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Gefahr für Kinder im Auto Acht Kindersitze versagen im Crashtest

Mobilitätsclubs warnen vor sieben Kindersitzen aus China und einem aus Polen. Es sind Modelle für Kinder ab 40 cm.

Acht Produktwarnungen sprechen die Mobilitätsclubs TCS (Schweiz), ADAC (Deutschland) und ÖAMTC (Österreich) nach ihrem aktuellen Autokindersitz-Test aus. Statt dem Kind bei einem Aufprall Halt zu geben und es zu schützen, löst sich der ganze Sitz aus der Halterung und schleudert durchs Auto. Mit verheerenden Folgen für das Kind.

Eine Auswahl der getesteten Kindersitze

Sieben der durchgefallenen Sitze kommen aus ein und derselben Fabrik in China, obwohl sie unter verschiedenen Namen verkauft werden. Das belegt die identische Kontrollnummer, die auf einem orangen Kleber an jedem Sitz angebracht ist.

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Alle sieben Sitze werden für die gesamte Kindersitzpflicht angepriesen, ab Geburt (bzw. 40 cm) bis 150 cm. Der ADAC prüft dieses Jahr zum ersten Mal systematisch Kindersitze von chinesischen Anbietern.

So wurde getestet

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Die drei europäischen Mobilitätsclubs TCS, ADAC und ÖAMTC testen zusammen mit der Stiftung Warentest halbjährlich neu erschienene Autokindersitze. Der deutsche ADAC prüft die Sicherheit mit Crashtests (Frontal- und Seitenaufprall) und schätzt mit den dabei gemessenen Werten das Verletzungsrisiko an Kopf, Hals und der Brustregion ein.

Der Schweizer TCS und der österreichische ÖAMTC Prüfen in einem Praxistest die Bedienung (Fehlbedienungsgefahr, Anschnallen des Kindes, Sitzeinbau, Sitzumbau/ Grössenanpassung, Bedienungsanleitung sowie Reinigung und Verarbeitung), sowie die Ergonomie (Platzangebot im Sitz, Platzbedarf im Fahrzeug, Sitzposition, Komfort).

Zusätzlich lässt die Stiftung Warentest die Textilien der Sitze auf Schadstoffe untersuchen.

Sitze für Babys ab 40 cm

In dieser Kategorie besteht ein hohes Verletzungsrisiko fürs Kind bei Mink Pro 2 in Kombination mit Base Mink FX des polnischen Herstellers Kinderkraft. Der Sitz ist für Babys zwischen 40 und 87 cm Grösse zugelassen. Die Produktwarnung für diesen Sitz gilt nur in Kombination mit der Basisstation. Der Hersteller bietet Rückgabe oder Umtausch an.

Mit der Gesamtbewertung «ungenügend» schneidet im Test Jané Concord Kombikid ab (für Babys von 40 bis 105 cm) in Kombination mit der Kombibase. Das Problem: Als einziger Sitz im Test enthält dieser zu viel Schadstoffe im Textilbezug.

Sitze aus China, vor denen die Mobilitätsclubs warnen:

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  • Reecle 360
  • Buf Boof Tweety Plus
  • Ding Aiden 360
  • Kidiz 360
  • KidsZone i-Size 360
  • Lettas i-Size 360
  • Miophy i-Size 360
  • Xomax 946i

Mit der Gesamtbewertung gut bei den Babyschalen schneiden Sitze von Cybex (Sirona Ti) und Silver Cross (Glide Plus 360), sowie ein Sitz von Foppapedretti ab (Disk Infant i-Size) sowohl mit als auch ohne Basisstation Tech i-Size.

Kinderkraft für grosse Kinder gut

Junior Fix 2 i-Size (für Kinder von 100 bis 150 cm), der zweite Sitz des polnischen Herstellers Kinderkraft, schneidet bei den Sitzen für grosse Kinder mit der Gesamtbewertung gut ab.

Die gleiche Bewertung erhält der etwas teurere Sitz Pallas G3 (für Kinder von 76 bis 150 cm) von Cybex. In der Gesamtbewertung ungenügend ist in dieser Kategorie Lionelo Lavender i-Size (für Kinder von 76 bis 150 cm) wegen ungenügenden Abschneidens im Crashtest.

Tipp für Secondhand-Angebote

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Bei Secondhand Angeboten für Kindersitze rät ADAC-Experte Andreas Ratzek zur Vorsicht, denn Autokindersitze nutzen sich beim Gebrauch ab, was sie unsicher machen kann. Als Faustregel empfiehlt er folgende Gebrauchsdauer:

  • Babyschale: 3 Kinder, je 1,5 Jahre lang
  • Kleinkindersitz (1 – 4 Jahren): Zwei Kinder, je 3 Jahre lang
  • Sitzerhöhungen (4 – 12 Jahre): Ein Kind, 8 Jahre lang. Danach ist der Sitz verschlissen.

Wenn der Secondhandsitz von Freunden oder Verwandten stammt, lässt sich der Zustand einschätzen. Von einem Online-Kauf rät Andreas Ratzek ab, da man die Vorgeschichte des Sitzes nicht kenne.

Sitze für Kinder von 61 bis 125 cm

In dieser Zwischenkategorie schneidet Axkid Minikid 4 Pro mit der Gesamtbewertung ungenügend ab. Fehleranfällig in der Bedienung und grosser Platzbedarf im Auto lautet die Kritik der Tester. Etwas besser und insgesamt genügend sind Britax Römer Dualfix 5Z + Vario Base 5Z sowie Peg Perego Viaggio Giro + Base Giro.

ADAC-Testleiter Andreas Ratzek sieht Nachteile bei mitwachsenden Sitzen und zieht eine Parallele: Schuhe beispielsweise würde man passend kaufen, nicht fünf Nummern zu gross und dann ausstopfen in der Hoffnung, irgendwie reinzuwachsen. Man habe immer Nachteile, je grösser der Bereich sei, den der Sitz abdeckt.

Espresso, 26.5.2026, 8:10 Uhr

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