Wagenheber im Test: So verhindern Sie die Panne bei der Panne

Wagenheber können den Pannendienst ersparen und die Nerven schonen. Doch welcher ist geeignet? Der TCS hat zehn Modelle einem Praxistest unterzogen. Fazit: Alle getesteten Heber sind bereits für wenig Geld erhältlich. Bei der Sicherheit und den Einsatzmöglichkeiten gibt es aber grosse Unterschiede.

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Wagenheber im Test: So verhindern Sie die Panne bei der Panne

6:54 min, aus Kassensturz vom 4.3.2014

Der Platten ist die zweithäufigste Pannenursache beim Touring Club Schweiz (TCS) und ziemlich unangenehm. Hinzu kommt, dass heute beim Neuwagenkauf meist kein Ersatzrad oder Wagenheber mehr mitgeliefert wird. Diese sind nur gegen Aufpreis erhältlich. Wer bei einer Panne mit plattem Reifen noch mehr Stress verhindern will, der besorgt sich deshalb einen Wagenheber, den er im Kofferraum mitführen kann.

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Testresultate im Detail

Testresultate im Detail

Die Testtabelle mit allen wichtigen Informationen finden Sie hier.

Der TCS hat zehn dieser Pannenhelfer getestet. Sie sind allesamt im Fachhandel erhältlich. Vier dieser Modelle sind relativ leicht und deshalb gut geeignet für unterwegs, die sechs übrigen Modelle sind schwerer und deshalb vor allem gedacht für den Reifenwechsel Zuhause.

Der Test-Aufbau:

Der Test wurde im TCS-Technik-Zentrum in Emmen bei Luzern durchgeführt; und zwar an vier verschiedenen Autotypen:

  • Ein schweres, tief gebautes Auto
  • Ein kleines, leichtes Auto
  • Ein hohes, schweres Auto (SUV)
  • Ein schweres, mittelhohes Auto (Minivan)

Die zehn Wagenheber wurden an jedem dieser Fahrzeuge aufgrund folgender Kriterien getestet:

  • Betriebsanleitung und Sicherheit
  • Ausstattung und Verarbeitung
  • Heben und Kraftaufwand
  • Variabilität und Höhe

Die leichten Pannenhelfer für unterwegs schneiden weniger gut ab

Bei den leichteren Modellen ist das Modell T90204 von Coop Bau + Hobby – gekauft für 24.95 Franken – nur bedingt empfehlenswert. Es erreicht 36 von möglichen 100 Punkten. TCS-Testleiter Anton Keller erklärt: «Dieses Modell kann man für kleinere und tiefer gebaute Fahrzeuge bei einer Reifenpanne gar nicht verwenden.» Zudem sei die Auflagefläche am Boden sehr gering. «Dadurch ist es eine ziemlich wacklige Angelegenheit», so Keller weiter. Coop schreibt «Kassensturz», die eingeschränkte Anwendung sei systembedingt. Dennoch werde Coop dieses Produkt zusammen mit dem Lieferanten optimieren.

Ebenfalls wacklig und vor allem für tiefe Autos in der Höhenvariabilität begrenzt sind die Modelle Bottle Jack von Hornbach (27 Franken) und Unitec von Bauhaus und Migros (22.90 Franken). Beide Wagenheber erhalten 39 von 100 Punkten. Hornbach schreibt «Kassensturz» dazu, dass zur Sicherheit unbedingt ein Unterstellbock eingesetzt werden müsse.

Unter den leichten Modellen für unterwegs hat der Wagenheber MVP Superline mit 42 Punkten am besten abgeschnitten. Er ist kippsicher und lässt sich gut in der Höhe verstellen. Nur für schwere Fahrzeuge ist er ungeeignet, weil der Kraftaufwand zu gross ist. Der MVP Superliner ist im Jumbo für 29.90 Franken erhältlich.

Die schweren Wagenheber punkten

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Räderwechsel für «Fachkundige»

Ein Räderwechsel braucht nicht nur einen guten Wagenheber und ein Notrad, sondern auch Fachkenntnisse. Fehlen darf auch nicht der Drehmomentschlüssel, um das richtige Anzugsmoment der Schrauben zu garantieren. Zudem muss auch der Reifendruck eingestellt werden. Der TCS bietet in verschiedenen Sektionen Pannenhilfe-Kurse. Weiter

Die schweren Trolleys eignen sich vor allem für den Reifenwechsel Zuhause im Frühing und Herbst. Sie wiegen einiges mehr, sind aber dank ihrer grossen Auflagefläche stabiler und handlicher.

Zwei der sechs Modelle aus dieser Kategorie erhielten das Gesamturteil «sehr empfehlenswert», unter anderem weil sie für alle Autotypen geeignet sind. Dabei handelt es sich um den Trolley A.T.U. von der gleichnamigen Firma – eingekauft für 49.90 Franken. Er erhielt 65 von 100 Punkten.

Testsieger mit 68 Punkten bei den Wagenhebern für Zuhause ist das Modell MVP Superline von Jumbo. TCS-Experte Anton Keller sagt dazu: «Das Produkt hat uns überzeugt wegen der guten Sicherheit und auch wegen der tadellosen Höhenvariabilität.» Mit 69 Franken ist der beste Wagenheber gleichzeitig auch der teuerste im Test.

Bereits beim Autokauf darauf achten

Die vier übrigen Trolleys erhielten zwischen 47 und 53 Punkte und somit das Gesamturteil «empfehlenswert». Abzüge gab es vor allem für die mangelhafte Ausstattung und Verarbeitung. Der Trolley CMI von OBI lässt sich zudem für hohe Fahrzeuge nicht genug hoch stellen. Weitere Informationen zu diesen Produkten finden Sie in unserer Testtabelle.

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Sicherheitstipp:

Ein Anwender sollte NIE Arbeiten unter dem Fahrzeug ausführen, ohne das dieses zusätzlich zum Wagenheber gesichert wird. So können z.B. geeignete Unterstellböcke mit einer grösseren Standfestigkeit als der Wagenheber selbst, die Sicherheit beim Arbeiten unter dem Fahrzeug enorm erhöhen.

TCS-Experte Anton Keller fasst zusammen: «Wagenheber sind bereits für wenig Geld erhältlich. Andererseits mussten wir aber feststellen, dass nicht jedes Modell mit jedem Auto kompatibel ist. Deshalb sollte man beim Kauf eines Wagenhebers unbedingt darauf achten.» Es empfiehlt sich deshalb, die Höhe des Autos genau abzumessen und den platten Reifen mit einzuberechnen.

In Sachen Sicherheit sollte laut Keller beachtet werden, dass Wagenheber mit vier Rädern um einiges stabiler sind. Ausserdem: «Es ist wichtig, dass der Benutzer genau weiss, wie der Wagenheber funktioniert.»

Käufern eines Neuwagens rät er, unbedingt zu klären, ob ein Reserve- bzw. Notrad und ein Wagenheber zur Standardausrüstung gehört. Die serienmässigen Reifenpannensets sind laut Keller nämlich unbrauchbar.

Tipps vom TCS-Experten Anton Keller: