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Sommerreifen im Test Die besten Sommerpneus sind auf nass und trocken gleich gut

Ein internationaler Sommerreifentest, mit Beteiligung des TCS, legt schonungslos Stärken und Schwächen offen.

Im Extremfall hängt es von den montierten Reifen ab, ob eine brenzlige Situation glimpflich ausgeht. Oder ob es zu einem schlimmen Unfall kommt. Dann zum Beispiel, wenn man auf ein Stück nasse Fahrbahn gerät. Aquaplaning heisst das gefährliche Phänomen, wenn die Reifen schlagartig ihren Grip verlieren. Das Auto wird unkontrollierbar. Doch bei welcher Geschwindigkeit passiert das? Oder die Situation, wenn ein Kind auf einen Fussgängerstreifen rennt: Reifen mit einem guten Bremsvermögen stehen nach einer kürzeren Strecke, als solche mit schlechten Werten.

Insgesamt 15 Testkriterien standen auf dem Prüfprogramm eines Internationalen Reifentests, bei dem auch der Schweizerische Touringclub TCS mitgewirkt hat. Im Test waren Reifen der Dimension 225/50 R17 98W, die bei beliebten Mittelklassemodellen von VW, BMW, Audi, Skoda, Peugeot oder Volvo zur Anwendung kommen.

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Der Test lässt sich grob in zwei Kategorien teilen: Fahrsicherheit und Umweltbilanz. Die Fahrsicherheit wurde zu 70 Prozent gewichtet und beinhaltet subjektive Beobachtungen zum Fahrverhalten und Fahrkomfort, vor allem aber objektive Messungen von Bremswegen oder eben der Geschwindigkeit, ab der ein Reifen bei Nässe aufschwimmt.

Für den TCS war der Reifenexperte Reto Blättler beim Test in Italien und Deutschland dabei. Dass der Reifen mit dem längsten Bremsweg 7,8 Meter mehr brauchte als der Beste, um ein Auto bei nasser Fahrbahn aus 80 km/h abzubremsen, findet er bedenklich: «Unser Test hat gezeigt, dass die Auffahrgeschwindigkeit beim schlechteren Reifen noch 36 km/h sein kann. Das kann zu tödlichen Verletzungen führen.»

Die Kategorie Umweltbilanz (Gewichtung: 30 Prozent) fasst eine ganze Palette von Eigenschaften zusammen: vom Reifen-Verschleiss, über den Kraftstoffverbrauch bis hin zu Aspekten der Nachhaltigkeit, wie das Produktionsland oder die Zertifizierung des Produktionswerks.

Wer gewinnen will, muss ausgewogen sein

Spitzenresultate nur in einzelnen Kriterien werden in der Auswertung nicht belohnt. Gefragt ist Ausgewogenheit auf hohem Niveau. So hat der Pneu von Linglong zwar den besten Wert beim Bremsen auf Nässe, doch auf trockener Strasse ist er ungenügend. Dazu kommt ein hoher Kraftstoffverbrauch und ein grosser Verschleiss.

Das beschert ihm den letzten Platz im Test. Knapp besser, aber auch ungenügend sind zwei weitere Reifen von so genannten Billigmarken: Leao Nova-Force Acro und Lassa Revola. Bei allen drei ausschlaggebend war das ungenügende Fahrverhalten auf trockener Strasse.

Reifen etablierter Marken an der Spitze

Am andern Ende der Skala liegen drei Reifen etablierter Marken: Testsieger mit dem Prädikat «gut» wird Continental Premium Contact 7, gefolgt von Pirelli Cinturato C3 und Goodyear Efficientgrip Performance 2. Im Vergleich zum günstigen Linglong Sport Master, der online zu einem Durchschnittspreis von Fr. 76.60 zu haben ist, sind die drei Besten im Test mit Fr. 117.40 (Continental), Fr. 125.30 (Pirelli) und Fr. 116.40 (Goodyear) bei den Teuersten. Das sei kein Zufall, sagt Reifenexperte Reto Blättler: «Bei diesen drei Marken sehen wir, dass sie sehr viel in Forschung und Entwicklung stecken.» Die drei besten Reifen im Test sind bei Fahrsicherheit und Umweltbilanz ausgewogen gut.

Weiterführende Infos

Doch auch Reifen aus dem Mittelfeld könnten geeignet sein. Wer beispielsweise nur wenige Kilometer pro Jahr fährt, nimmt allenfalls einen höheren Verschleiss in Kauf.

Kassensturz, 24.02.26, 8:10 Uhr

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