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Kassensturz-Tests Weisswaschmittel im Test: Diese helfen gegen Grauschleier

Zeigt das neue Hemd, die neue Bluse, schon nach wenigen Waschgängen tristes Grau statt strahlendes Weiss? Spezielle Weisswaschmittel sollen helfen, versprechen die Hersteller. «Kassensturz» hat acht Produkte testen lassen und blickt mit Ironie auf den ersten Waschmittel-Test vor 40 Jahren zurück.

Legende: Video Weisswaschmittel im Test: Kaum besser als Vollwaschmittel abspielen. Laufzeit 06:44 Minuten.
Aus Kassensturz vom 07.01.2014.

Für den ersten Produktetest seiner Geschichte stieg «Kassensturz» in die Waschküche: Damals warben die Hersteller mit der Weisswaschkraft ihrer Produkte: «Weiss, weisser am weissesten» lautete der Slogan. Im nicht ganz ernst gemeinten Test vor 40 Jahren prüfte «Kassensturz» das Werbeversprechen, wonach der Unterschied zwischen den einzelnen Produkten von blossem Auge zu erkennen sei, und liess Hausfrauen das Waschergebnis bewerten. Fazit damals: Alle Produkte waschen gleich gut!

40 Jahre später wiederholt «Kassensturz» den Test im Textilprüfinstitut Testex in Zürich. Auf dem Prüfstand: Acht Waschmittel, die sich speziell für Weisses anpreisen: «Weisse und helle Textilien neigen beim Waschen zum Vergrauen. Wir haben untersucht, wie gut die speziellen Weisswaschmittel der Vergrauung entgegenwirken, und wie gut sie Flecken entfernen», erklärt Testleiter Ralph Sontheim. Und «Kassensturz» will wissen: Wie schneiden die Spezialseifen mit dem besten Vollwaschmittel aus dem letzten «Kassensturz»-Test – ausgestrahlt im Mai 2011 – ab?

Pulver besser als flüssig

Der Testleiter führt mit jedem Testprodukt sechs Waschgänge durch. Jeder einzelne Waschgang erhält frische Proben mit normiertem Schmutz aus Kaffee, Rotwein, Bratfett und zehn weiteren Verschmutzungen. Aus dem Durchschnitt der Waschergebnisse erstellt das Labor die Testresultate. Im Gegensatz zum ersten Test vor 40 Jahren fährt das Labor zur Überprüfung der Ergebnisse mit modernster Technik auf: Ralph Sontheim untersucht die gewaschenen Proben mit dem Photospektrometer: Das Gerät bestimmt die Fleckenentfernung und den Weissgrad der Textilien.

Grundsätzlich gilt: Waschpulver wirkt besser als Flüssigwaschmittel: «Der Test zeigt klar auf, dass flüssige Waschmittel gegenüber den Pulverwaschmitteln im Nachteil sind, vor allem bei bleichbaren Flecken, wie zum Beispiel Fruchtsäften oder Tomatenpuree», hält Testleiter Ralph Sontheim fest. Der Grund dafür ist ganz einfach: In den Flüssigwaschmitteln gibt es keine Bleichmittel. Diese können aus technischen Gründen in Flüssigwaschmitteln nicht beigefügt werden.

Vollwaschmittel oder Spezialseifen?

Diese Erkenntnis schlägt sich auch im Testresultat nieder: Yvette White aus der Migros und Perwoll Shiny White, gekauft bei Coop, schaffen es auf nur genügende Werte. Beide Flüssigwaschmittel verhindern das Vergrauen nur mässig und erreichen auch bei der Fleckenentfernung mit 4,6 beziehungsweise 4,7 die schlechtesten Noten im Test. Migros schreibt «Kassensturz»: «Das Feinwaschmittel ist darauf ausgerichtet, die Wäsche schonend zu reinigen und dabei die Faser (auch von heiklen Textilien) zu schützen». Und Migros bemängelt, dass die Faserschonung im Test zu wenig gewichtet worden sei.

Gute Gesamtbewertungen erzielen Formil White von Lidl und Tandil White Wonder von Aldi – mit 18 Rappen pro Waschgang die günstigsten Produkte im Test. Gut auch M-Classic, das Pulverwaschmittel der Migros für helle und weisse Textilien: Note 4,9. Gleichauf Dato Weiss: Auch dieses Pulverwaschmittel wirkt gut gegen Vergrauung und bei der Fleckenentfernung – mit 1.80 Franken pro Waschgang ist es aber das mit Abstand teuerste Produkt im Test. Um einiges günstiger und trotzdem besser schneidet Coral Optimal White ab: Note 5,1.

Sehr gute Bewertungen erhält Maxil Active von Coop. Mit Note 5,9 ist es das einzige Produkt im Test, das mit dem Referenz-Pulver (Ariel Actilift) mithalten kann. Überraschendes Fazit: Ein gutes Vollwaschmittel wäscht und schützt die Wäsche vor dem Vergrauen genauso gut wie die speziellen Weisswaschmittel.

Alle Weisswaschmittel enthalten heute optische Aufheller. Diese Aufheller lassen die Wäsche für das menschliche Auge strahlend weiss erscheinen, allerdings sind diese chemischen Substanzen ökologisch nur schwer abbaubar und deshalb umstritten. Ihre strahlende Wirkung ist unter der ultravioletten Lampe gut sichtbar: «Die optischen Aufheller wandeln ultraviolettes Licht in blaues Licht um – für das menschliche Auge wirkt die Wäsche damit strahlend weiss. Das sagt aber noch nichts darüber aus, wie sauber die Wäsche wirklich ist», betont Testleiter Ralph Sontheim.

Der ganze «Kassensturz»-Beitrag aus dem Jahre 1974:

Legende: Video 1974: Der Waschmittel-Test abspielen. Laufzeit 03:31 Minuten.
Aus Kassensturz vom 07.01.2014.

40. Jubiläum

40. Jubiläum

«Kassensturz» feiert seinen 40. Geburtstag. Alle Artikel zum Jubiläum und alte Film-Beiträge auf der Jubiläums-Webseite.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Andrea Müller, Rothrist
    Hat Kassensturz zu wenig getestet? Ich selbst habe mit dem Waschmittel Coral Optimal White mein blaues Wunder erlebt. Leider sind einige (vor allem synthetische) Kleidungsstücke nach mehrmaligem Waschen mit einem extremen Blaustich verfärbt! Mir ist mit der Zeit aufgefallen, dass es von Wäsche zu Wäsche schlimmer wird. Trotz nachträglichem mehrfachen Waschen mit altbewährtem Pulver und später sogar einlegen in Javel, geht die Blaufärbung nicht mehr raus. Für mich ganz klar: UNGENÜGEND für Coral!
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