnehmen: «Kalpudding» von Ikea überschreitet die erlaubte Silikon-Menge, die in den Kuchen übergehen darf, um mehr als das Doppelte.

Diese Backformen sind mittlerweile nicht mehr im Verkauf. Ikea schreibt, man werde die bemängelten Punkte aber überprüfen. Und: «Konsumenten, die das Produkt gekauft haben, können es in jedem IKEA Einrichtungshaus zurückbringen. Der Einkaufspreis wird selbstverständlich rückerstattet.»

Die Back-Männchen von Coop halten beide Grenzwerte nicht ein: Beim Backen verdampfen zu viele freie Stoffe und das Material gibt zuviel Silikon ab. Coop leitete eine eigene Untersuchung ein, die zum selben Ergebnis führte.

Gegenüber «Kassensturz» schreibt der Grossverteiler: «Der Artikel entspricht damit nicht den Qualitätsansprüchen von Coop. Aus diesem Grund haben wir das Produkt unverzüglich aus dem Verkauf genommen.» Auch hier können Kunden die Backform zurückbringen und bekommen das Geld zurück.

Die beste Backform ist auch die teuerste

Silikonfreie Törtchen hingegen gibt es mit der Backform «Moul‘flex» von De Buyer, erhältlich im Fachhandel. Das Produkt ist mit 29 Franken das teuerste im Test und bekam das Prädikat «sehr gut».

Auch die Form «Saveurs & Dégustations» und «Easy Make» von Conforama zu je 9.95 Franken schneiden «sehr gut» ab. Völlig unbedenklich und ebenfalls «sehr gut» sind auch die Backformen «Sockerkaka» von Ikea, erhältlich zum selben Preis. Die detaillierten Testresultate finden Sie in dieser Tabelle, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Tipps

Sara Hochuli mit Kuchen
Legende: SRF

Pâtissière und Zuckerartistin Sara Hochuli sagt, wie der Kuchen mit Silikon-Backformen garantiert gelingt:

  • Nach dem Einfüllen des Teiges die Form gut auf alle Seiten schütteln, damit der Teig in alle Ecken laufen kann.
  • Den gebackenen Kuchen samt Form für ein paar Stunden einfrieren, danach lässt sich der Kuchen perfekt herausdrücken.

Silikonformen-Tipps

Damit das Back-Gut möglichst unbelastet bleibt:

  • Maximale Nutzungs-Temperatur der Formen abklären
  • Höchst-Backtemperatur einhalten

13 Kommentare

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  • Kommentar von Rütimann, Winterthur
    Lieber Herr Schnetzer Ich habe auch solche Silikon Formen, aber von BettyBossy. Sind Die auch Gefährlich ?? Oder kann ich die ohne Risiko Brauchen??? Hier noch meine Mailadr.: d-p.ruetimann@hispeed.ch Freundliche Grüsse D. Rütimann
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  • Kommentar von Nicole, Luzern
    Ich hatte schon öfters ein ungutes Gefühl bei den Silikonbackformen. Aber wie kann ich beim Kauf wissen, ob die Form jetzt Silikon abgibt oder nicht? Ich werde wohl in Zukunft wieder auf alte Formen zurückgreifen, die man halt einfetten muss.
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  • Kommentar von uge, Brugg
    Gesundheitsschädlich sei das Silikon nicht und mit der Zeit geben die Formen weniger ab. Bis jetzt schmeckten die Cup Cakes trotzdem gut. Ich mache mir nicht unnötig Sorgen und backe weiter mir Silikon. Was ist mit den herkömmlichen Backformen? Geben die nicht auch etwas an das Backgut ab?
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